Aktualisiert: 19.11.2020 - 09:35

Neue Studie aus Regensburg Verblüffend: Raucher erkranken weniger schwer an Corona!

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Den Glimmstengel anzünden zum Schutz gegen das Coronavirus? Eine Studie legt ähnliches nahe – doch der Schein trügt.

Foto: iStock.com/Dusan Ilic

Den Glimmstengel anzünden zum Schutz gegen das Coronavirus? Eine Studie legt ähnliches nahe – doch der Schein trügt.

Eine neue Studie legt nahe, dass Raucher womöglich mit milderen Corona-Symptomen zu kämpfen haben als Nichtraucher. Trotzdem sollte man nicht mit dem Paffen anfangen. Die Gründe:

Regensburger Forscher haben entdeckt, dass Zigaretten womöglich gar nicht so ein Risiko in der Coronavirus-Pandemie darstellen wie bisher angekommen: Demnach scheinen Raucher bis zu einem gewissen Punkt vor dem Coronavirus geschützt zu sein. Dies geht aus einer neuen Studie hervor, von der der Sender RTL berichtet. Daten von 1.084 Corona-Fällen aus dem Landkreis und der Stadt seien demnach in die Studie eingeflossen.

Raucher und Corona: Kürzere Erkrankung, mildere Symptome?

50 von 417 wieder genesene Personen gaben demnach in Telefoninterviews an, Raucher zu sein. Durchschnittlich zeigten die Raucher demnach deutlich kürzere Corona-Symptome. Auch Atemstörungen, Störungen des Geruchs- und Geschmackssinns, Erkältungen und weitere Symptome seien weniger ausgeprägt als bei Nichtrauchern gewesen. Ebenso sei die Dauer einer Erkrankung im Schnitt kürzer ausgefallen. Die Zusammenhänge müssen allerdings noch genauer untersucht werden.

Einen möglichen Grund für die Angaben der Befragten sieht der an der Studie beteiligte stellvertretende Sachgebietsleiter für Infektionsschutz und Hygiene beim Gesundheitsamt Regensburg, Dr. Benedikt Lampl, laut dem Bericht darin, dass Raucher oftmals mit Raucherhusten zu kämpfen haben. Darum könne es etwa sein, "dass ein zusätzlicher Husten durch eine entsprechende Infektion in der eigenen Wahrnehmung gar nicht so ins Gewicht fällt, insbesondere dann, wenn er nur leicht ausgeprägt ist".

Kurios: Ist Rauchen jetzt auf einmal gesund?

Bereits im April hatte eine französische Studie für Aufsehen gesorgt. Forscher hatten vermutet, dass Nikotin dabei helfen könnte, die Vermehrung von Coronaviren zu bremsen. Das Nervengift habe womöglich sogar eine schützende Wirkung. Obwohl rund 25 Prozent der französischen Bevölkerung zu diesem Zeitpunkt Raucher waren, griffen damals nur etwa fünf Prozent der Corona-Erkrankten in einem Pariser Krankenhaus regelmäßig zum Glimmstängel.

Dabei gelten Raucher sonst weitgehend als mögliche Risikopatienten, wenn es um das Coronavirus geht. "Die Frage, ob man quasi zum Raucher werden sollte, um sich vor einer Covid-Infektion zu schützen, kann man als Mediziner nur nachdrücklich mit NEIN beantworten", erklärt Lampl laut dem Sender. Zahlreiche Schadstoffe werden beim Rauchen aufgenommen, der Körper wird anfälliger für Krankheiten, es kann zu schlimmen Folgeerkrankungen kommen. Generell besitzen Raucher im Regelfall eine kürzere Lebenserwartung als Nichtraucher.

Nein, Sie sollten jetzt nicht mit dem Rauchen anfangen!

Experten warnten auch im April schon eindringlich davor, nun mit dem Rauchen anzufangen – unter anderem weil andere Studien, etwa aus Kanada, Nikotin als mögliches Einfallstor für Coronaviren sehen. Die schädlichen Begleiterscheinungen des Rauchens übertreffen zudem die möglicherweise schützende Wirkung, sind sich quasi alle Wissenschaftler einig. "Fangen Sie bloß nicht mit dem Rauchen an", erklärte auch Jean-Francois Delfraissy (72), Präsident des "Conseil scientifique Covid-19", der die französische Regierung berät, im Gespräch mit "France Info".

Der bessere Schutz gegen das Coronavirus ist es, wie bei allen anderen Erkrankungen: Gesunde Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Dazu gehört auch der Rauch-Stopp. Denn die Gefahren, die vom Rauchen ausgehen, sind insgesamt gesehen schon so hoch, dass auch eine eventuell schützende Wirkung gegen Coronaviren schnell zur Nebensache wird. Lungenkrankheiten etwa steigern generell das Risiko schwerer Corona-Verläufe. Einmal geschädigt, kommt die Lunge nicht mehr so gut mit Erregern klar. COPD ist da nur als ein Risiko zu nennen. Sollte Rauchen tatsächlich einen gewissen Schutz geben, verpufft der also schnell im Angesicht der durchs Rauchen entstehenden anderen schweren Erkrankungen.

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