Aktualisiert: 13.12.2020 - 09:41

Ernst nehmen Erkältung im Alter – darauf sollten Sie achten

Erkältungen können ältere Menschen besonders belasten. So kann das eigene Immunsystem unterstützt werden.

Foto: iStock.com/RealPeopleGroup

Erkältungen können ältere Menschen besonders belasten. So kann das eigene Immunsystem unterstützt werden.

Ältere Menschen können heftiger und länger unter Erkältungen leiden. Was dahintersteckt und wie das eigene Immunsystem unterstützt werden kann.

Erkältungen sind immer unangenehm und belastend. Doch während sie in der Jugend und bei jungen Erwachsenen in der Regel auch schnell wieder vorübergehen, sieht das mit zunehmendem Alter schon anders aus. Gerade zurzeit sorgen sich daher vor allem unsere Eltern und Großeltern, sich womöglich anzustecken. Denn: Erkältungen im Alter können weit heftiger ausfallen und auch gefährlich werden. Was dahintersteckt und wie ältere Menschen ihre eigenen Abwehr- und Selbstheilungskräfte wappnen sowie auch eine Erkältung leichter durchstehen können, erfahren Sie hier.

Worauf bei Erkältungen im Alter zu achten ist

“Drei Tage kommt er, drei Tage steht er, drei Tage geht er.” Diese Volksweisheit über die Dauer eines Schnupfens stimmt sicher häufig. Doch nicht jede Erkältung wird so leicht und problemlos überstanden. Erst recht nicht, wenn man die 60 schon überschritten hat. Denn mit zunehmendem Alter wird das Immunsystem schwächer.

Das alternde Immunsystem

So wie der Mensch altert auch dessen Immunsystem, es wird schwächer und träge. Beispielsweise können sich Schleimhäute immer schlechter regenerieren und somit ist schon eine der ersten Schutzbarrieren des Körpers durchlässiger für Erreger. Auch werden weniger Abwehrzellen produziert und die vorhandenen verlieren an Schlagkraft. Bei jüngeren Menschen reagiert das Immunsystem auf die ständigen Veränderungen der Viren der Saison unter anderem mit einem Vorgang, der als „somatische Hypermutation“ bezeichnet wird. US-Forscher an der University of Chicago konnten nachweisen, dass diese Fähigkeit im höheren Alter nachlässt und die Abwehrzellen weniger variabel reagieren.

Hinzu kommt, dass bei vielen der älteren Semester bereits verschiedene Vorerkrankungen vorliegen, wie beispielsweise Altersdiabetes (Diabetes mellitus Typ 2) oder eine Herzschwäche. Da leistet das Immunsystem bei einer Erkältung regelrechte Schwerstarbeit, um die eindringenden Viren zu bekämpfen. Zu heftigen Komplikationen kann es kommen, wenn bei Fieber und wenig Trinken ein regelrechter Flüssigkeitsmangel auftritt.

Erkältungen am besten vorbeugen

Idealerweise versuchen Senioren Infekten aus dem Weg zu gehen, indem sie ihrem Immunsystem selbst kräftig unter die Arme greifen. Regelmäßige Bewegung sowie eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung sind da sehr gute Maßnahmen. Auch häufiger die Hände zu waschen, trägt dazu bei, sich vor Erkältungsviren zu schützen.

Übrigens: Neben den Erkältungsviren schwirren derzeit auch jede Menge Grippe-Erreger umher. Menschen ab 60 Jahren empfiehlt die Ständige Impfkommission am Berliner Robert-Koch-Institut (Stiko) besonders die Grippe-Impfung. Wichtig zu wissen: Ältere Menschen können mit einer Impfung ihr Erkrankungsrisiko halbieren und auch eine Erkrankung verläuft bei Geimpften milder.

Anbahnende Erkältungen noch rechtzeitig abwehren

Sind bereits erste Anzeichen einer Erkältung zu spüren, kann diese häufig noch im Keim erstickt werden. Schon bei bei einem leichten Kratzen im Hals heißt es dann, schnell gegenzusteuern. Dafür sind in der Apotheke natürliche Komplexmittel rezeptfrei erhältlich.

Was tun, wenn die Erkältung da ist?

Doch nicht immer lassen sich die Erreger abwehren. Senioren mit Erkältungssymptomen sollten auch den Gang zum Arzt nicht scheuen. Mögliche Komplikationen können mit ärztlicher Beratung und einer vielleicht notwendigen medikamentösen Behandlung vermieden werden.

Um möglichst schnell wieder auf die Beine zu kommen und den Verlauf einer Erkältung abzumildern, kann auch selbst einiges getan werden:

  • Ausruhen: Mit einem grippalen Infekt ist sich vor allem erst einmal Ruhe zu gönnen und Schonung angesagt. So kann der Körper sich auf die Abwehr der Viren konzentrieren.
  • Ganz viel trinken: Eine verminderte Flüssigkeitszufuhr und mögliches Fieber mit starkem Schwitzen können zu einem Austrocknen des Körpers führen. Je nach Ausmaß kann dies auch zu Teilnahmslosigkeit, starken Verwirrtheitszuständen, Abfall des Blutdruckes und schließlich zum Schock führen.
  • Zeit für Vitamine & Co: Die gesamte Immunantwort des Körpers benötigt ein großes Reservoir an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen, die mit der Nahrung täglich aufgenommen werden müssen. Nährstoffarme Leckereien, ob süße Schokolade oder herzhaftes Fast Food, trösten vielleicht kurz die Seele, doch um den Körper bestmöglich zu unterstützen, sind Obst und Gemüse die weitaus besseren Partner.
  • Ausreichend Schlaf: Während einer Erkältung lassen die zahlreichen Symptome die Erkrankten schlecht schlafen. Insbesondere im Alter sind Schlafstörungen ein größer werdendes Thema. Doch gerade bei grippalen Infekten ist es besonders wichtig, zur Ruhe und in den Schlaf zu finden. Eine Studie der Universität Tübingen konnte nachweisen, dass ausreichender Schlaf die Effizienz der Immunantwort deutlich erhöht. Inhalieren und ätherische Öle, aber auch Entspannungstechniken können helfen, nachts genügend Schlaf zu bekommen.
  • Bewegung: Sobald der Krankheitszustand es zulässt, ist es für den Körper wichtig, wieder in Bewegung zu kommen. Denn langes Liegen schwächt auch die Atemmuskulatur. Und je flacher der Atem, desto weniger füllen sich die Lungen mit sauerstoffreicher Luft. Zunächst kann beispielsweise zum Essen das Bett verlassen werden, um es am Tisch zu sich zu nehmen. Im weiteren Verlauf helfen kurze Spaziergänge dabei, wieder ganz gesund zu werden. Aufs Rauchen dringend verzichten, damit die Atemwege nicht noch zusätzlich belastet werden!

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Welche davon beherzigen Sie bereits? So werden Sie steinalt – Länger leben mit diesen 11 Tipps.

Noch mehr Ratgeber und Tipps zum Thema finden Sie auf unserer Themenseite #JetztbloßkeineErkältung.

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