Aktualisiert: 04.12.2020 - 20:43

Bundesärztekammer fordert Handeln Der Klimawandel bedroht Gesundheit und Leben der Menschheit

Von der Redaktion

Der Mensch leidet unter dem Klimawandel. Wenn jetzt nicht gehandelt wird, stehen uns düstere Zeiten bevor, wie der WWF mit dieser Aktion schon 2009 am Berliner Gendarmenmarkt zeigen wollte. Die Bundesärztekammer warnt jetzt die Politik: Es ist höchste Zeit, nicht mehr nur zu reden, sondern zu handeln.

Foto: Getty Images/Andreas Rentz / Staff

Der Mensch leidet unter dem Klimawandel. Wenn jetzt nicht gehandelt wird, stehen uns düstere Zeiten bevor, wie der WWF mit dieser Aktion schon 2009 am Berliner Gendarmenmarkt zeigen wollte. Die Bundesärztekammer warnt jetzt die Politik: Es ist höchste Zeit, nicht mehr nur zu reden, sondern zu handeln.

Das Coronavirus ist nur eines der Symptome, die der Klimawandel der Erde und damit uns Menschen antut. Die Zukunftsprognosen stehen düster. Deshalb fordert die Bundesärztekammer jetzt: Es ist höchste Zeit, dass die Politik jetzt handelt.

Es wird immer wärmer, die Auswirkungen des Klimawandels sind mittlerweile zu spüren. Verrückt spielendes Wetter und neuartige Viren oder durch Wassermangel geschwächte und durch Parasiten geschädigte Nutzpflanzen sind nur ein Teil des Ganzen. Schon jetzt sind die Lebensgrundlagen vieler Menschen auf der Erde aufgrund des sich verändernden Klimas bedroht. Die Gesundheit und sogar das Leben der Menschheit stehen auf dem Spiel. Die Bundesärztekammer (BÄK) fordert daher die Politik auf, jetzt entschieden zu handeln.

Klimawandel bedroht Menschheit: BÄK fordert Politik auf, zu handeln

Hintergrund der Forderung der BÄK ist der neue "Lancet Countdown 2020", der jetzt erschienen ist. Im jährlichen Bericht von 38 führenden akademischen Institutionen und Organisationen der Vereinten Nationen wird ein Blick auf Klima und Gesundheit geworfen. Dazu erschienen ist ein wissenschaftliches Politikpapier für Deutschland. Die BÄK fungiert als Projektpartner, neben dem Institut für Epidemiologie des Helmholtzzentrums München die medi­zinische Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München, die Charité – Universitätsmedizin Berlin und das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung.

BÄK nennt 4 elementare Punkte

Auf vier Punkte aus dem Politikpapier weist die BÄK besonders hin:

  1. Die für Stärkung und Wiederaufbau der Wirtschaft nach der Coronapandemie eingeplanten Coronahilfen sollen genutzt werden, "um gleichzeitig auch etwas gegen die langfristige Klimakrise zu tun", erklärt Sabine Gabrysch, Professorin für Klimawandel und Gesundheit an der Charité und Abteilungsleiterin "Klimaresilienz" am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung.
  2. Mit der Ernährung könne jeder Bürger Einfluss auf das Klima nehmen. Laut Politikpapier ist die Nahrungsmittelproduktion für etwa ein Viertel der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich – dabei vor allem die Tierhaltung.
  3. In Europa sei außerdem der Verkehrssektor für rund ein Viertel der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Die BÄK fordert daher, die Verkehrspolitik konsequent auf Emissionsverringerung auszurichten und auf fußgängerfreundliche Straßen, Radwege und einen nutzerfreundlichen öffentlichen Personennahverkehr zu setzen. Diese seien zentral für Gesundheit und Klima. "Nicht-motorisierte Bewegung wirkt dem Klimawandel entgegen, senkt die Luftverschmutzung und fördert gleichzeitig die Gesundheit", fasst die BÄK dazu zusammen.
  4. Auch die Kommunen spielen den Autoren des Politikpapiers zufolge eine große Rolle, wenn es darum geht, Wirtschaft und Gesellschaft mit Blick auf Klimaziele zu verändern. Sie fordern: Umwelt- und Gesundheitseffekte müssten in Stadt- und Regionalplanung einbezogen werden.

Die Zeit zu handeln ist JETZT

Die Dringlichkeit des Themas Klimawandel und sein Einfluss auf Leib und Leben sei bei den Gesundheitsberufen angekommen. Doch Politik und Gesellschaft hätten durch die Coronapandemie erkannt, "wie dramatisch sich die Welt verändern kann", erklärt Martin Herrmann, Vorsitzender der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG), der am Bericht mitgewirkt hat. Er betont: "Ziele zu formulieren, reicht nicht aus – wir müssen handeln, jetzt."

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Die Auswirkungen des Klimawandels sind bereits spürbar: Waldbrände weltweit nehmen immer mehr zu und Wälder leiden unter Trockenheit und Schädlingsbefall. Auch um den deutschen Wald steht es schlimm, landesweit sterben Fichtenwälder ab. Und wenn der Meeresspiegel weiter steigt, könnte es diese Städte 2050 nicht mehr geben.

Die Politik muss zwingend handeln – sonst stehen auch weitere Pandemien irgendwann an der Tagesordnung. Doch auch jeder Einzelne von uns kann etwas tun. Forscher erklären: Was wäre eigentlich, wenn ... alle Menschen vegan wären? Doch auch im Kleinen lässt sich anfangen, etwa mit dem Befassen realistischer Lebensmittelpreise. Um Umweltschäden zu vermeiden: Raten Sie mal, was Milch eigentlich kosten müsste?

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