13.11.2020 - 09:35

"Cluster 5" Mutiertes Coronavirus in Dänemark – wie besorgniserregend ist es?

In Dänemark ist eine mutierte Form des Coronavirus aufgetreten. Wie besorgniserregend ist diese Entwicklung?

Foto: iStock.com/Bertrand Blay

In Dänemark ist eine mutierte Form des Coronavirus aufgetreten. Wie besorgniserregend ist diese Entwicklung?

Eine Virusmutation, das Cluster-5-Virus mit Veränderungen im Oberflächenprotein, hat Dänemark ergriffen. Eine besorgniserregende Entwicklung während der Corona-Pandemie, die auch Virologe Christian Drosten betrachtete.

Bezüglich de Coronavirus-Pandemie schaut die Welt gerade besonders nach Nordeuropa. In Dänemark wurde bei Nerzen ein mutiertes Coronavirus entdeckt, dass auch auf den Menschen übergehen kann. Aussagen des dänischen Mikrobiologen Hans Jörn Kolmos wie "Dänemark könnte ein neues Wuhan werden" gegenüber der dänischen Zeitung "Jydske Vestkysten" schüren nun Ängste. Doch wie besorgniserregend ist das mutierte Coronavirus in Dänemark? Virologe Christian Drosten äußerte sich dazu.

Darum schützt die AHA+L+C-Formel
Darum schützt die AHA+L+C-Formel

Beunruhigende Entwicklung: Mutiertes Coronavirus in Dänemark

Während wir in Deutschland unsere Infektionszahlen nicht in den Griff bekommen, hat Dänemark nun noch ein anderes Problem. Dort wurde bei Nerzen mehrerer Zuchtfarmen festgestellt, dass das Coronavirus mutiert ist und dass die Übertragung des Virus von den Tieren auf den Menschen möglich ist. Bereits 214 Menschen (Stand 12.11) haben sich mit den fünf nachgewiesenen Mutationen angesteckt. Zwölf dieser Ansteckungen beruhen auf der Mutation "Cluster 5", die von Virologen als die gefährlichste gesehen wird und die die Gefahr birgt, dass künftige Impfstoffe ihre Wirkkraft einbüßen könnten.

Daraufhin wurde in Dänemark die Notschlachtung aller Nerze angeordnet und die Tötung der Tiere hatte bereits begonnen, bis festgestellt wurde, dass dieser Vorgang nicht rechtens ist. Nur die Tötung der Nerze auf infizierten Farmen sei zulässig gewesen, nicht aber die Keulung der Tiere in Zuchtbetrieben, die nicht betroffen sind. Wie es bei der Tötung der Nerze in Dänemark weitergeht, weiß derzeit niemand.

Schlechtere Vermehrung des Virus in menschlichen Zellen

Was bleibt, ist auch die Angst vor der Ausbreitung des mutierten Coronavirus, dass sich scheinbar eine Erhöhung der Bindekraft zugelegt hat. Doch Virologe Christian Drosten erklärte im NDR Podcast "Coronavirus Update", warum eine verbesserte Bindung nicht unbedingt ein schlimmeres Infektionsgeschehen bedeuten muss: "Das klingt, als hätte sich das Virus verbessert. Aber das kann auch ein Trugschluss sein. Eine verbesserte Bindung ist nicht immer eine effizientere Bindung für die gesamte Infektion. Denn so ein Virus muss im Rahmen der Infektion auch den Rezeptor mal wieder loslassen können." Da gebe es also ein Optimum, erklärt er weiter: "Es heißt nicht: Je besser die Bindung, desto besser die Infektion, sondern es gibt so einen Optimum-Bereich. Wir können vielleicht auch sagen, das Virus hat durch diese Mutation vielleicht seinen Optimum-Bereich verlassen und würde deswegen wahrscheinlich eher ein bisschen schlechter in menschlichen Zellen vermehren."

Zudem verweist der Virologe auf ein in Dänemark veröffentlichtes Arbeitspapier, aus dem hervorgeht, dass das Virus sich in menschlichen Zellen schlechter wächst als in denen des Nerzes. Schon mal eine positive Beobachtung, die der Besorgnis der Verbreitung des mutierten Coronavirus im Menschen entgegensetzt werden kann.

Quellen: Handelsblatt, NDR Podcast Coronavirus-Update

Mehr zum Coronavirus erfahren Sie auf unserer Themenseite. Beispielsweise lesen Sie dort auch, dass es in Nordrhein-Westfalen Corona-Weihnachtsferien gibt.

Tolle Empfehlungen zur Adventszeit

Tolle Empfehlungen zur Adventszeit

Beschreibung anzeigen
Eine Marke der FUNKE Mediengruppe