Aktualisiert: 29.04.2021 - 13:06

Dem Körper keine Ruhe gönnen? Diese Fehler sollten Sie rund um den Impftermin nicht machen

Impftermin? Super! Damit Sie aber wirklich rundum geschützt sind, achten Sie auf diese kleinen Fehlerchen vor und nach der Impfung, um das Risiko für Komplikationen zu verringern.

Foto: Getty Images/Inside Creative House

Impftermin? Super! Damit Sie aber wirklich rundum geschützt sind, achten Sie auf diese kleinen Fehlerchen vor und nach der Impfung, um das Risiko für Komplikationen zu verringern.

Eine Impfung schützt vor Krankheiten. Im Laufe der vergangenen gut 200 Jahre haben sich mehrere Impfungen gegen schwere Krankheiten etabliert – die neueste ist die gegen das Coronavirus Sars-CoV-2. Das Faszinierende daran: Eine Impfung aktiviert das Immunsystem, damit es sich später selbstständig gegen die Erreger wehren kann. Rundherum gibt es aber ein bisschen zu beachten – auch zum Schutz vor Komplikationen.

Impfungen retten Leben: Ohne den durch sie aufgebauten Immunschutz hätten wohl schon so einige Krankheiten viele von uns einfach so dahingerafft. Doch so hilfreich sie sind, gibt es doch das ein oder andere zu beachten. Steht eine Impfung an? Dann vermeiden Sie diese Fehler rund um den Impftermin. So bekommt Ihr Körper die Möglichkeit, richtig auf den Impfstoff zu reagieren und aktiv zu werden – und der Schutz gegen eine Krankheit wird signifikant erhöht.

Fehler rund um den Impftermin

Fehler 1: Krank zum Impftermin gehen

Eine Impfung soll ja vor einer Krankheit schützen. Dazu wird der Körper durch den Impfstoff angeregt, selbst einen Schutz aufzubauen – und dazu bedarf es Kraft. Sind Sie aber akut krank, etwa durch eine andere Infektionskrankheit oder auch durch die, gegen die Sie sich impfen lassen wollen, hat der Körper schon jede Menge zu tun. Eine Impfung würde ihn dann nur noch mehr schwächen. Gehen Sie also bitte nur zum Impfen, wenn Sie sich gesund fühlen.

Ein Hinweis an dieser Stelle: Nicht jede Erkrankung spricht gegen eine Impfung, wir sprechen hier von akuten Infektionskrankheiten wie Erkältung, Grippe und Co. Sollten Sie an einer anderen Erkrankung leiden, sprechen Sie vor einer Impfung aber immer mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Die meisten Krankheiten stellen für Impfungen kein Problem dar, bei einigen gibt es aber doch einiges zu beachten. Hier muss dann ganz individuell entschieden werden, ob und welcher Impfschutz für Sie infrage kommt.

Fehler 2: Dem Körper keine Ruhe gönnen

Auch wenn Sie sich nach einem Impftermin fühlen, als könnten Sie Bäume ausreißen: Lassen Sie alles zumindest in den ersten drei Tagen ruhiger angehen als sonst und verzichten Sie beispielsweise auf sportliche Aktivitäten, insbesondere anstrengende, sonst riskieren Sie Komplikationen, etwa eine Herzmuskelentzündung.

Der Grund ist ganz einfach: Eine Impfung regt den Körper an, seine Immunabwehr besser auszubilden. Das verlangt ihm aber einiges an Arbeit ab. Geben Sie Ihrem Körper daher bitte genügend Zeit, die ihm aufgetragene Arbeit zu erledigen.

Im Klartext heißt das: Bitte zumindest am Impftag keine schweren Lasten tragen, insbesondere nicht mit dem Arm, in den Sie die Impfung bekommen haben. Ein Spaziergang an der frischen Luft dagegen schadet ansonsten gesunden Menschen nicht, sondern kann sogar gut tun. Übertreiben Sie es nur bitte nicht.

Übrigens: Auch Alkohol ist direkt nach der Impfung keine gute Idee. Der gönnt dem Körper nämlich ganz sicher keine Ruhe.

Fehler 3: Wunder erwarten

Eine Impfung ist ja schon so ein kleines Wunder: Der Körper wird angeregt, sich selbstständig gegen äußere Einflüsse wie Viren oder in manchen Fällen auch Bakterien zur Wehr zu setzen. Der Impfstoff an sich ist dabei kein Medikament, sondern nur eine Art Katalysator bzw. Bauplan. Das Beste: Er wird nach der Impfung vom Körper recht schnell abgebaut und verbleibt damit nicht im Körper. Was bleibt, ist die Immunabwehr – wenn alles gut läuft.

