Aktualisiert: 22.11.2020 - 20:57

Nächtlicher Harndrang Darum sollten Sie abends nicht zu viel trinken!

Vor dem Schlafengehen noch ein Glas Wasser? Das ist eine schlechtere Idee als Sie denken.

Foto: iStock.com/Jun

Vor dem Schlafengehen noch ein Glas Wasser? Das ist eine schlechtere Idee als Sie denken.

Vor dem Schlafengehen noch schnell ein großes Glas Wasser, um hydriert zu bleiben? Die Idee ehrt, doch ist sie keine gute: Denn wer trinkt, muss auch irgendwann aufs Klo... und zwar nicht erst am nächsten Morgen.

Abends nicht viel trinken? Nein, wir reden ausnahmsweise nicht von Alkohol – auch wenn der Tipp für Hochprozentiges umso mehr gilt. Hier geht es aber um Wasser, Tee und andere Getränke, die sonst eigentlich sehr gesund sind. Es gibt aber Gründe, warum das Glas Wasser kurz vor dem Schlafengehen nicht die beste Idee ist.

Flüssigkeitsmangel: Trinken Sie genug?
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Wasser trinken vor dem Schlafengehen stört die Nachtruhe

Wer sowieso schon unter einer schwachen Blase leidet, kennt das Problem. Aber jeder von uns hatte sicher schon einmal die Situation, des Nachts plötzlich aufzuwachen und nur so Richtung Toilette zu rennen, oder? Der Grund ist meist, dass da vor dem Zubettgehen wohl noch großer Durst geherrscht hat.

Ganz schön nervig, vor allem dann, wenn man eigentlich gerade noch fest geschlafen hat und danach Einschlafprobleme auftreten. Aber genau das macht den nächtlichen Harndrang auch so ungesund. Wer regelmäßig nachts wach wird, schwächt damit nämlich sein Immunsystem. Und das wirkt sich nicht nur negativ aus in Zeiten einer Corona-Pandemie, sondern ist generell, ja, nicht gut. Schlafstörungen beeinflussen außerdem die Verdauung und, das haben viele bestimmt schon festgestellt, wirken sich auf bestimmte Hirnfunktionen aus. Wer sich morgens chronisch unausgeschlafen fühlt, ist etwa weniger konzentrationsfähig.

Nächtlicher Harndrang stört den Tiefschlaf

Es sind nämlich nicht die Stunden, die man in der Nacht zusammengezählt schläft – sondern vor allem die zusammenhängende Zeit. Denn wir brauchen im Schlaf immer eine gewisse Zeit, bis wir in die REM-Phase, die Tiefschlafphase kommen. In dieser Phase verarbeitet der Körper nicht nur das Erlebte, sondern regeneriert sich auch.

Ist der Harndrang aber nachts plötzlich stark, kann es sein, dass wir noch vor der Tiefschlafphase aus dem Schlaf gerissen werden und es entsprechend länger dauert, bis unser Körper wieder soweit ist – sollten wir dann überhaupt direkt wieder einschlafen.

Noch schlimmer, quasi teufelskreismäßig, wird es, wenn wir dann, nach dem nächtlichen Wasserlassen, auch noch auf die Idee kommen, direkt wieder nachzufüllen. So rückt der verdiente Tiefschlaf immer weiter in die Ferne – und wir wachen morgens wie gerädert auf.

Vorsicht bei Nykturie und Co: Probleme lieber ärztlich abklären

Häufiges nächtliches Wasserlassen kann aber auch zur Krankheit werden. Das nennt sich dann Nykturie. Darunter leiden mit steigendem Alter übrigens vermehrt Frauen. Und die Erkrankung kann durch die verminderte Erholung und damit verringerte Lebensqualität sogar zu Depressionen führen.

Wer plötzlich nachts häufiger auf die Toilette muss als gewohnt – vielleicht sogar ohne übermäßig viel getrunken zu haben –, sollte sich besser ärztlich untersuchen lassen. Dann könnten auch ernsthafte Krankheiten dahinter stecken, etwa Bluthochdruck. Haben Sie gleichzeitig plötzlich enorm viel Durst, könnte das auf Diabetes hinweisen. Oder es steckt eine Reizblase oder auch überaktive Blase dahinter.

Nächtliche Toilettenpausen vermeiden: So trinken Sie richtig

Sollten Sie aber feststellen, dass es wirklich nur an Ihrer Trinkgewohnheit liegt, lässt sich da natürlich was ändern:

  1. Experten raten dazu, etwa drei bis vier Stunden vor dem Zubettgehen nichts mehr zu trinken. Auch kein Wasser oder Tee.
  2. Stattdessen dann aber gleich nach dem Aufstehen ein großes Glas Wasser zu sich nehmen! Das hydriert den Körper wieder und gibt zudem einen echten Frischekick. Zudem ist der Magen dann erstmal gefüllt und das Abnehmen fällt mit Wasser am Morgen leichter – aber das nur so als Tipp nebenbei.
  3. Über den Tag verteilt dann bitte immer wieder Wasser oder ungesüßten Tee trinken, um einem Flüssigkeitsmangel entgegenzuwirken. Abends dürfen Sie übrigens trotzdem was trinken, wenn Sie Durst haben. Dann aber auf jeden Fall vor dem Schlafengehen nochmal erleichtern.

Fazit: Trinkzeiten helfen gegen gestörte Nachtruhe

Genügend Wasser trinken ist wichtig. Lebenswichtig. Doch man lernt nie aus: Auf die Zeiten kommt's an, damit der Flüssigkeitshaushalt sinnvoll gefüllt wird und andere Körperfunktionen nicht unter dem leiden, was eigentlich gesund ist. Also: Das letzte Glas Wasser lieber drei bis vier Stunden vor dem Schlafengehen trinken und nach dem Zähneputzen nochmal eben erleichtern... Das erleichtert dann auch die Nachtruhe – und Schlafstörungen haben weniger Chancen, Ihnen das Leben schwer zu machen.

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