Aktualisiert: 21.11.2020 - 11:46

KN95 – mangelnde Qualität Vorsicht: Diese angeblichen FFP2-Masken schützen NICHT!

Sollten doch besseren Schutz bieten?! KN95-Masken sind leider oft mangelhaft – und werden manchmal fälschlich als FFP2-Masken verkauft. Doch die Zertifzierung stimmt nicht – und das kann gefährlich werden.

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Sollten doch besseren Schutz bieten?! KN95-Masken sind leider oft mangelhaft – und werden manchmal fälschlich als FFP2-Masken verkauft. Doch die Zertifzierung stimmt nicht – und das kann gefährlich werden.

Es ist zuweilen verwirrend. Man hört: FFP2-Masken schützen besser, helfen sogar dem Träger. Doch dann gibt es noch die KN95-Masken, die genauso aussehen und sogar unter der Bezeichnung FFP2 verkauft werden. Doch die Qualität ist eine ganz andere. Und das kann gefährlich werden.

Sie werden oft von Händlern als FFP2-Masken bezeichnet und verkauft, dabei fehlen ihnen die dafür notwendigen Zertifikate und die Qualität ist auch nicht immer die beste. Das kann im schlimmsten Fall sogar Infektionen begünstigen. Warum Sie keine KN95-Masken kaufen sollten.

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Gesundheitsgefahr: KN95 bedeutet nicht FFP2

Wer sich und andere derzeit noch besser vor dem Coronavirus schützen will, greift zuweilen auf die sogenannten FFP2-Masken zurück. Diese partikelfilternden Halbmasken dienen nämlich nicht nur dem Fremdschutz. Durch ihre Beschaffenheit und ihren recht passgenauen Sitz können sie sogar den Träger bis zu einem gewissen Grad schützen.

Doch FFP2-Masken sind teuer: Auch wenn sie nun älteren Menschen günstiger zur Verfügung gestellt werden sollen – der Verbraucher muss in der Apotheke etwa rund 4 Euro pro Maske zahlen. Dabei sind auch diese Masken nur für die einmalige Benutzung ausgelegt.

Eine kurze Suche im Internet macht da schnell Hoffnung für den Geldbeutel: Auf Amazon und Co gibt es günstige Alternativen, die KN95-Masken. Bei KN95 handelt es sich um die chinesische Kennung. Doch es gibt Unterschiede. Leider. Denn es kann gravierende Qualitätsunterschiede geben, die sogar die Gesundheit gefährden.

Das Problem: Träger fühlen sich sicherer als sie sind

Laut Dekra könnten rund 60 bis 80 Prozent der derzeit auf dem Markt erhältlichen Masken nicht die regelkonforme Zulassung aufweisen. "Die Käufer verlassen sich bei FFP2-Masken darauf, dass diese auch tatsächlich zum Eigen- und Fremdschutz geeignet sind", erklärt Rechtsanwalt Martin Bolm von der Wettbewerbszentrale gegenüber der Pharmazeutischen Zeitung.

Das Risiko an der Sache ist die vorgegaukelte Sicherheit, die aber möglicherweise nicht vorhanden ist. So geht Bolm davon aus, dass sich Träger aufgrund des vermuteten Schutzes sorgloser verhielten, etwa den empfohlenen Mindestabstand nicht einhielten.

Übrigens auch keine allzu gute Idee: Maske mehrfach tragen kann krank machen.

Masken oft wissentlich falsch gekennzeichnet

Das große Problem an der Sache ist: Oft werden solche KN95-Masken unzulässigerweise mit der Kennzeichnung FFP2 bedruckt oder im Internet zumindest so angepriesen. Die Wettbewerbszentrale warnt daher vor irreführender Werbung. FFP2-Masken müssen aber genau zertifiziert und baumustergeprüft sein.

