Aktualisiert: 13.01.2021 - 16:59

Anwendung, Reinigung und Prüfsiegel FFP2-Maskenpflicht: Das müssen Sie jetzt wissen

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Ab jetzt nur noch FFP2: In Bayern herrscht bald Pflicht zum Tragen dieser sichereren Masken. Doch dabei gibt es einiges zu beachten – und jede Menge Kritik. Was bedeutet diese Pflicht für Sie? Unser FFP2-Maskenpflicht-Glossar verrät Ihnen alles, was Sie wissen müssen.

Foto: Getty Images/mego.picturae

Ab jetzt nur noch FFP2: In Bayern herrscht bald Pflicht zum Tragen dieser sichereren Masken. Doch dabei gibt es einiges zu beachten – und jede Menge Kritik. Was bedeutet diese Pflicht für Sie? Unser FFP2-Maskenpflicht-Glossar verrät Ihnen alles, was Sie wissen müssen.

In Bayern müssen ab Montag im öffentlichen Nahverkehr und in den Geschäften FFP2-Masken getragen werden. Dabei gibt es einiges zu beachten. Ein Überblick:

Ab Montag, 18. Januar 2021, sind in Bayern im öffentlichen Nahverkehr und beim Einkaufen FFP2-Masken verpflichtend. Auch Sachsen erwägt eine solche Pflicht bereits. Denn FFP2-Masken bieten nachweislich einen wirksamen Schutz vor Aerosolen, sie filtern mindestens 94 Prozent dieser – und bieten damit nicht nur Fremdschutz, sondern schützen auch die Träger. Die Initiatoren der Maskenpflicht erhoffen sich davon, dass mehr Menschen im öffentlichen Leben vor einer Infektion mit dem Coronavirus geschützt sind. Aber es gibt auch einiges zu beachten. Hier finden Sie daher ein FFP2-Maskenpflicht-Glossar:

FFP2-Maskenpflicht-Glossar: Wo kann ich solche Masken kaufen?

Normalerweise sind FFP2-Masken in Apotheken, manchmal auch in Drogerien erhältlich. In Münchener Drogerien sind diese nach der kurzfristigen Verkündung der neuen Regel derzeit allerdings oft vergriffen, Apotheker glauben allerdings nicht, dass es zu Engpässen kommen wird. Im Internet lassen sich die Masken auch besorgen, oftmals in größerer Stückzahl, was durchaus sinnvoll ist – siehe Rotationsprinzip. Hierbei sollten Sie aber die Augen offen halten. Denn leider sind im Internet viele Fälschungen unterwegs.

Worauf muss ich beim Kauf achten?

Auf der Oberfläche jeder einzelnen Maske ist ein Prüfsiegel gedruckt – oder sollte es sein. Das CE-Kennzeichen und die Prüfnorm sind der Nachweis dafür, dass die Maske ein erfolgreiches Nachweisverfahren durchlaufen hat und den Anforderungen der gültigen Gesetze und Normen der EU entspricht. Es enthält zudem einem vierstelligen Code, der Aufschluss über die Prüfstelle bietet, er kann auf der Webseite der EU-Kommission überprüft werden.

Leider sind, wie gesagt, viele gefälschte Masken unterwegs, die mit falschem FFP2-Siegel werben oder nicht richtig geprüft sind. Es gab dazu kürzlich sogar, die ungenügenden Schutz bieten. Wie Sie angebliche FFP2-Masken von echten Masken unterscheiden, lesen Sie hier.

Was sind N95- oder KN95-Masken?

FFP2 ist europäischer Standard, in anderen Ländern gibt es andere Bezeichnungen. In den USA heißt es etwa N95, in China KN95. Letztendlich verbergen sich dahinter vergleichbare Zulassungsanforderungen – ob das bei einer Kontrolle in Bayern derzeit als rechtskonform durchgehen würde, ist allerdings unklar. Denn wie erwähnt: Fälschungen sind hier ein großes Problem im Online-Handel.

Wie oft und lange darf man die FFP2-Maske verwenden?

