15.12.2020 - 18:10

Eine Übersicht Erkältung, Grippe oder Coronavirus? So unterscheiden sich die Symptome

Erkältet, ist es die Grippe oder Corona? Um sich und andere zu schützen, sollten Sie sich ärztlich beraten lassen. Wichtig: Zunächst telefonisch!

Foto: Getty Images/Tom Merton

Erkältet, ist es die Grippe oder Corona? Um sich und andere zu schützen, sollten Sie sich ärztlich beraten lassen. Wichtig: Zunächst telefonisch!

Derzeit sind viele Menschen schon durch ein Niesen verunsichert. Neben der üblichen Erkältungs- und Grippesaison haben wir es immer noch mit dem neuen Coronavirus zu tun. Welche Symptome sich ähneln und worin sich die Krankheiten unterscheiden.

Husten, Niesen, Schniefen und Halsschmerz – Erkältungslaute und -symptome sind zu dieser Jahreszeit nichts Ungewöhnliches und gehören genauso dazu, wie Plätzchen, Lebkuchen und Adventslichter. Aber neben Erkältungs- und Grippeviren hält uns derzeit noch ein ganz anderes Virus in Atem. Und die Frage, ob das erste Kratzen im Hals, der Hustenreiz oder die triefende Nase "nun doch Corona", einen grippalen Infekt oder eine Grippe zur Ursache haben, beschäftigt sicher derzeit sehr viele Menschen. Das sorgt nicht nur für Unsicherheit bei den Betroffenen. Auch die Menschen im Umfeld geraten bei jedem Niesen schnell in Sorge. Tatsächlich ähneln sich einige Symptome der Krankheiten, obwohl ganz unterschiedliche Virenarten der Auslöser sind. Für den besseren Überblick hilft eine Übersicht: So unterscheiden sich die Symptome von Erkältung, Grippe und Coronavirus.

Wie unterscheide ich eine Erkältung von einer Grippe und dem Coronavirus?

In der aktuellen Pandemie-Situation herrscht bei vielen Menschen große Verunsicherung. Sei es bei eigenen Symptomen oder denen eines Familienmitglieds. Was gilt als eine harmlose Erkältung, wann handelt es sich um eine Grippe, wie sehen die Symptome aus, wenn ich mich mit dem Coronavirus infiziert habe und wann muss ich zum Arzt? Die folgende Übersicht soll dabei für etwas mehr Klarheit sorgen.

Erkältung – die Symptome

Erwachsene erkranken im Schnitt zwei- bis viermal pro Jahr an einer Erkältung, auch grippaler Infekt genannt. Auslöser können über 200 verschiedene Virustypen sein. Bei ca. 40 Prozent der Erkrankungen sind Rhinoviren verantwortlich. Bei einer Erkältung sind hauptsächlich die Atemwege und ihre Schleimhäute betroffen. Symptome, die typischerweise auftreten sind:

• Allmählicher Krankheitsverlauf
• Husten
• Schnupfen
• Heiserkeit
• Kopfschmerzen
• Rachenentzündung (Kratzen im Hals, Schmerzen beim Schlucken)

Grippe – die Symptome

Bei einer Grippe, oder auch Influenza, ist typischerweise der gesamte Körper betroffen. Ausgelöst wird sie durch Influenzaviren, die sich jedes Jahr verändern und so den Menschen jede Saison in verschiedenen Variationen zu schaffen machen. Typische Symptome sind:

• plötzlicher Erkrankungsbeginn
• Fieber
• Laufende Nase
• Husten
• Halsschmerzen
• Muskel- und/oder Kopfschmerzen
• allgemeine Schwäche
• Schweißausbrüche

Coronavirus – die Symptome

Das Coronavirus heißt offiziell SARS-CoV-2 und die Erkrankung, die es auslöst, wird als Covid-19 (Corona Virus Disease 2019) bezeichnet. Laut RKI kann diese anfangs sogar ohne Symptome verlaufen. In den meisten Fällen treten folgende Symptome auf:

• Die Coronavirus-Infektion verschlimmert sich eher langsam über Tage
• Trockener Husten
• Fieber
• Schnupfen
• Atemnot
• Muskel- und Gelenkschmerzen
• Hals- und Kopfschmerzen

Seltener berichten Betroffene über Übelkeit, Bauchschmerzen, Durchfall, Bindehautentzündung, Lymphknotenschwellung und Benommenheit (Somnolenz). Hingegen sehr häufig, also richtig typisch für eine Covid-19-Erkrankung ist die vorübergehende Beeinträchtigung von Geruchs- und Geschmackssinn.

