25.02.2021 - 09:55

Ansteckender? Tödlicher? Neue Coronavirus-Mutante in Kalifornien entdeckt

Wo das Virus sich ungebremst weiterverbreiten kann, steigt das Risiko von Mutationen. Das wissen wir bisher über die neue Coronavirus-Mutante aus Kalifornien.

Foto: Getty Images/ Aydin Palabiyikoglu

Wo das Virus sich ungebremst weiterverbreiten kann, steigt das Risiko von Mutationen. Das wissen wir bisher über die neue Coronavirus-Mutante aus Kalifornien.

Das Coronavirus ist erneut mutiert. Das ist über die neue Mutante, die sich in Kalifornien ausbreitet, bisher bekannt.

Wo sich Viren ungebremst verbreiten und vervielfältigen können, ist das Risiko höher, dass es zu Mutationen kommt. Das gilt auch für das Coronavirus. Nachdem in der Vergangenheit bereits in Großbritannien, Südafrika und Brasilien Coronavirus-Varianten entstanden sind, beschäftigt Wissenschaftler jetzt eine Coronavirus-Mutante aus Kalifornien. Erstmals war man im Dezember auf die Variante B.1.427/B.1.429 aufmerksam geworden. Mittlerweile hat sie sich offenbar schon stark ausgebreitet.

Neue Coronavirus-Varianten: Sind die Mutationen gefährlich?
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Neue Coronavirus-Mutante aus Kalifornien: Was wir bisher über B.1.427/B.1.429 wissen

Wie die Tagesschau bereits berichtete, war die neue Mutation erstmals im Dezember von Wissenschaftlern des Krankenhauses Cedars-Sinai Medical Center in Los Angeles entdeckt worden. Im Rahmen einer Studie der University of California in San Francisco (UCSF) wurden circa 2.000 Proben von Corona-Infizierten aus Kalifornien sequenziert, die von September des letzten Jahres bis Ende Januar dieses Jahres stammen. Während die neue Mutante in den Proben von September noch gar nicht nachgewiesen werden konnte, machte sie Ende Januar bereits knapp 50 Prozent der Proben aus.

Es sieht also so aus, als ob sich die Coronavirus-Mutante aus Kalifornien ähnlich schnell ausbreitet wie die Variante aus Großbritannien. Was passiert, wenn sich Mutationen ausbreiten, zeigt unter anderem das Beispiel der von der britischen Variante betroffenen Stadt Flensburg: Hier wurden private Treffen komplett verboten. Und Flensburg ist kein Einzelfall: Ein Bericht des Robert-Koch-Instituts zeigt, wie sehr sich die neuen Coronavirus-Mutanten in Deutschland bereits ausgebreitet haben.

Ist die Coronavirus-Variante aus Kalifornien noch gefährlicher?

Die Studie der UCFS deutet darauf hin, dass die neue Virus-Variante deutlich ansteckender sein könnte als der Wildtyp, da die Virenlast in der Nase bei einer Infektion damit doppelt so hoch ist wie bei einer Infektion mit dem Wildtyp.

Außerdem könnte die neue Mutante schwerere Krankheitsverläufe auslösen. Das ergibt sich aus der Auswertung der Krankheitsverläufe von 324 Covid-19-Patienten, die im Universitätsklinikum San Francisco behandelt werden mussten. Bei denjenigen, die mit der neuen Virus-Variante infiziert waren, lag die Wahrscheinlichkeit, intensivmedizinisch behandelt werden zu müssen, beinahe fünfmal höher. Die Sterbewahrscheinlichkeit lag sogar elfmal höher.

Antikörper: Wirken die Impfungen?

Laut der Studie ist die neue Variante des Coronavirus weniger empfindlich gegenüber Antikörpern, die gegen die Wildvariante gebildet wurden. Impfstoffe könnten deshalb weniger wirksam gegen B.1.427/B.1.429 sein.

Noch ist jedoch zu wenig über die neue Coronavirus-Variante aus Kalifornien bekannt, um dahingehend stichfeste Aussagen treffen zu können. Laut dem Magazin Science kritisieren unbeteiligte Wissenschaftler, dass die Studie der UCFS nur einen vergleichsweise kleinen Datensatz untersucht hat. Darüber hinaus wurde sie noch nicht veröffentlicht und hat daher den notwendigen Prüfprozess noch nicht durchlaufen. Laut der Zeitung Los Angeles Time wird sie momentan von den lokalen Gesundheitsbehörden bewertet.

In jedem Fall gilt: Die Coronavirus-Mutante aus Kalifornien ist vielleicht die nächste Mutation, wird aber höchstwahrscheinlich nicht die letzte gewesen sein. Solange die Fallzahlen nicht drastisch sinken und das Virus sich ungebremst weiter vermehren kann, sind Mutationen ein Risiko, das wir nicht ausschließen können.

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