12.04.2021 - 10:05

Eingeschränkte Schutzwirkung Infizieren sich Geimpfte häufiger mit der Südafrika-Variante?

Von der Redaktion

Im Kampf gegen das Coronavirus setzen wir vor allem auf die Impfstoffe. Gleichzeitig regen die Virus-Varianten das Infektionsgeschehen an. Wie wirksam ist der Impfstoff von Biontech/Pfizer gegen die Corona-Mutante aus Südafrika? Eine Preprint-Studie aus Israel liefert Anhaltspunkte...

Foto: Getty Images/ Cavan Images

Im Kampf gegen das Coronavirus setzen wir vor allem auf die Impfstoffe. Gleichzeitig regen die Virus-Varianten das Infektionsgeschehen an. Wie wirksam ist der Impfstoff von Biontech/Pfizer gegen die Corona-Mutante aus Südafrika? Eine Preprint-Studie aus Israel liefert Anhaltspunkte...

Wie gut schützt die Impfung vor der Coronavirus-Variante aus Südafrika? Eine Studie aus Israel liefert neue Anhaltspunkte.

Noch immer kämpft die ganze Welt gegen die Ausbreitung des Coronavirus. Zwar haben wir mittlerweile Unterstützung durch die Impfstoffe, gleichzeitig befeuern aber die Virus-Mutanten das Infektionsgeschehen. Die Mutante aus Großbritannien, B.1.1.7, hat sich in den letzten Monaten auch hierzulande ausgebreitet und den Wildtyp des Coronavirus verdrängt. Glücklicherweise wirken die zugelassenen Impfstoffe auch gegen diese Virus-Variante. Doch neben B.1.1.7 zirkulieren noch weitere Mutanten: Vor allem die südafrikanische Variante B.1.351 bereitet Wissenschaftlern gerade Sorgen: Offenbar wirkt der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer nur eingeschränkt gegen die Mutante aus Südafrika. Das heißt aber nicht, dass er gar nicht wirkt.

Neue Coronavirus-Varianten: Sind die Mutationen gefährlich?
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Südafrika-Mutante: Corona-Imfpfstoff von Biontech/Pfizer schützt weniger gut

Die Südafrika-Mutante könnte den Schutz des Corona-Impfstoffs von Biontech/Pfizer durchbrechen. Zu diesem Schluss kommt eine neue Preprint-Studie eines Forscher-Teams der Universität von Tel Aviv, über die unter anderem die Berliner Zeitung bereits berichtete.

Die Studie, die von der Universität Tel Aviv und der größten israelischen Krankenkasse Clalit durchgeführt wurde, verglich 400 ungeimpfte Corona-Infizierte mit 400 Infizierten, die bereits vollständig oder teilweise gegen das Virus geimpft worden waren. Das Resultat: Geimpfte Personen, die mindestens eine Woche nach der zweiten Impfdosis infiziert wurden, waren überproportional oft mit der Südafrika-Mutante B.1.351 infiziert.

Geimpfte infizierten sich häufiger mit Südafrika-Mutante

Adi Stern von der Universität Tel Aviv erklärt, dass bei vollständig Geimpften "eine unverhältnismäßig höhere Rate der südafrikanischen Variante" festgestellt wurde als bei der nicht geimpften Gruppe. Die Probanden, die sich mit dem Coronavirus infiziert hatten, obwohl sie bereits vollständig geimpft wurden, waren acht Mal häufiger mit der südafrikanischen Variante infiziert als ungeimpfte Probanden.

Geimpfte stecken sich also besonders häufig mit dieser Virus-Variante an, was Adi Stern zufolge wiederum bedeutet, "dass die südafrikanische Variante den Schutz des Impfstoffs bis zu einem gewissen Grad durchbrechen kann".

Vollständiger Impfschutz bereits vorhanden?

Was zu beachten ist: Die Studie untersucht die Infektion geimpfter Personen, die eine Woche nach ihrer zweiten Impfdosis infiziert wurden. Man geht allerdings bislang davon aus, dass sich der Impfschutz erst zwei Wochen nach der zweiten Impfdosis vollständig aufgebaut hat. Außerdem befindet sich die Studie, wie bereits erwähnt, noch im Preprint-Stadium. Das bedeutet, dass sie noch nicht überprüft wurde.

Nichtsdestotrotz decken sich die Studienergebnisse aus Israel mit den Erkenntnissen früherer Studien der Impfstoff-Hersteller Biontech/Pfizer und Moderna. Auch diese hatten ergeben, dass die Impfstoffe weniger wirksam gegen die Mutante aus Südafrika sind. Da die Coronavirus-Variante aus Südafrika bislang die größte Herausforderung zu sein scheint, gilt: Covid-19-Impfstoffe sollten am besten an die Südafrika-Mutante angepasst werden. Mehr über die Coronavirus-Varianten im Vergleich erfahren Sie hier.

Krankheitsverlauf unbekannt

Worüber die Studie keine Auskunft gibt, ist die Schwere der Erkrankung der Probanden, die sich trotz beider Impfungen mit der südafrikanischen Variante infiziert hatten. Die Begründung: Deren Anzahl sei so gering, dass Beobachtungen über ihren Krankheitsverlauf statistisch gesehen nicht aussagekräftig seien.

Es ist somit durchaus möglich, dass die Schutzwirkung zwar verringert ist, Geimpfte, die sich mit der Südafrika-Mutante infizieren, aber nicht mehr schwer an Covid-19 erkranken. Um dahingehend aber eine zuverlässige Aussage treffen zu können, sind weitere Daten erforderlich.

Israels beispiellose Impfkampagne macht die Rückkehr zur Normalität dort wieder möglich: Vor kurzem schloss dieses Krankenhaus in Tel Aviv seine letzte Corona-Station – und sogar Konzerte sind in Israel wieder möglich!

Die vollständige Studie finden Sie hier: Evidence for increased breakthrough rates of SARS-CoV-2 variants of concern in BNT162b2 mRNA vaccinated individuals

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