Vor der Pandemie sind die partikelfiltrierenden FFP2-Masken ("Filtering Face Piece") vor allem im Handwerk zum Einsatz gekommen. Eigentlich handelt es sich dabei um Einwegprodukte, allerdings für eine Acht-Stunden-Schicht. Da sie im Pandemie-Alltag nicht dauerhaft, sondern nur für einen etwa 30-minütigen Einkauf oder eine Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln eingesetzt werden, kann man sie öfter benutzen. Allerdings müssen sie dafür zwischendurch richtig gelagert und gereinigt werden. Allerspätestens wenn eine FFP2-Maske sichtlich verschmutzt oder beschädigt ist, muss sie ausgetauscht werden.

Mehr dazu: Wie lange kann man so eine FFP2-Maske eigentlich tragen?

Ganz wichig: Wie die Maske sitzen muss

Um sich selbst und andere vor einer Infektion zu schützen, müssen die Masken direkt auf der Haut aufliegen, der Bügel auf der Nase muss so angedrückt werden, dass Luft tatsächlich nur noch über die Maske entweichen kann. Deshalb stehen Bartträger auch vor einem Problem: Durch den Abstand zwischen Haut und Maske kann weiterhin Luft ungefiltert ein- und ausströmen.

Schützt die Maske? Dieser Trick verrät es Ihnen!

Die richtige Anwendung

Vor dem Auf- und Absetzen sollten die Hände gewaschen oder desinfiziert werden, damit die Maske nicht durch Erreger kontaminiert wird, besonders nicht die Innenseite. Während des Tragens sollte sie weder berührt noch verschoben werden. Beim Absetzen nur an die Fixierungsbänder greifen. Die Maske sollte an einem Haken oder Bügel aufbewahrt und getrocknet werden, ohne andere Gegenstände zu berühren.

Ganz wichtig: Nutzen Sie bitte keine FFP2-Masken mit Atemventil! Diese Masken verfehlen den Nutzen als Fremdschutz, da sie die Atemluft des Trägers gebündelt nach außen transportieren und dieser potentiell seine Viren in der Raumluft verteilen kann – trotz Maske! Mitmenschen, die keine Maske tragen können, sie nicht korrekt tragen oder eine Maske mit zu geringer Schutzwirkung tragen, sind so umso mehr gefährdet.

Kann man FFP2-Masken säubern?
Kann man FFP2-Masken säubern?

Kann man FFP2-Masken reinigen? Eigentlich nein, aber...

Eigentlich sind FFP2-Masken zum Einmalgebrauch konzipiert. Ausnahmen gibt es bei solchen, bei denen ein "R" für "Reusable", also "Wiederverwendbar" aufgedruckt ist. Für den Privatgebrauch gibt es theoretisch zwei Möglichkeiten: Das Rotationsprinzip, bei dem die Maske mindestens sieben Tage lang an der Luft trocknen muss, und eine Desinfektion im Backofen, bei der es aber einige Dinge zu beachten gibt.

FFP2-Masken aufbereiten und wiederverwenden: So geht's!

Das Problem ist nämlich: Ein unsauberer Mund-Nasen-Schutz kann auch krank machen.

Wieso die FFP2-Regel so kritisiert wird

Obwohl die meisten für bessere Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus im Alltag sind, bekommt die neue FFP2-Regel viel Kritik: Zu kurzfristig und für einkommensschwache Gruppen vor allem zu kostspielig sei sie. Die bayerische Grünen-Fraktionschefin Katharina Schulze sieht die Verantwortung für die Umsetzung der Maskenpflicht bei der Regierung. Sie sei dafür zuständig, "dass es genug gibt und sie kostenfrei für Menschen, die sie sich nicht leisten können, abgegeben werden", twitterte sie.

Auch die Caritas forderte auf BR-Anfrage, dass die Politik darauf achte, "gesellschaftliche Teilhabe und die Versorgung mit lebensnotwendigen Dingen" nicht vom Einkommen abhängig zu machen. Aufgrund der Preise und der hohen Anschaffungszahl der Masken befürchten viele Kritiker nun, dass die Masken bei weitem nicht so oft ausgetauscht werden wie sie sollten – und damit letztendlich sogar weniger Schutz bieten könnten. Denn je öfter sie benutzt werden, desto mehr Raum bieten sie dem Coronavirus und auch anderen Erregern, sich darin festzusetzen – im Falle von Bakterien und Pilzen sich sogar zu vermehren. Und je mehr Benutzung, desto durchlässiger wird eine solche Maske mit der Zeit. Schutzwirkung? Adé.

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