Das sei bei KN95-Masken nicht der Fall, da in China andere Regeln gelten – und weil Händler sich aufgrund hoher Sonderzulassungspreise offenbar nicht immer an die Regeln halten. Es habe nämlich einen Schnelltest für solche Masken gegeben, damit sie überhaupt verkauft werden dürfen, aber Bolm kritisiert: "Anscheinend war den meisten Händlern dieser Schnelltest zu teuer, erst ein Händler konnte mir solch eine Sondererlaubnis vorzeigen." Und als FFP2-Masken dürften die Händler ihre Mund-Nasen-Bedeckungen auch mit dieser Sondererlaubnis nicht verkaufen – was sie aber tun.

Doch es gibt auch nicht nur chinesische Händler, die kritisiert werden. Die Wettbewerbszentrale klagt in Köln derzeit gegen einen deutschen Händler, der KN95-Masken falsch gekennzeichnet und als FFP2-Masken zum Verkauf geboten hatte – mit gefälschten Produktfotos mit CE-Kennzeichen.

Der Markt ist also undurchsichtig, derzeit wird viel geklagt. Sogar in Apotheken könnten falsch beworbene Masken gelandet sein. Die Wettbewerbszentrale empfiehlt daher allen Verkäufern, ihr Sortiment zu überprüfen.

Bundesregierung kaufte eine Milliarde teils mangelhafte Masken

Auch die Bundesregierung ist zu Beginn der Pandemie auf mangelhafte Masken aus China hereingefallen. Eine Prüfung mithilfe des TÜV Nord und des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) ergab Erschreckendes: Bis 12. August wurden "über 5400 Prüfverfahren mittels Checklisten-Prüfung und über 3000 Laborprüfungen durchgeführt. 20 Prozent der geprüften Masken bestanden die Checklisten-Prüfung nicht." Noch gravierender: 40 Prozent der im Labor geprüften Masken – fast ausschließlich partikelfilternde Halbmasken – bestanden nicht. Die Bundesregierung achte aber darauf, diese mangelhaften Masken nicht in Verkehr zu bringen.

Wie erkennt man mangelhafte FFP2- und KN95-Masken?

Wer nun FFP2-Masken erworben hat, kann diese relativ einfach überprüfen:

  • FFP2-Masken müssen eine CE-Kennung und eine vierstellige Nummer aufweisen.
  • Die vierstellige Nummer bezeichnet die zugelassene Prüfstelle und lässt sich im Internet überprüfen: in der NANDO-Datenbank.
  • Nach der Klasse (FFP2) folgt eine Leerstelle und dann ein Zusatz: NR für "nicht wiederverwendbar", R für "wiederverwendbar" oder D für "Dolomitstaubtest bestanden".
  • Nummer und Jahr der Veröffentlichung der Europäischen Norm müssen auf der Maske vorhanden sein.
  • Herstellername oder Marke, ebenfalls auf der Maske
  • Auf der Verpackung sollten zudem Angaben und Anschrift des Herstellers oder Inverkehrbringers verzeichnet sein.

In Deutschland gib es derzeit laut Zentralstelle der Länder für Sicherheitstechnik (ZLS) zwei Prüfstellen:

  • Dekra Testing and Certification GmbH – Prüfnummer 0158
  • Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) – Prüfnummer 0121

Zulässig sind in Deutschland aber auch Masken mit Prüfnummern anderer Prüfstellen aus dem Europäischen Binnenmarkt.

Wer ganz sicher gehen will, kann seine Masken auch hier überprüfen:

Hoffentlich sind die dann sicher und geprüft: Wird es bald Gratismasken für alle Risikopatienten geben? Es lohnt sich, hier genauer zu gucken – und auch bei FFP2-Masken und KN95-Masken auf die AHA-Regeln, insbesondere den Abstand, zu achte. Denn wahrscheinlich wird der Corona-Teil-Lockdown noch verlängert – und die Maskenpflicht ausgeweitet. Das Coronavirus – und damit die Masken – werden uns also noch eine ganze Zeit lang begleiten.

Wer sicher gehen will: Zwei Masken übereinander: Doppelter Schutz oder ausgemachter Quatsch?

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