Aktualisiert: 27.11.2020 - 06:06

Der Erkältung einen Schritt voraus Oje, der Hals kratzt: So stärken Sie jetzt Ihre Abwehr- und Selbstheilungskräfte!

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Oh nein, bitte keine Erkältung! Was hilft, wenn das erste Kratzen im Hals auftritt und wie sich der Infekt noch aufhalten lässt, lesen Sie hier.

Foto: iStock.com/AaronAmat

Oh nein, bitte keine Erkältung! Was hilft, wenn das erste Kratzen im Hals auftritt und wie sich der Infekt noch aufhalten lässt, lesen Sie hier.

Winterzeit ist Erkältungszeit. Gerade in dieser Erkältungssaison bereiten schon leichte Symptome eines Infekts aber schnell Unbehagen. Wer beim ersten Kratzen im Hals schnell reagiert, kann die Selbstheilungskräfte des Körpers oft noch rechtzeitig aktivieren – und zwar so:

Es kitzelt und kratzt im Hals – aber umgebende Mitmenschen reagieren schnell mit erschrockenen Blicken, wenn man jetzt anfängt zu husten. Eine unangenehme Situation – dabei sind solche ersten Erkältungssymptome zur kalten Jahreszeit nichts Ungewöhnliches.

Doch es ist ja eigentlich verständlich, wenn sich alle umdrehen, sobald jemand niest: Niemand möchte sich mit möglicherweise gefährlichen Viren oder Bakterien anstecken. Betroffene empfinden diese Stigmatisierung als schmerzlich, auch wenn die Gründe nachvollziehbar sind. Also schnell handeln.

Erkältung abschwächen? Bei ersten Anzeichen Abwehrkräfte aktivieren

Das erste Anzeichen einer sich anbahnenden Erkältung ist meist ein leichtes Kratzen im Hals. Manchmal kribbelt die Nase, vielleicht läuft sie schon. Andere merken den aufkommenden Effekt an Kopfschmerzen, anderen pocht der Kiefer schmerzhaft. Der Gedanke, der wohl allen in den Kopf schießt: “Jetzt bloß keine Erkältung!”

Die gute Nachricht? Es gibt es tatsächlich, dieses kleine Zeitfenster, in dem Sie noch handeln und der aufkeimenden Erkältung ein Schnippchen schlagen können: Jetzt ist die Zeit, die körpereigenen Abwehr- und Selbstheilungskräfte zu aktivieren und den Körper insoweit zu unterstützen, dass der Infekt gar nicht erst richtig ausbrechen kann.

Erkältungsablauf verstehen: Was hilft wann?

Um den richtigen Zeitpunkt für diese Immun-Unterstützung zu finden, müssen wir aber erst einmal verstehen, wie eine Erkältung überhaupt abläuft:

  1. Die Infektion: Rund 200 verschiedene Virenarten können Erkältungen auslösen, die am häufigsten auftretenden sind die Rhinoviren. Alle Erreger haben aber eines gemeinsam: Sie übertragen sich durch Schmier- oder Tröpfcheninfektion. Das Risiko der ersteren können wir mit guter Handhygiene schon einschränken. Bei zweiterer liegt das Problem aber sozusagen in der Luft: Erkältungsviren gelangen beim Husten oder Niesen in die Umgebung – und können von Gesunden eingeatmet werden.
  2. Die Inkubationszeit: Jetzt brauchen die eingeatmeten Viren erst einmal eine gewisse Zeit, um sich im Körper auszubreiten und sich dort zu vermehren. Die Zeit, bis die ersten Symptome auftreten, nennt sich Inkubationszeit. Bei Erkältungen beträgt sie in der Regel rund zwei, manchmal auch bis zu acht Tage.
  3. Die ersten Symptome: Setzen sich die Viren langsam durch, treten die ersten Symptome auf. Neben dem ersten Halskratzen sind häufig schnell auch leichte Abgeschlagenheit und möglicherweise schon milde Kopfschmerzen spürbar. Jetzt kommt’s darauf an: Abwenden lässt sich die Erkältung manchmal noch mit einem Komplexmittel aus der Apotheke. Hausmittel, etwa ein Tee mit Honig, können das Wohlbefinden zusätzlich steigern.
  4. Die Akutphase: Manchmal passiert es aber doch und die Erkältung schlägt voll zu: Verstopfte Nase, Halsschmerzen, Kopf- und Gliederschmerzen, vielleicht sogar leichtes Fieber. Jetzt wichtig: Ruhe und viel Schlaf gönnen! Neben einer medikamentösen Therapie können nun auch Hausmittel wie Hühnersuppe unterstützen.
  5. Die Erkältung klingt ab: Nach rund drei Akuttagen ist das Schlimmste meist überstanden, gesund ist man aber noch nicht. Der erst trockene Reizhusten wandelt sich jetzt langsam in einen festsitzenden Husten, bei dem sich nach und nach Schleim aus den Atemwegen löst. Noch immer gilt: Ruhe halten, sich nicht unnötig belasten.
  6. Endlich wieder fit: Auch, wenn Sie sich bereits wieder richtig gut fühlen: Überstürzen Sie jetzt nichts. Ihr Körper muss schließlich erstmal wieder zu Kräften kommen.

So geht’s weiter: Vorbeugen ist die beste Medizin

Wenn draußen alles schnieft, kann es bei der Masse an Erkältungsviren da draußen allerdings schnell mal vorkommen, dass man kurze Zeit später schon wieder krank wird. Ein wenig vorbeugendes Verhalten schadet daher nicht.

Der beste Tipp ist: Egal, was Sie tun, denken Sie an Ihr Immunsystem. Und das bleibt auch in Herbst und Winter am besten stark und auf Zack, wenn Sie auf gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung an der frischen Luft achten. Zigaretten und Alkohol lassen Sie lieber links liegen, die belasten den Körper nur.

Und eines können wir uns aus der Corona-Zeit auch für kommende Erkältungszeiten mitnehmen: Hände waschen, Abstand halten, Maske tragen und Lüften schützt nicht nur vor Coronaviren – sondern auch vor Rhinoviren und Co.

Noch mehr Ratgeber und Tipps zum Thema finden Sie auf unserer Themenseite #JetztbloßkeineErkältung.

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Quellen:

  • Doerr, H.W. & Gerlich, W.: Medizinische Virologie: Grundlagen, Diagnostik, Prävention und Therapie viraler Erkrankungen, 2.Auflage, Georg Thieme Verlag, 2009
  • Suttorp, N.: Infektionskrankheiten: verstehen, erkennen, behandeln, 1. Auflage, Georg Thieme Verlag, 2003
  • Heikkinen T., Järvinen A. The common cold. Lancet, 2003; aufgerufen am 20.11.2020

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