Wie muss ich mich verhalten, wenn ich mich mit Corona infiziert habe?

Das RKI hat eine Orientierungshilfe für Bürgerinnen und Bürger aufgesetzt, wie sich Betroffene idealerweise verhalten können, um möglichst wenige Mitmenschen anzustecken und zu gefährden.

  • Telefonisch beraten lassen: Wer den Verdacht hat, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben, sollte am besten beim Hausarzt, dem ärztlichen Bereitschaftsdienst (bundesweit 116 117) oder dem nächsten Gesundheitsamt anrufen. Gehen Sie auf keinen Fall einfach in die Praxis oder ins Krankenhaus – es besteht die Gefahr, dass Sie andere anstecken.
  • Ärztlichen Anweisungen folgen: Die ärztliche Beurteilung Ihrer Situation entscheidet über eine ambulante oder stationäre Behandlung sowie ob ggf. ein Labortest auf das Virus SARS-CoV-2 erfolgt und das zuständige Gesundheitsamt informiert wird.
  • Nach ambulantem Test das Ergebnis abwarten: Wenn Sie positiv auf das Coronavirus getestet wurden, aber keine oder nur leichte Krankheitszeichen zeigen, können Sie die Infektion auch zu Hause auskurieren. Im häuslichen Umfeld müssen Sie sich an bestimmte Verhaltensregeln halten, um Familienmitglieder vor einer Ansteckung zu schützen. Beispielsweise bleiben Sie, wann immer möglich, allein in einem gut belüftbaren Einzelzimmer. Weitere Hinweise können der Orientierungshilfe des RKI entnommen werden. Wann Sie nach Genesung die Isolierung wieder verlassen dürfen, entscheidet das Gesundheitsamt.

Maßnahmen, die bei allen drei Erkrankungen hilfreich sind

Übertragen werden sowohl Erkältungen, die Grippe als auch das Coronavirus hauptsächlich durch Tröpfcheninfektionen. Dazu muss der Erkrankte einen anderen Menschen anhusten, anniesen oder beim Sprechen anspucken.

Abstand halten und Hände weg: Die genannten Übertragungsarten können über eine Distanz von einem Meter erfolgen. Wer einen Tropfen ins Auge bekommt oder einatmet, hat sich möglicherweise infiziert. Ein weiterer Teil der Ansteckungen erfolgt allerdings über Handkontakt. Daher sollten wir derzeit noch auf das traditionelle Händeschütteln dringend verzichten.

Mund-Nasen-Schutz tragen: Eine Schutzmaske verringert die Anzahl der Keime, die ein Erkrankter in der Umgebung verbreitet. Dafür sollten Sie unbedingt vor dem Anlegen darauf achten, sich die Hände gewaschen zu haben. Die Alltagsmaske sollte zudem Mund und Nase vollständig bedecken und an den Rändern möglichst eng anliegen.

Hände waschen: Die Hände gelten als starker Überträger von ansteckenden Infektionskrankheiten. Regelmäßiges und gründliches Händewaschen schützt, wenn es ca. 20 bis 30 Sekunden dauert. Dabei müssen sowohl Handinnenflächen als auch Handrücken, Fingerspitzen, Fingerzwischenräume und Daumen eingeseift werden. Denken Sie auch an die Fingernägel.

Lüften: Mit dem richtigen Lüften von Innenräumen – wie Büros und Wohnungen – kann das Risiko einer Ansteckung mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 über Aerosole verringern werden. Als Faustregel empfiehlt das Umweltbundesamt das Stoßlüften für im Schnitt mindestens 10 bis 15 Minuten. Als noch effektiver gilt das Querlüften bzw. Querstromlüften. Hierbei wird über geöffnete gegenüberliegende Fenster und/oder Türen gelüftet. Bei dieser sehr effektiven Lüftungsmethode wird die Luft im Raum meist binnen weniger Minuten vollständig ausgetauscht.

Ein wichtiger Hinweis: Diese Übersicht soll eine erste Orientierung sein, ersetzt aber keinesfalls das Arztgespräch. Denn allein anhand der Symptome ist eine Infektion mit dem Coronavirus nicht zu erkennen. Wirkliche Sicherheit bietet nur ein Test.

Noch mehr Ratgeber und Tipps zum Thema finden Sie auf unserer Themenseite #JetztbloßkeineErkältung.

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Quellen:
Robert-Koch-Institut
Bundesministerium für Gesundheit
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
Auftritt des Bundesgesundheitsministeriums zusammen mit RKI und BZgA

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