Aktualisiert: 04.04.2021 - 21:22

Britische Studie In diesen Berufen wird zu viel Alkohol getrunken

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In einigen Berufen wird besonders stark Alkohol konsumiert, wie eine britische Studie herausfand.

Foto: Getty Images/ Westend61

In einigen Berufen wird besonders stark Alkohol konsumiert, wie eine britische Studie herausfand.

Eine britische Studie hat herausgefunden, in welchen Berufen zu viel Alkohol getrunken wird. Männer und Frauen unterscheiden sich dabei stark.

Sich nach einem anstrengenden Arbeitstag mit einem Bier oder einem Glas Wein zu belohnen, ist für viele ganz normal. Durch Alkohol wird man lockerer und er kann kurzfristig dabei helfen, etwas zu entspannen. Doch die Dosis macht das Gift. Denn wer zu viel konsumiert, riskiert seine Gesundheit.

Eine britische Studie hat untersucht, in welchen Berufen zu viel Alkohol getrunken wird. Die Ergebnisse sind interessant, denn Männer und Frauen konsumieren in ihren Jobs unterschiedlich viel. Ob die Studie auch auf Deutschland übertragbar ist, erfahren Sie hier.

Alkohol: In diesen Berufen wird zu viel getrunken

Forscher der Universität Liverpool haben herausgefunden, dass die Arbeit in bestimmten Berufsgruppen mit einer größeren Wahrscheinlichkeit für hohen Alkoholkonsum einhergeht. Die Studie wurde im Fachblatt "BMC Public Health" veröffentlicht.

Insgesamt wurden Daten aus einer Langzeitstudie den Jahren 2006 und 2010 von über 100.000 Erwachsenen im Alter zwischen 40 und 69 Jahren aus ganz Großbritannien analysiert. Alle Teilnehmenden gaben ihren Beruf sowie den wöchentlichen oder monatlichen Alkoholkonsum an.

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Handwerker und Gastwirte trinken am meisten

Als starke Trinker gelten Männer, die 400 Gramm reinen Alkohol pro Woche konsumieren. Für Frauen liegt der Wert bei 280 Gramm. Um sich diese Einheiten besser vorstellen zu können: Ein Flasche 0,33 Liter Bier enthält 13 Gramm reinen Alkohol. Ein Glas Wein mit 125 Millilitern etwa 10 Gramm.

Die Studie kam zu dem Ergebnis, dass vor allem in Handwerksberufen wie zum Beispiel Bau- und Fertigungsberufen viel Alkohol getrunken wird. Auch im Gastgewerbe besteht ein Zusammenhang mit einem starken Alkoholkonsum. Neben Gast- und Kneipenwirten sind demnach auch Gipser sowie Menschen, die in industriellen Reinigungsberufen arbeiten, betroffen. Am wenigsten Alkohol trinken dagegen Geistliche, Physiker, Geologen, Meteorologen und Mediziner.

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Frauen in Führungspositionen mit hohem Alkoholkonsum

Es gibt laut der Studie aber große Unterschiede im Alkoholkonsum der Berufsgruppen beider Geschlechter. Bei Männern, die handwerkliche Berufe ausüben, ist der Zusammenhang mit starkem Alkoholkonsum am stärksten. Bei Frauen hingegen sind es leitende Angestellte oder Managerinnen, die viel trinken. Am niedrigsten war die Alkoholkonsum-Rate bei Männern, die als Geistliche, Mediziner und Stadtplaner arbeiten, bei Frauen in den Berufen Schulsekretärin, Biologin, Biochemikerin und Physiotherapeutin.

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Doch warum wurde zu dem Thema überhaupt geforscht? "Starker Alkoholkonsum erhöht das Risiko körperlicher und geistiger Schäden, und wenn wir verstehen, welche Berufe mit starkem Alkoholkonsum in Verbindung stehen, können wir die Ressourcen und Interventionen besser ausrichten", erklärte der beteiligte Mediziner Andrew Thompson von der Universität Liverpool.

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Ergebnisse sind mit Vorsicht zu genießen

Er äußerte sich zu der Studie weiter: "Die beobachteten Unterschiede bei Männern und Frauen in Bezug auf die Assoziationen zwischen Berufen und starkem Alkoholkonsum könnten darauf hinweisen, wie die Arbeitsumgebung zusammen mit dem Geschlecht und anderen komplexen Faktoren die Beziehung zum Alkohol beeinflussen kann." Gezielte Interventionen könnten nun anhand der Daten greifen, um das Problem in bestimmten Berufsgruppen anzugehen.

Ungewiss ist aber, ob sich die Ergebnisse auch auf andere Länder wie Deutschland übertragen lassen. Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) nahm dazu wie folgt Stellung: "Studienergebnisse zu dieser Thematik können beeinflusst sein durch landesspezifische arbeitsschutzrechtliche Bestimmungen, Charakteristika der Berufsbilder wie durch die Konsumkulturen in den Branchen."

Die Studienergebnisse aus England sind also durchaus mit Vorsicht zu genießen. Dazu kommt, dass die Daten schon über ein Jahrzehnt alt sind und sich Berufe weiterentwickelt und Trinkgewohnheiten geändert haben können. Trotzdem sollte der Alkoholkonsum so gering wie möglich sein, denn Gesundheit steht über allem.

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