26.11.2020 - 11:11

Rekonvaleszenzplasma Blutplasma als Corona-Medikament? Studien sorgen für Enttäuschung

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Kann das Blutplasma genesener Corona-Patienten andere vor schweren Verläufen oder gar dem Tod schützen? Im Moment sieht es leider nicht so aus.

Foto: imago images/Rupert Oberhäuser

Kann das Blutplasma genesener Corona-Patienten andere vor schweren Verläufen oder gar dem Tod schützen? Im Moment sieht es leider nicht so aus.

Könnte das Blutplasma ehemaliger Corona-Patienten als Medikament genutzt werden? Zwei neue Studien liefern ernüchternde Ergebnisse…

Auch wenn es an der Impfstoff-Front gut aussieht, suchen Wissenschaftler weiterhin nach einem Medikament zur Behandlung von Covid-19: Schließlich hilft eine Impfung nur präventiv. Da jedoch nicht alle Menschen gleichzeitig und zeitnah geimpft werden können, ist davon auszugehen, dass es trotz Impfstoff auch in Zukunft noch viele Corona-Erkrankungen geben wird – mit teils schweren Verläufen. Als vielversprechendes Corona-Medikament galt das Blutplasma genesener Corona-Patienten, US-Präsident Donald Trump bezeichnete es sogar als "sehr historischen Durchbruch". Jetzt sieht es allerdings ganz so aus, als ob die Corona-Forschung hier einen Rückschlag hinnehmen muss…

Kann Blutplasma als Corona-Medikament funktionieren?

Große Hoffnungen wurden in der Corona-Forschung in die Behandlung von Patienten mit Rekonvaleszenzplasma gesetzt. Das bedeutet, dass ihnen das Blutplasma von Menschen verabreicht wird, die bereits an Covid-19 erkrankt waren und wieder genesen sind. Der Gedanke dahinter ist, dass die Antikörper, die sich im Blut der Genesenen gebildet haben, das Coronavirus attackieren und so die Heilung beschleunigen oder zumindest für einen weniger schweren Krankheitsverlauf sorgen. Leider legen verschiedene Studien jetzt allerdings nahe, dass die Plasma-Behandlung weitaus weniger effektiv ist, als zuerst angenommen wurde.

Diese Studien stellen die Wirksamkeit in Frage

Wie n-tv berichtete, hatten erst kürzlich zwei verschiedene Studien die Wirksamkeit von Rekonvaleszenzplasma in Frage gestellt. Sowohl eine im Oktober veröffentlichte Studie aus Indien als auch eine im November veröffentlichte Studie aus Argentinien konnten weder eine Verbesserung des Gesundheitszustands noch eine Verringerung der Sterblichkeitsrate bei Patienten beobachten, die mit dem Plasma behandelt worden waren.

Nichtsdestotrotz gibt es eventuell zumindest einen kleinen Lichtblick: Ventura Simonovich vom Hospital Italiano de Buenos Aires, der Leiter der argentinischen Studie, stellte in Aussicht, dass die Plasma-Behandlung, auch wenn sie bei schweren Fällen keine Wirkung zeige, eventuell bei weniger schweren Verläufen wirkungsvoll sein könnte. Dies ließ die Studie aus Indien vermuten: Im Verlauf dieser wurde festgestellt, dass Symptome wie Kurzatmigkeit und Erschöpfung nach der Plasma-Behandlung stärker zurückgingen.

Weitere Studien notwendig

Um mit Sicherheit sagen zu können, ob die Behandlung mit Blutplasma in der Corona-Bekämpfung wirkungsvoll eingesetzt werden kann, sind weitere Studien notwendig – und davon gibt es einige: In einem Beitrag, den das unabhängige Mediziner-Netzwerk Cochrane am 12. Oktober auf seiner Website veröffentlichte, wurde darauf hingewiesen, dass zu diesem Zeitpunkt noch ganze 98 weitere Studien zur Plasma-Behandlung liefen.

Obwohl Wissenschaftler auch an der Wirkung von synthetischen Antikörpern forschen, sieht es ganz so aus, als ob derzeit der Corona-Impfstoff trotz Nebenwirkungen nach wie vor der aussichtsreichste Ansatz der Corona-Bekämpfung ist.

Weitere Informationen und Neuigkeiten über das Coronavirus finden Sie auf unserer Themenseite. Wussten Sie, dass dieses Antidepressivum offenbar vor einem schweren Corona-Verlauf schützt? Bis Impfstoff und Medikamente zugelassen und verfügbar sind, müssen wir uns weiterhin an die Sicherheitsmaßnahmen halten. Das sind die neuen Corona-Regeln!

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