Zu beachten ist nämlich: Jeder Mensch reagiert etwas anders. Unser Immunsystem ist ein hochkomplexes Gebilde aus verschiedensten Stoffen und Mechanismen. Bei dem einen funktioniert das alles vielleicht etwas reibungsloser als bei der anderen. Daher kann es durchaus auch vorkommen, dass das Immunsystem bei manchen nicht ganz so stark reagiert. Eine Impfung erhöht diese Immunreaktionen zwar, aber auch nur um einen gewissen Prozentsatz. So kann es durchaus vorkommen, dass das Immunsystem nicht komplett alles abfangen kann, was da an Erregern auf uns einprasselt, auch wenn es durch Impfungen mehr gelernt hat. Je höher aber die Wirksamkeit einer Impfung ist, desto mehr Menschen sind auch geschützt.

Dennoch kann es vorkommen, dass ein Teil der Geimpften trotzdem erkrankt. Das sehen wir regelmäßig bei der Grippe. Denn da unglaublich viele Grippeviren kursieren, deckt der Grippeimpfstoff nie alle ab. Und auch bei anderen Erkrankungen, gegen die Impfstoffe existieren, kann es durchaus in wenigen Fällen zu Erkrankungen kommen. Das sehen wir derzeit auch nach den ersten Millionen Covid-Impfungen.

Das Gute ist aber: In aller Regel ist dann immerhin der Erkrankungsverlauf nicht mehr schwer. Beispiele zeigen die Corona-Impfstoffe: In den Testgruppen in den großen, klinischen Phase-3-Studien mit mehreren Tausend Probanden sind vereinzelt auch bei den hochwirksamen Impfstoffen von Biontech/Pfizer oder Moderna Menschen an Covid-19 erkrankt – aber keiner von ihnen schwer.

Mehr zur Grippeimpfung: Ist die Grippeimpfung sinnvoll? Experten räumen mit diesen 4 Mythen auf! Und: Grippeimpfung und Nebenwirkungen? So häufig sind sie wirklich!

Das Ganze hat auch viel mit der Zeit zu tun, die verstrichen ist – und damit kommen wir zum nächsten Fehler nach Impfungen:

Fehler 4: Sich zu schnell sicher fühlen

Gerade bei der Coronavirus-Impfung ist dieser Hinweis wieder enorm wichtig: Denken Sie bitte daran, dass Sie nicht gleich nach der Impfung immun gegen die Krankheit sind, gegen die Sie soeben die Impfspritze erhalten haben. Denn ein Impfschutz muss sich erst einmal aufbauen, und das dauert einige Zeit. Im Falle der Corona-Impfungen ist es noch besser, die zweite Impfdosis abzuwarten, auch wenn der Impfschutz mit jedem Tag nach der Erstimpfung steigt. Der Grund: Der Körper muss erst einmal auf den Impfstoff reagieren und Antikörper bilden. Das gilt übrigens auch bei allen anderen Impfungen.

Es kann also durchaus passieren, dass Sie sich gleich nach der Impfung mit der Erkrankung infizieren, gegen die Sie sich eigentlich schützen wollten. Das ist dann ein klarer Fall von "blöd gelaufen". Immerhin: Je mehr Zeit vergeht, desto besser geschützt sind Sie und desto mehr sinkt auch das Risiko für schwere Verläufe.

Das bedeutet alles aber auch, insbesondere jetzt im Rahmen der Coronavirus-Pandemie: Wer geimpft ist, ist nicht gleich "frei von jeglichen Corona-Maßnahmen". Solange nicht so viele Menschen wie möglich geimpft sind, schützen wir uns und unsere Mitmenschen weiterhin am besten mit Abstand halten, Kontaktbeschränkungen, Maske tragen und Hygiene.

Fehler 5: Angst haben

Wir geben zu, als Fehler darf man das eigentlich nicht bezeichnen. Ein bisschen Angst, gerade vor Impfstoffen, mit denen man noch nicht selbst in Berührung gekommen ist, ist ganz normal. Und auch Angst vor der Nadel kommt vor und ist kein Grund zur Scham. Aber Angst vor einer Impfung ist eigentlich nicht nötig. Wenig wird so gut kontrolliert und überwacht wie Impfstoffe. Auch, wenn derzeit sehr viel über mögliche Nebenwirkungen berichtet wird: Setzen Sie die Zahlen am besten immer in Relation zur Masse an Geimpften – und vergleichen Sie mit den Risiken, die Covid-19 bringt. Das Gute bei der starken Überwachung der Impfungen: Sobald Probleme auftreten, werden sie sofort untersucht. So konnten etwa gegen die vereinzelt auftretenden Hirnvenenthrombose sofort Symptome und Behandlungsmöglichkeiten ausgemacht werden.

Was ungemein hilft: Schauen Sie sich mal an, wie vielen Menschen mit Impfungen schon das Leben gerettet werden konnte. So erfolgreich und nützlich sind Impfungen – diese Wunder der Medizin haben uns als Menschheit enorm weit gebracht.

Sie sind skeptisch bei der Impfung? Müssen Sie nicht – wir nennen Ihnen Gründe dafür.

Den größten Impfschutz bekommen wir ja im Kindesalter. Aber auch für Erwachsene sind gewisse Impfungen noch wichtig.

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