28.01.2021 - 08:33

Schnell wieder fit! Husten bei Kleinkindern: So können Sie helfen!

Husten bei Kleinkindern ist meist mit schlaflosen Nächten für die ganze Familie verbunden: So können Sie den Husten richtig deuten und ihren kleinen Schützlingen helfen!

Foto: GettyImages/ozgurcankaya

Husten bei Kleinkindern ist meist mit schlaflosen Nächten für die ganze Familie verbunden: So können Sie den Husten richtig deuten und ihren kleinen Schützlingen helfen!

Schon wieder erkältet?! Tatsächlich fangen sich Kleinkinder etwa acht Erkältungen im Jahr ein, die oft von Husten begleitet werden. So können Sie den Husten Ihrer kleinen Schützlinge sanft behandeln und sie vor einer Bronchitis schützen!

Der Husten nervt – und doch ist er sinnvoll. Der Hus­tenreflex ist ein wichtiger Abwehrvorgang, auch bei Erkältungen. Eine Entzündung der oberen Atemwege wird fast immer durch Viren ausgelöst. Diese sorgen für eine vermehrte Schleimbildung in den Bronchien. Durch das Husten werden die Atemwege gereinigt und die Erkältung von innen bekämpft. Wir haben für Sie zusammengefasst, welche Hustenarten Sie bei Kleinkindern unterscheiden können und wie Sie den Husten richtig behandeln.

Warum leiden Kinder so häufig an einer Erkältung?

Kinder leiden tatsächlich deutlich öfter an einer Erkältung als Erwachsene. Der Grund: Ihr Immunsystem befindet sich noch in einer "Trainingsphase" und muss sich an verschiedene Krankheitserreger wie Erkältungsviren erst einmal gewöhnen. Erwachsene haben schon etwa 30 bis 40 Erkältungsinfektionen hinter sich und deswegen eine Immunität gegen die meisten Erreger aufgebaut, erklärt Reinhard Berner, Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin der Technischen Universität Dresden gegenüber der Süddeutschen Zeitung.

Zusätzlich steigt die Ansteckungsgefahr im Kindergarten. Hier wird dasselbe Spielzeug abgeleckt und dort unkontrolliert in den Sitzkreis geniest. Auf diese Weise verbreiten sich Erreger schneller. Da die Atemwege der Kinder noch viel enger sind, können bereits leichte Erkältungssymptome wie Husten, Niesen und Halsschmerzen schnell zu einer schweren Entzündung wie einer Bronchitis führen. Doch wenn Sie den Husten richtig deuten, können Sie eine schwere Atemwegserkrankung oft vermeiden.

Welche Hustenarten bei Kindern werden unterschieden?

Reizhusten: Auch bekannt als trockener Husten oder unproduktiver Husten – tritt meist zu Beginn einer Erkältungskrankheit auf. Bei einer Entzündung der Atemwege werden die Hustenrezeptoren gereizt, obwohl noch kein Schleim vorhanden ist. Durch die Hustenattacken wird der Hals immer trockener und das Kind empfindet einen Schmerz. Diese Art von Husten tritt besonders in der Nacht auf und wird durch warme Heizungsluft und eine verstopfte Nase verschlimmert.

Produktiver Husten: Nach einigen Tage der Atemwegserkrankung wird aus dem Reizhusten meist ein produktiver Husten. Dieser geht mit einem schleimigen, manchmal sogar eitrigen Auswurf einher. In diesem Zeitraum der Entzündung produzieren die Bronchien große Mengen an Sekret, welches durch den Husten nach außen befördert wird. Produktiver Husten kann ein Anzeichen für eine Bronchitis oder eine Lungenentzündung sein. An der Farbe des Auswurfs können Sie auf die auslösende Krankheit deuten.

Stakkatoartiger Husten: Dieser zeichnet sich durch starke Hustenanfälle aus und ist ein Symptom für Keuchhusten – medizinisch Pertussis. Krampfartige Hustenanfälle bis zur Atemnot, eine heraushängende Zunge beim Husten und juchzende Geräusche beim Einatmen sollten Eltern alarmieren. Besonders für Säuglinge kann es dadurch zu einem lebensbedrohlichen Atemstillstand kommen.

Bellender Husten: Pfeifende, rasselnde Atemgeräusche deuten auf einen Pseudokrupp (Krupphusten) hin. Dabei liegt eine entzündliche Schwellung im Bereich des Kehlkopfs und der Stimmbänder vor. Da sich die Atemwege stark verengen, kann das Kind Atemnot verspüren. Die Symptome haben ihren Höhepunkt meist in der Nacht. Laut dem RKI sind Kinder im zweiten Lebensjahr besonders oft von diesem Krankheitsbild betroffen.

Wann wird Erkältungshusten zu einer Bronchitis?

