Aktualisiert: 06.11.2020 - 20:57

Zum Schutz vor Infektionen Lüften gegen Corona: Wann und wie lange?

Unterricht und Arbeit bei offenem Fenster: So wird der Winter in Deutschlands Innenräumen wohl aussehen. Wann und wie lange zum Schutz gegen das Coronavirus geöffnet werden muss? Um das herauszufinden, gibt's einiges zu beachten.

Foto: imago images / imagebroker

Unterricht und Arbeit bei offenem Fenster: So wird der Winter in Deutschlands Innenräumen wohl aussehen. Wann und wie lange zum Schutz gegen das Coronavirus geöffnet werden muss? Um das herauszufinden, gibt's einiges zu beachten.

Fenster auf! Diesen Winter wird es in deutschen Klassenzimmern und anderen Räumlichkeiten mit vielen Personen kalt. Warum? Lüften gegen Corona ist angesagt. Und das geht so:

Alle reden vom Lüften. Lüften ist, wenn man einen Briten fragt, wohl eine der Lieblingsbeschäftigung der Deutschen. Schon früher gehörte das Stoßlüften zum Alltag in deutschen Haushalten dazu. Jetzt wird es einmal mehr wichtig. Sogar noch wichtiger für unsere Gesundheit, als es sowieso schon ist. Doch wie lüftet man in Corona-Zeiten richtig – und wann?

Wie und wann lüften zum Corona-Schutz?

Den ganzen Tag lüften geht vielleicht im Sommer. Im Winter, wenn es draußen ungemütlich und/oder knackig kalt wird, ist das so eine Sache. Und trotzdem wird es uns derzeit immer wieder vorgebetet. Sogar in der AHA-Formel hat das Lüften jetzt seinen eigenen Platz bekommen, die Formel wurde kurzerhand erweitert in AHA+L (und +C, wenn man die Corona-Warn-App noch dazuzählt). Zum Glück gibt es da so ein paar kleine Tricks, mit denen Sie einerseits so lüften, dass das Infektionsrisiko signifikant gesenkt wird und andererseits auch nicht in den eigenen vier Wänden erfrieren.

Wichtig ist daher: Immer wieder mal das Fenster komplett aufreißen. Am besten gleich mehrere, so dass ein Durchzug entsteht. So reicht es, wenn immer mal wieder gelüftet wird. Wie oft genau, verraten wir weiter unten.

Warum ist das Lüften so wichtig?

Gegen das Coronavirus können wir uns einerseits mit Abstand und Masken schützen. Das hält Tröpfchen auf, die wir beim Sprechen, Rufen, Singen, beim Husten oder Niesen ausstoßen. Doch wir atmen auch Aerosole aus, feinste Feuchtigkeitspartikel, die sich in der Raumluft verteilen und einige Zeit dort schweben können. Auch in Aerosolen können Viren sitzen. Befinden sich mehrere Menschen in einem ungelüfteten Raum, und einer davon ist krank, können sich ohne jeglichen Schutz potentiell alle anderen Menschen im Raum anstecken. Warum? So verbreitet sich das Coronavirus mit und ohne Maßnahmen!

Was hilft? Wir müssen diese Aerosole entfernen oder zumindest verdünnen. Und das geht am besten, indem wir sie einfach wegwehen – also den Raum lüften. Das hilft im Übrigen nicht nur, um Coronaviren loszuwerden, sondern auch alle anderen Krankheitserreger, die sich in der Raumluft anreichern können.

So geht richtiges Lüften gegen Aerosole

  • Querlüften: Geht am schnellsten, möglichst alle Fenster (am besten gegenüberliegend) weit auf.
  • Stoßlüften: Wenn es keine gegenüberliegenden Fenster gibt, sondern nur welche an einer Raumseite, werden diese weit aufgemacht. Dann sollten sie aber für zehn bis 15 Minuten offen bleiben.

Vorsicht: Fenster auf "Kipp" bringt leider nichts, wenn man richtig lüften möchte.

Wann sollte gelüftet werden?

Je nachdem, wie viele Menschen sich im Raum befinden, sollte lieber öfter als zu wenig gelüftet werden.

In Klassenräumen gilt etwa bei einer Raumgröße von 60 bis 75 Quadratmetern und bei 20 bis 30 Schülern, mindestens in jeder Pause – also nach 45 Minuen – die gesamte Pause über mit weit geöffneten Fenstern lüften.

Im Grunde muss spätestens aber dann gelüftet werden, sobald jemand hustet oder niest.

In Fitnessstudios oder Orten, an denen viel geatmet wird (also auch etwa bei Chorproben) müsste eigentlich dauergelüftet werden. Das Robert-Koch-Institut (RKI) empfiehlt einen kompletten Luftaustausch in Sport-Räumen fünfmal pro Stunde.

Zu Hause kommt es auf die Anzahl der Personen an. Je kleiner der Raum und je mehr Personen da sind, desto öfter sollte gelüftet werden. Helfen können dabei CO2-Messer oder auch Apps. Hier wird die Konzentration von CO2 in der Raumluft als Anhaltspunkt genommen. Denn auch zu viel CO2 kann ungesund sein und etwa die Konzentrationsfähigkeit senken. Die Apps eignen sich aber auch als Erinnerungshilfen zum Lüften als Corona-Schutz.

Eine mögliche App ist beispielsweise der "CO2-Timer", der vom Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) und der Unfallkasse Hessen (UKH) entwickelt worden ist. Anhand der Raumgröße sowie der anwesenden Personen lassen sich damit die richtigen Lüftungsabstände ermitteln. Eine solche App eignet sich natürlich auch für Büro, Klassenzimmer und Co.

Und ansonsten: Was die AHA+L+C-Formel wirklich bringt, sehen Sie im Video:

Darum schützt die AHA+L+C-Formel
Darum schützt die AHA+L+C-Formel

Richtiges Lüften, insbesondere im Winter,ist aber nicht nur zum Schutz gegen das Coronavirus und für die Gesundheit wichtig, sondern tut auch den Wänden gut und beugt Schimmel vor.

Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Beschreibung anzeigen
Eine Webseite der FUNKE Mediengruppe