21.01.2021 - 09:39

Handhabung, Preise, Unterschiede Medizinische Masken & FFP2: Darum gilt jetzt die Pflicht

Kann man FFP2-Masken säubern?

Kann man FFP2-Masken säubern?

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Wie jetzt, keine Stoffmasken mehr? Warum nicht? Und sind FFP2-Masken nicht unglaublich teuer und kaum verfügbar? Wir klären Fragen wie diese.

Es herrschte Aufregung vor abschließender Bekanntgabe der neuen Corona-Regeln: Wo bekommt man jetzt FFP2-Masken her? Sind die nicht teuer? Dann das Aufatmen: Auch OP-Masken sind erlaubt – im Nahverkehr und beim Einkaufen können alle medizinischen Masken und FFP2-Masken genutzt werden. Was es dabei zu beachten gibt, wo Unterschiede bestehen und wie teuer welche Maske ist, lesen Sie in dieser Übersicht

Medizinische Masken und FFP2: Diese Masken müssen wir jetzt tragen

Die Pflicht für medizinische Masken bzw. FFP2-Masken beschränkt sich derzeit auf den öffentlichen Nahverkehr und das Einkaufen. Medizinische Masken, das sind:

  • OP-Masken – also diese meist blauen, manchmal weißen Vliesmasken mit Raffung.
  • FFP2-Masken – die fester sitzenden, formstabileren, meist weißen Masken mit Schnabelform. Erlaubt sind hier aber auch solche mit der Kennung KN95 und N95 – das sind die Schutzstandards aus China und den USA. Zu beachten ist nur, dass diese anders zertifiziert werden, so dass es sein kann, dass Sie Masken erwischen, deren Filterwirkung nicht so gut ist, wie sie bei einer FFP2-Maske sein sollte. Tröpfchen halten diese Masken dennoch auf, solange sie keine Schäden aufweisen.

Beide Maskenarten müssen geprüft sein und ein CE-Kennzeichen (bei medizinischen Masken auf der Verpackung, bei FFP2-Masken auf der Maske) aufweisen.

Was ist mit Stoffmasken? Warum plötzlich dieser Wechsel?

Mit der Pflicht zu medizinischen Masken möchte man vor allem eines verhindern: das Tragen von dünnen Schals oder grobgestrickten sowie zu dünnen Mund-Nasen-Bedeckungen. Denn nicht jeder Stoff vor Mund und Nase schützt gleich gut – auch nicht die Mitmenschen. Genauer sieht es so aus: Stoffmasken schützen besser als Schals, OP-Masken schützen besser als Stoffmasken (wenn diese keine zertifizierte Filterwirkung aufweisen), FFP2-Masken schützen besser als OP-Masken (sie schützen nämlich auch die Träger).

Das Problem bei Alltagsmasken aus Stoff ist eben, dass sie nicht einheitlich geprüft werden können. Sind sie fest gewebt, bieten sie definitiv einen Schutz – jedoch kann das schwer beurteilt werden. Aus Vorsichtsgründen muss daher von einer geringeren Schutzwirkung ausgegangen werden, als es bei OP-Masken der Fall ist. Stoffmasken können Sie im Privatbereich sowie auch draußen an der frischen Luft dennoch weiter tragen. Es ist auch durchaus möglich, mehrere Masken zu kombinieren: Sie können etwa Stoff- und OP-Maske übereinander tragen, sofern beide sauber sind. Sollten Sie die Stoffmaske über der medizinischen Maske tragen, sollten Sie sich aber darauf einstellen, bei Kontrollen angesprochen zu werden. Dann einfach kurz die OP-Maske unter der Stoffmaske zeigen. Mehr dazu: Zwei Masken übereinander: Doppelter Schutz oder ausgemachter Quatsch?

Warum sind beide Maskenarten erlaubt? FFP2 schützt doch mehr?

Medizinische Masken – das ist eigentlich die Bezeichnung für OP-Masken. FFP2-Masken hingegen gehören nicht zu den medizinischen Masken. Eines gemeinsam haben sie aber: Sie unterliegen beide einem gewissen Standard, so dass sich die Schutzwirkung besser nachweisen lässt – anders als bei selbstgenähten Stoffmasken. Und das führt zu einer weiteren Gemeinsamkeit: Sie halten Tröpfchen auf, die vom Träger in die Umwelt abgegeben werden. In diesen Tröpfchen können Viren sitzen, ist der Träger infiziert.