Durch eine Erkältung kann eine akute Bronchitis ausgelöst werden. Dabei entzündet sich die Schleimhaut, welche die Bronchien auskleidet. Eine Bronchitis verläuft bei Kleinkindern und Erwachsenen meist gleich: Sie beginnt mit einem trockenen Husten und geht anschließend in eine produktive Phase über. Grund dafür: In den entzündeten Bronchien hat sich ein Sekret angesammelt, welches beim Husten gelöst und abtransportiert wird. Auf diese Weise versucht der Körper sich gegen die Viren zu wehren. Eine akute Bronchitis dauert circa zwei Wochen. Zu den typischen Symptomen zählen:

  • Trockener Husten zu Beginn und Ende, sonst produktiver Husten mit zähem Schleim
  • Erkältungssymptome wie Schnupfen, Halsweh und Abgeschlagenheit
  • Fieber im Anfangsstadium – doch nicht jedes Kind bekommt Fieber
  • Atemnot und Rasselgeräusche beim Atmen
  • Kopf- und Gliederschmerzen

Diese Sonderformen können bei Kleinkindern auftreten:

  • Obstruktive (verengende) Bronchitis: Bis zum dritten Lebensjahr sind die kindlichen Bronchien noch so klein, dass zähflüssiger Schleim und angeschwollene Schleimhäute die Atemwege stark verengen können. Atembeschwerden und sogar starke Atemnot können die Folge sein. Als Elternteil können Sie diese Form der Bronchitis an pfeifenden Geräuschen beim Ausatmen und starken Hustenattacken bis hin zu Erbrechen erkennen.
  • Bronchiolitis: Bei Säuglingen kann sich die Infektion der Bronchien auf die sogenannten Bronchiolen ausweiten. Diese kleinen Verästelungen werden durch die Entzündung angeregt, viel Sekret zu bilden und können dadurch verstopft werden. Dabei schwellen die Bronchiolen an. Typische Symptome einer Bronchiolitis sind unter anderem: Flache, angestrengte Atmung, häufiges Husten und ein pfeifendes Geräusch beim Atmen. Diese Krankheit tritt vor allem zwischen dem dritten und sechsten Lebensmonat auf.

Die fünf besten Tipps: Was hilft gegen Kinder-Husten?

Ausruhen und viel schlafen: Die Ruhephasen helfen den körpereigenen Abwehrkräften, den Husten und die Erkältung schnell zu bekämpfen. Doch gerade Kinder haben oft ein Problem, diese Bettruhe einzuhalten. Wenn das Kind tagsüber nicht schlafen will, können Eltern beispielsweise eine Geschichte vorlesen, ein Hörbuch oder sanfte Musik hören lassen. Auch Mal- oder Rätselbücher wirken für das Kind entspannend.

Das Raumklima verbessern: Trockene Schleimhäute können den Hustenreiz des Kindes verstärken. Dagegen hilft regelmäßiges Lüften und nur mäßiges Heizen der Räume. Eine Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent gilt als optimal. Liegt die Ihrer Räume darunter, können Sie feuchte Tücher aufhängen oder eine große Schale mit Wasser in der Nähe der Heizung aufstellen.

Ausreichend Trinken: Versuchen Sie ihr Kind zum Trinken anzuregen. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr befeuchtet die Schleimhäute und vermindert so den Hustenreiz. Außerdem kann das Sekret aus den Lungen schneller abgehustet werden. Am besten eignen sich Tees oder stilles Wasser.

Heilpflanzenextrakte: Verschiedene pflanzlichen Arzneimittel unterstützen die Schleimlösung und können helfen, den Husten Ihres Kind zu lösen und zu lindern. Produkte aus Efeu, Kombinationen aus Efeu und Thymian sowie Primel und Thymian verfügen über eine gute Wirksamkeit und Verträglichkeit für Kinder – die bereits in zahlreichen Studien nachgewiesen wurde. Vorsicht ist hingegen bei ätherischen Ölen geboten, die Eukalyptus, Menthol oder Kampfer sowie jegliche Minzöle enthalten, denn diese reizen die Atemwege noch mehr. Die daraus resultierende vermehrte Schleimbildung kann für Kleinkinder schlimmstenfalls lebensbedrohlich werden.

Inhalieren: Durch die Inhalation mit Kochsalzlösung werden die Schleimhäute des Kindes befeuchtet und der Hustenreiz gelindert. Um Verbrennungen zu vermeiden, raten Kinderärzte vermehrt zu entsprechenden Inhalationsgeräten aus der Apotheke.

Mit diesen Hausmittel helfen sanft und sicher bei Husten und Bronchitis.

Wann sollte man zum Arzt?

Dafür gibt es leider nicht die eine allgemeingültige Antwort, aber grundsätzlich gilt: Wenn das Kind über 40 Grad Fieber hat und die Temperatur sich nicht senken lässt, empfiehlt sich eine ärztliche Untersuchung. Auch bei einer erschwerten Atmung oder sogar Atemnot sollte dringend ein Arzt aufgesucht werden. Genauso, wenn sich der Auswurf gelblich, grünlich oder rot färbt oder Hustenanfälle auftreten, die auf Krupphusten hinweisen können. Im Zweifel gilt immer, lieber einmal mehr zum Kinderarzt.

Kinder, die vier Wochen nach einer Atemwegserkrankung immer noch husten, sollten ebenfalls ärztlich untersucht werden. Solch ein chronischer Husten kann unter bestimmten Bedingungen zu langfristigen Lungenschäden führen, wie eine australische Studie feststellte. Hier empfiehlt sich eine Nachuntersuchung.

Viele weitere Infos zu Husten und Bronchitis finden Sie auf unserer Themenseite #Ausgehustet?

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Quellen: Süddeutsche Zeitung , Pharmazeutische Zeitung (Keuchhusten, Pseudokrupp)

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