05.02.2021 - 07:36

Betrug Masernschutzimpfung für Kinder: Ärzte geben bedenkliche Atteste für Impfverweigerer aus

Die Masernimpfung ist Pflicht für alle Kinder, die in Bildungseinrichtungen kommen. Doch nicht alle Eltern befürworten das und versuchen die Behörden zu täuschen.

Foto: Getty Images/Frank Bienewald / Kontributor

Die Masernimpfung ist Pflicht für alle Kinder, die in Bildungseinrichtungen kommen. Doch nicht alle Eltern befürworten das und versuchen die Behörden zu täuschen.

Die Masernimpfung dient der Gesundheit aller. Aber manche sträuben sich vehement gegen sie und suchen sogar Ärzte für falsche Atteste auf.

Seit vergangenem März gilt die Masern-Impfpflicht. Das bedeutet: Jedes Kind muss gegen die Masern geimpft sein, bevor es in einen Kindergarten oder die Schule kommt. Bis zum 31. Juli dieses Jahres gilt die Übergangsfrist. So langsam wird es also Zeit, dass auch noch die verbleibenden Nachzügler geimpft werden. Doch nicht alle haben das vor. Manche Eltern umgehen die Masern-Impfpflicht einfach, indem sie sich bedenkliche Atteste von Ärzten holen. Die Schummelei nachzuweisen, ist eine echte Herausforderung.

Das muss man über die Masern-Impfpflicht wissen
Das muss man über die Masern-Impfpflicht wissen

Bedenkliche Atteste: Impfgegner versuchen die Masern-Impfpflicht zu umgehen

Um sich, aber auch andere vor der ansteckenden Infektionskrankheit Masern zu schützen, muss geimpft werden. Der Pieks wurde zur Pflicht gemacht. Doch es gibt wieder welche, die sich dagegen stellen, wie RTL berichtete. Diese Impfgegner versuchen mit allen Mitteln, etwa mit gefälschten Attesten, sich dieser Pflicht zu entziehen.

Es gibt gleich mehrere Probleme. Zum einen stehen noch viele Impfungen aus. Die sächsischen Gesundheitsämter gaben laut Medienberichten bekannt, dass ihnen Impfverzüge im dreistelligen Rahmen vorliegen. Eine zweite Schwierigkeit sind die Atteste, bei denen eine Schummelei vermutet wird. Diese stammen von Ärzten und bescheinigen zum Beispiel, dass das Kind beispielweise aufgrund einer Vorerkrankung nicht geimpft werden könne.

Zu beweisen, dass es sich bei den vorliegenden Attesten um beabsichtige Täuschungen handelt, ist nicht leicht. Es muss ein Beweis dafür geliefert werden, dass die Diagnose des Arztes nicht stimmt. Ein Weg dorthin: Es könnte nachgewiesen werden, dass der Arzt das Kind nie gesehen hat, bevor er das Attest ausstellte. Vermutet wurde das von einem Arzt in Sachsen. Er soll zwei Kindern, die von der Praxis weit weg wohnen, ein solch fragwürdiges Attest ausgestellt haben. Einer Bildungseinrichtungsleiterin aus Brandenburg ist aufgefallen, dass zwei Kinder aus ihrer Einrichtung vom selben Arzt in Sachsen geimpft worden seien. Genau an diesem Beispiel lässt sich untermauern, was vermutet wird: Man nimmt an, dass es immer wieder die gleichen Ärzte sind, die falsche Atteste in Bezug auf Masernimpfung ausgeben.

Verdachtsfällen wird weiterhin nachgegangen

Und die Liste der Verdachtsfälle hinsichtlich Fälschungen ist lang. Eine andere Ärztin soll einfach in den Impfpass der Kinder laut Pressemitteilung der Landesärztekammer eingetragen haben, dass die Impfung gegen die Masern stattgefunden habe. Doch die Impfung wurde nur auf einem homöpathischen Weg verabreicht. Das kommt natürlich nicht dem richtigen wirksamen Pieks gleich. Den Verdachtsfällen wird weiter nachgegangen. Aber feststeht: Impfgegner hatten schon Erfolg. Ungeimpfte Kinder mit falschen Attesten hat es in Bildungseinrichtungen schon gegeben.

Wenn Sie noch einmal nachlesen möchten, warum es die Impfpflicht gegen Masern bei uns in Deutschland gibt, können Sie das gern bei uns tun: Die Masern-Impfpflicht – das müssen Sie wissen.

Alles zum Thema Impfung generell finden Sie auf unserer informativen Themenseite.

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