16.04.2021 - 10:24

Wie bei der Grippe Covid-19-Impfstoff von Biontech/Pfizer: Müssen wir uns jährlich impfen lassen?

Pfizer-Chef Albert Bourla rechnet damit, dass zuerst eine dritte und danach eine jährliche Impfung gegen Covid-19 notwendig sein wird. Der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer und weitere Vakzine müssen wahrscheinlich auch an neue Virus-Varianten angepasst werden.

Foto: imago images/Fotostand

Pfizer-Chef Albert Bourla rechnet damit, dass zuerst eine dritte und danach eine jährliche Impfung gegen Covid-19 notwendig sein wird. Der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer und weitere Vakzine müssen wahrscheinlich auch an neue Virus-Varianten angepasst werden.

Mit zwei Impfungen ist es wohl nicht getan. Müssen wir uns in Zukunft jedes Jahr aufs Neue gegen das Coronavirus impfen lassen?

Ein Pieks reicht nicht aus: Für die vollständige Immunisierung gegen das Coronavirus mit dem mRNA-Impfstoff von Bionech/Pfizer sind zwei Impfdosen erforderlich, die mit einigen Wochen Abstand verabreicht werden. Zu Beginn der Impfungen wurden diese mit einem Abstand von 21 Tagen verabreicht, mittlerweile impfen viele Impfzentren mit bis zu 40 Tagen Abstand. Jetzt bestätigte der Chef des US-amerikanischen Pharmakonzerns Pfizer, was bereits in der Vergangenheit diskutiert wurde: Vermutlich wird eine dritte Impfung mit dem Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer notwendig sein – mindestens.

Vektor, Totimpfung, mRNA? Diese Impfstoff-Arten gibt es
Vektor, Totimpfung, mRNA? Diese Impfstoff-Arten gibt es

Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer: Dritte und/oder jährliche Impfung erforderlich

Vor allem ältere Personen lassen sich in Deutschland jedes Jahr gegen Influenza impfen. Die jährliche Auffrischung der Grippe-Impfung ist notwendig, da Grippeviren ständig mutieren und der Impfstoff deshalb jedes Jahr leicht verändert werden muss. Könnte die Zukunft der Covid-19-Impfungen ähnlich aussehen?

Der Chef des US-Konzerns Pfizer, der gemeinsam mit dem deutschen Biotechnologieunternehmen Biontech den Corona-Impfstoff Comirnaty herstellt und vertreibt, hat sich jetzt dazu geäußert. In einem Interview mit dem US-Sender CNBC sagte Albert Bourla: "Ein wahrscheinliches Szenario ist, dass Geimpfte eine dritte Dosis brauchen, vermutlich zwischen sechs und zwölf Monate nach der letzten Impfung. Von da an wird es eine jährliche Auffrischung der Impfung geben, doch das muss alles noch bestätigt werden."

Dauer der Immunität unbekannt

Da es sich bei dem Coronavirus, das die Welt seit mittlerweile über einem Jahr in Atem hält, um ein neues Virus und bei der Impfung um eine neue Impfung handelt, weiß man noch nicht, wie lange die dadurch aufgebaute Immunität andauert. Laut den Studien, die Pfizer an 12.000 geimpften Probanden durchgeführt hat, besteht sechs Monate nach der zweiten Impfdosis immer noch ein Schutz von mehr als 95 Prozent. Wie es mit längeren Zeiträumen aussieht, muss allerdings noch erforscht werden.

Booster-Impfung zum Schutz vor neuen Coronavirus-Varianten

Albert Bourla sagte weiterhin, dass auch die neuen Varianten des Coronavirus eine "entscheidende Rolle" für die Zukunft der Corona-Impfung spielen werden. Hintergrund ist, dass einige Mutanten offenbar den Impfschutz beeinträchtigen können. So legt beispielsweise eine Studie aus Israel nahe, dass die Südafrika-Variante des Coronavirus den Schutz des Biontech/Pfizer-Impfstoffs aushebeln kann.. Doch dass Viren mutieren können, ist nichts Neues – und so, wie es aussieht, lassen sich Covid-Impfstoffe an neue Mutationen anpassen. Im Moment wird empfohlen, Covid-Impfstoffe am besten an die Südafrika-Mutante anzupassen.

Die Anpassungen, die wohl erforderlich sein werden, sind ein weiterer Grund dafür, dass sich bereits Geimpfte auf mindestens eine, wenn nicht regelmäßige Booster-Impfungen gegen das Coronavirus einstellen müssen – ganz so, wie es eben auch schon bei der Influenza-Impfung der Fall ist. Und wenn wir Glück haben, ist Covid-19 dann irgendwann nur noch eine Kinderkrankheit.

Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Beschreibung anzeigen
Eine Webseite der FUNKE Mediengruppe