20.11.2020 - 09:26

Disziplin über Monate Die zweite – nein, die DRITTE Welle droht!

Stefan Kluge ist Direktor der Klinik für Intensivmedizin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE). Er warnt vor einer dritten Corona-Welle in Deutschland.

Foto: imago images/Chris Emil Janßen

Stefan Kluge ist Direktor der Klinik für Intensivmedizin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE). Er warnt vor einer dritten Corona-Welle in Deutschland.

Während wie uns noch mit dem Leben unter der zweiten Corona-Welle arrangieren, sorgen sich Experten bereits um die dritte…

Deutschland reitet die zweite Corona-Welle. Durch Lockdown-Maßnahmen und Vorsicht hoffen wir, die Infektionszahlen so niedrig halten zu können, dass unser Gesundheitssystem nicht zusammenbricht. Doch was passiert, wenn wir es tatsächlich schaffen, die Zahl der Neuinfektionen genügend zu senken? Können wir dann aufatmen und die Zügel endlich wieder ein wenig lockerer lassen? Das ist fraglich. Experten rechnen bereits jetzt fest mit einer dritten Corona-Welle in Deutschland.

In diesem Fall kommt die dritte Corona-Welle

Stefan Kluge, Direktor der Klinik für Intensivmedizin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE), warnte gegenüber dem Hamburger Abendblatt bereits jetzt vor einer dritten Welle. Sollten die Zahlen in absehbarer Zeit tatsächlich wieder sinken und es zu Lockerungen kommen, befürchtet er, dass die Menschen wieder leichtsinniger werden. Die Folge dessen: ein "Jojo-Effekt". So schnell wie sie gesunken sind, würden die Zahlen auch wieder steigen – und schon wären wir mitten drin in Corona-Welle Nummer drei. Laut Stefan Kluge ist es wichtig, dass sich nun alle über Monate disziplinieren, auch wenn es schwerfalle. Als entscheidend sieht er das Infektionsgeschehen der nächsten 10 Tage.

Noch ist die Situation auf der Intensivstation des UKE laut Stefan Kluge unter Kontrolle. Sein beruhigendes Urteil: "Meiner Einschätzung nach wird in Deutschland niemand sterben wegen eines fehlenden Intensivbetts." Es gebe genügend Intensivbetten, Beatmungsgeräte und Monitore. Doch natürlich reichen Intensivbetten und Atmungsgeräte zur Behandlung nicht aus, es muss auch ausreichend medizinisches Personal, also Ärzte und Pflegekräfte, geben, das die Geräte bedienen kann und sich um die Intensivpatienten kümmert. Die Personalsituation gestaltet sich dem Direktor zufolge schon schwieriger.

Risikofaktor Winter: Corona-Wellen kaum miteinander vergleichbar

Stefan Kluge wies auch auf den Zusammenhang zwischen der Schwere der Corona-Pandemie und der Jahreszeit hin – denn die jetzige Situation ist mit der ersten Welle, die im Frühling ihr Hoch hatte und dann langsam abflachte, nur bedingt zu vergleichen. "Im Winter halten sich die Menschen angesichts der Temperaturen viel mehr drinnen auf", so Kluge. Da bewiesen ist, dass sich das Virus in geschlossenen Räumen weitaus schneller ausbreitet, wird die kalte Jahreszeit die Zahl der Neuinfektionen zusätzlich stark in die Höhe treiben.

Charité-Virologe Christian Drosten war in der Vergangenheit bereits mehrmals auf Argentinien zu sprechen gekommen. Das auf der Südhalbkugel der Erde gelegene Land durchlebte den Winter, als in Europa Sommer war. Trotz eines strengen Lockdowns war das Virus dort nur schwer einzudämmen gewesen. Es ist möglich, dass die Situation in Deutschland in diesem Winter ähnlich sein wird.

Mehr Neuigkeiten und Informationen zum Coronavirus finden Sie auf unserer Themenseite. Wussten Sie zum Beispiel, dass Corona-Patienten oft noch krank entlassen werden? Zum Glück gibt es auch gute Nachrichten: Die Impfstoffe kommen – und diese Herausforderungen mit ihnen! Und zu guter Letzt ist die Pandemie ja auch nicht das einzige Übel auf der Welt: Diese Krankheiten machen den Deutschen viel mehr Angst als Corona!

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