Allerdings gilt das nur bis zu einer gewissen Tröpfchengröße. Auch in ganz feinen Tröpfchen, den Aerosolen, können sich Viren aufhalten. Von nicht fest sitzenden Masken werden diese Aerosole nur unzureichend aufgehalten. Und hier haben FFP2-Masken, die eigentlich für den Arbeitsschutz gedacht sind und "Partikelfilternde Halbmasken" genannt werden, einen Vorteil: Sie können bis zu einem gewissen Grad auch Aerosole aufhalten – je nach Beschaffenheit und Sitz mal mehr, mal weniger. FFP2-Masken liegen nah am Gesicht an, so dass weniger Aerosole an der Seite austreten. Gleichzeitig kommen solche Aerosole auch weniger an Nase und Mund des Trägers an, da ja keine Lücken bestehen, wie sie bei OP-Masken oft zu sehen sind. Auch sind sie fester gewebt und können daher besser filtern.

Wichtig übrigens: Beide Maskenarten müssen über Mund UND Nase getragen werden! Und für Bartträger gilt leider insbesondere bei FFP2-Masken: Der Bart muss ab, sonst ist die Filterwirkung nicht gegeben.

Wollen Sie den größtmöglichen Schutz auch für sich selbst, achten Sie bei FFP2-Masken auf die Kennung. Eine europaweite Norm, die EN 149, regelt nämlich deren Qualität. Entsprechen sie dieser Norm, filtern sie, richtig getragen, bis zu 94 Prozent der Partikel aus der Luft.

Übrigens: Noch mehr Filterleistung bieten FFP3-Masken – unter diesen ist allerdings das Atmen stark erschwert. Viele FFP3-Masken haben daher ein Atemventil eingebaut. Diese Masken dürfen als Schutz gegen das Coronavirus nicht genutzt werden, da sie keinerlei Fremdschutz bieten.

Solche Masken sind doch teuer, oder? Wo kriege ich sie her?

Leider regelt derzeit die Nachfrage stark das Angebot, zumindest, wenn über das Internet bestellt wird. Die Preise sowohl für medizinische als auch für FFP2-Masken schwanken daher stark. Es gibt zahlreiche Angebote. Hier ist jedoch Vorsicht geboten, denn oft werden gefälschte Masken verkauft. Nur wer sich auskennt und feststellen kann, dass der Verkäufer vertrauenswürdig ist, sollte hier zuschlagen. Mehr dazu und wie Sie gefälschte Masken erkennen: Vorsicht: Diese angeblichen FFP2-Masken schützen NICHT!

Besser ist es, vor Ort nach Masken zu schauen. In der Apotheke zahlt man im Schnitt rund 4 Euro pro Maske, im Discounter – bei Aldi werden bald auch FFP2-Masken verkauft – oder in Drogerien sind sie meist günstiger, teilweise für unter 1 Euro pro Stück. Bei dm und bei Kodi soll es wohl vorerst keinen Preisanstieg geben, teilten die Unternehmen rp-online.de mit. Dennoch erwartet der Deutsche Apothekerverband einen heftigen Preisanstieg bei FFP2-Masken.

OP-Masken sind günstiger, sie kosten im Schnitt 50 bis 70 Cent.

Wird es überhaupt genug Masken für alle geben?

Der Apothekerverband Nordhrein gibt gegenüber rp-online.de Entwarnung. Bisher gebe es keine Lieferschwierigkeiten. Dennoch kritisieren manche Händler die kurze Vorlaufzeit und befürchten zumindest kurzzeitige Lieferengpässe. Man hat daher etwa bei Rossmann bereits die Abgabe beschränkt: So gibt es dort derzeit nur ein Paket FFP2-Masken pro Kunde. OP-Masken gibt es weiterhin ohne Mengenbeschränkung. Es ist aber nicht auszuschließen, dass bei Mengen, die über "haushaltsübliche Mengen" hinausgehen, ein Verkauf in Einzelfällen nicht gewährt wird.

Achten Sie, egal welche Maske Sie nutzen, bitte darauf, sie richtig zu handhaben und sie nicht ewig wiederzuverwenden. Denn dann können Masken tatsächlich krank machen. FFP2-Masken sollten nur eine gewisse Zeit getragen werden. Für den Privatgebrauch aber gibt es durchaus die Möglichkeit, eine FFP2-Maske nochmals aufzubereiten und wiederzuverwenden. Waschen sollten Sie aber weder medizinische Masken noch FFP2-Masken! Mehr zu FFP2-Masken lesen Sie außerdem hier: FFP2-Maskenpflicht: Das müssen Sie jetzt wissen!

Masken entfalten ihre Schutzwirkung übrigens am besten, wenn sie mit den anderen Schutzmaßnahmen kombiniert werden: Abstand halten, Hygiene und Lüften gelten immer noch. Und insbesondere die Kontaktbeschränkung hilft, die Infektionszahlen zu drücken. Denn wo kein Kontakt besteht, kann sich auch kein Coronavirus ausbreiten.

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