05.02.2021 - 10:07

Impfen gegen Corona Vorsicht! Betrug bei Impftermin-Vergabe entlarvt

Lieber doppelt checken: Derzeit sind wohl betrügerische Briefe rund um Impftermine im Umlauf.

Foto: Getty Images/pawel.gaul

Lieber doppelt checken: Derzeit sind wohl betrügerische Briefe rund um Impftermine im Umlauf.

Betrüger versuchen mal wieder, ahnungslose Menschen um ihr Geld zu bringen. Besonders perfide: Diesmal wollen sie über falsche Impfbenachrichtigungen an Kreditkartendaten kommen. Die Kassenärztlichen Vereinigungen warnen.

Laut Impfverordnung sind Senioren zuerst dran mit der Impfung gegen das Coronavirus – eigentlich ein Segen für diese doch sehr vulnerable Gruppe. Doch Betrüger nutzen nun offenbar eine andere empfindliche Stelle. Denn Senioren werden auch vermehrt Ziel fieser Abzocke. Leider machen Kriminelle nicht einmal vor der Gesundheit halt: Kassenärztliche Vereinigungen warnen derzeit vor Betrug durch falsche Impftermin-Briefe.

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Betrug: Falscher Impftermin beim Hausarzt

Den Kassenärztlichen Vereinigungen Nordrhein (KVNO) und Westfalen-Lippe (KVWL) ist eine ähnliche Betrugsmasche bereits bekannt. Jetzt warnen sie erneut: Es scheinen Briefe im Umlauf zu sein, die Personen zu einem Impftermin einladen – und zwar nicht im oft weit entfernten Impfzentrum, sondern bei Hausärzten rund um den Wohnort, die sogar namentlich genannt werden. Im Zuge dessen sollen die angeschriebenen Bürgerinnen und Bürger für die Terminvergabe auch gleich ihre Kreditkartendaten angeben – eine teure Falle.

Die KVen rufen daher dazu auf, solche Briefe getrost in den Müll zu werfen. "Eine Impfung in den Praxen der niedergelassenen Ärzte findet im Moment noch nicht statt", schreiben sie – und stellen klar: Eine Impfung gegen das Coronavirus ist in Nordrhein-Westfalen ab dem 8. Februar ausschließlich in den Impfzentren möglich. Außerdem würden derzeit nur Bürgerinnen und Bürger über 80 Jahren geimpft – und auch nur die, die zuvor telefonisch oder per Termin-Tool im Internet einen Termin vereinbart hätten.

Mögliche Betrugsfälle auch in Niedersachsen

Auch, und das ist ganz wichtig, wird bei der Impftermin-Vergabe niemals nach sensiblen Daten wie Kreditkartendaten oder Bankdaten gefragt. Auch Passwörter werden von offiziellen Stellen niemals angefordert.

In Niedersachsen hatte es zuletzt ebenfalls Probleme mit falschen Impfterminen gegeben: 40 Impfwillige waren mit einer falschen Impfaufforderung im Impfzentrum in Vechta erschienen. Noch ist unklar, ob es sich hierbei nur um eine Panne handelte oder ob tatsächlich Betrüger dahinter stecken, die die Senioren nur aus dem Haus locken wollten. Die Polizei ermittelt.

Unser Tipp: Zusammen Impftermin ausmachen

Informieren Sie sich, ruhig auch mit Verwandten, . In vielen Gegenden gibt es Termine nicht nur übers Internet, sondern auch über den Patientenservice des ärztlichen Notdienstes (116 117). Nützliche und geprüfte Infos rund um den Impftermin und die Impfung selbst gibt es auch auf der Seite "zusammengegencorona.de/impfen" des Bundesministeriums für Gesundheit.

Geben Sie aber niemals Kredit- oder Bankdaten heraus. Ebenso wird niemand Sie auffordern, zum Impfen Bargeld in hohen Summen mitzubringen.

Leider ist dies auch nicht der erste Betrugsfall rund um das Coronavirus. So hatten Betrüger Ende 2020 eine Berliner Seniorin um ihren Schmuck und fast noch um eine sechsstellige Summe gebracht: Die Betrüger hatten ihr am Telefon weismachen wollen, ihr Sohn läge wegen Covid-19 im Krankenhaus und brauche eine teure Behandlung.

Seien Sie wachsam! Mehr Infos dazu, wie Sie sich rechtlich zur Wehr setzen können, lesen Sie auf unserer Themenseite Ratgeber Recht. Neues zum Coronavirus und zu Impfungen haben wir auch für Sie. Etwa, welche Fehler rund um den Impftermin passieren können.

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