Aktualisiert: 12.12.2020 - 21:22

Nicht zögern! Was Sie tun können, wenn Chef und Kollegen am Arbeitsplatz die Corona-Regeln missachten!

Hält sich Ihr Chef nicht an die Corona-Regeln, sollten Sie nicht tatenlos zusehen.

Foto: Getty Images/Luis Alvarez

Hält sich Ihr Chef nicht an die Corona-Regeln, sollten Sie nicht tatenlos zusehen.

Wer zu Zeiten der Corona-Krise vor Ort auf Arbeit anwesend sein muss, kann vom Arbeitgeber verlangen, entsprechend geschützt zu werden. Doch was können Sie unternehmen, wenn das nicht der Fall ist?

Gehören Sie zu den Menschen, die sich während der Corona-Pandemie nicht ins Homeoffice verkriechen konnten? Vielleicht müssen Sie weiterhin ins Büro, weil Sie Ihre Arbeit nur dort erledigen können, denn selbstverständlich können Sie den neuen Praktikanten nicht aus der Ferne einarbeiten oder in einigen Fällen Päckchen nicht von daheim an Ihre Kunden verschicken. Kein Problem, dann machen Sie sich eben auf zu Ihrer Arbeitsstätte. Mit dem Rad oder dem Auto ist der Weg zumal schon ziemlich sicher und im Büro hat der Arbeitgeber doch eh alle vom Bundesarbeitsministerium empfohlenen Sicherheitsvorkehrung getroffen. Aber was ist, wenn nicht? Wenn Ihr Vorgesetzter genau zu denen gehört, die es mit den Corona-Regeln nicht so ernst nehmen? Dann müssen Sie das nicht stillschweigend hinnehmen. Erfahren Sie, was zu tun ist und in welchen Bereichen Sie überhaupt Ihr Recht einfordern können.

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Chef und Kollegen nehmen Corona-Regeln am Arbeitsplatz nicht so genau – was ist zu tun?

Angenommen Sie sind ins Büro gefahren und dort möchte Sie sofort Ihre vertraute Kollegin umarmen. Von Desinfektionsmittel ist weit und breit keine Spur und auch der Abstand zum nächsten Bürostuhl, auf dem ein weiterer Mitarbeiter sitzt, reicht nicht aus – in so einem Fall kann man verständlicherweise an die Decke gehen. Ihrem Ärger lautstark Luft zu machen, sollten Sie aber lieber bleiben lassen. Dennoch sollten Sie nicht zögern, den Missstand anzusprechen. Denn es geht um Ihr Wohl und auch um die Gesundheit aller in der Firma.

Bitten Sie Ihren Chef um ein Gespräch. Erklären Sie ihm freundlich, aber bestimmt, welche Corona-Regeln missachtet wurden und weisen Sie Ihren Vorgesetzen auf seine Fürsorgepflicht gegenüber seinen Angestellten hin. Denn genau diese hat er, das ist gesetzlich geregelt.

Chefs dürfen ihre Angestellten keinen Gefahren aussetzen. Und das Virus ist eine solche Gefahr. Daher gab es vom Bundesarbeitsministerium klare Empfehlungen, wie Mitarbeiter/innen während der Pandemie auf Arbeit zu schützen sind. Diese sollten Sie am besten vor dem Gespräch mit Ihrem Chef kennen, um ihn gezielt auf die einzelnen Punkte aufmerksam machen zu können. Hier ein paar ausgewählte Beispiele, denn die Empfehlungen hängen auch von der jeweiligen Arbeitsstätte ab:

  • Maskenpflicht: Auf Arbeitsstätten ist vorgesehen, dass alle dort befindlichen Personen eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen, sollte nicht genügend Abstand zu anderen gehalten werden können.
  • Mindestabstand: Die 1,5 Meter Sicherheitsabstand gelten auch auf Arbeit, nicht nur in den öffentlichen Verkehrsmitteln und in Geschäften.
  • Lüften: Betriebe sollen immer wieder regelmäßig über den Tag verteilt die Fenster öffnen, um frische Luft in die Arbeitsräume zu lassen.
  • Kranke nach Hause schicken: Personen mit Symptomen wie Schnupfen oder Fieber gehören nicht ins Büro. Von Ihrem Chef können Sie also problemlos verlangen, dass er Angestellte nach Hause schickt, sollten sie diese Krankheitsanzeichen zeigen. Eigentlich sollte jeder Angestellte aber selbst so verantwortungsbewusst sein und mit solchen Beschwerden gar nicht erst zur Arbeit kommen.
  • Vermeidung von Dienstreisen: Will Ihr Chef Sie zu einem Kundentermin schicken, der sich genauso gut auch per Videokonferenz erledigen lässt, ist das nicht zulässig. Die Empfehlung lautet nämlich, von geschäftlichen Reisen abzusehen, wenn es als Ersatz für diese auch eine andere Möglichkeit gibt.

Wie Sie sehen, gibt es einige Punkte, in denen Sie Ihr Recht – sozusagen Ihr Recht aufs Gesundbleiben – einfordern können. Vorsichtig sollten Sie jedoch bei anderen Punkten sein. Beispielsweise können Sie nicht zu Ihrem Chef gehen und von ihm verlangen, Sie einfach ins Homeoffice zu schicken – jedenfalls dann nicht, wenn Ihr Chef alle Corona-Hygieneregeln strikt eingehalten hat.

Selbst vorbildlich vorangehen und die Corona-Vorschriften einhalten

Was Sie aber außerdem noch tun können, als nur Ihren Chef und auch die Kollegen anzusprechen und darum zu bitten, die Corona-Hygienekonzepte zu befolgen, ist, dass Sie mit gutem Beispiel vorangehen. Halten Sie immer den nötigen Abstand, waschen Sie sich oft die Hände und tragen Sie Ihre Maske. Vielleicht werden Ihre Kollegen/innen bald nachziehen und es Ihnen gleichtun.

Quellen: bmas.de, swr3.de

Noch mehr Informationen zum Coronavirus bietet Ihnen unsere umfangreiche Themenseite. Dort lesen Sie beispielsweise, dass diese Dame als erste den deutschen Corona-Impfstoff bekam.

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