Aktualisiert: 06.11.2020 - 18:31

Zuckerfrei heißt nicht gesund Cola Light greift das Herz genauso an wie Zucker!

Ein großes Glas zuckerhaltige Cola schmeckt toll – hat aber schon gut und gerne 40 g Zucker. Also lieber die Light-Variante? Forscher sagen: bitte nicht in Massen – denn Light-Getränke erhöhen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen genauso stark wie ihre zuckerhaltigen Pendants.

Foto: iStock.com/RapidEye

Ein großes Glas zuckerhaltige Cola schmeckt toll – hat aber schon gut und gerne 40 g Zucker. Also lieber die Light-Variante? Forscher sagen: bitte nicht in Massen – denn Light-Getränke erhöhen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen genauso stark wie ihre zuckerhaltigen Pendants.

Wer aus gesundheitlichen Gründen gerne zu Light-Getränken ohne Zuckerzusatz greift, sollte jetzt hellhörig werden: Dass die Zucker-Alternativen im Getränk nicht gesund sind, davor warnen Forscher schon länger. Jetzt gibt es neue Erkenntnisse dazu, wie sehr die Zuckeraustauschstoffe in großen Mengen das Herz schädigen können.

Softdrinks sind ein Graus für den Körper: Blitzschnell führen sie uns Unmengen an Zucker zu, ohne dass wir es großartig merken. Eine Limonade darf erst Limonade genannt werden, wenn sie mindestens 7 g Zucker pro 100 ml aufweisen. Eine Literflasche ist aber schnell getrunken – und damit 70 g Zucker. Die empfohlene Tageszufuhr an Zucker beträgt aber nur schlanke 25 g. Zu viel Zucker verursacht nicht nur Diabetes und macht dick, sondern kann auch das Herz angreifen. Wer es gerne süß mag, greift daher schnell einmal zur Light-Variante. Die ist mit Zuckeraustauschstoffen gesüßt. Doch in einer neuen Studie stellten Wissenschaftler jetzt fest: Light-Getränke schaden dem Herzen genauso stark wie zuckerhaltige Getränke. Und das ist nicht das erste Ergebnis dieser Art. Wie schädlich sind die Light-Softdrinks wirklich?

Light-Getränke: Studie zeigt Schäden am Herz

In ihrer Studie haben französische Forscherinnen und Forscher herausgefunden, dass Menschen, die große Mengen an Süßstoffen wie Aspartam, Sucralose oder Stevia konsumieren, ein weit höheres Risiko für Herzkrankheiten haben als Menschen, die gar keine gesüßten Getränke zu sich nehmen.

Dazu haben die Forschenden der Universität Sorbonne Paris Nord die Daten von insgesamt 104.760 Frauen und Männern ausgewertet, die an der NutriNet-Santé-Studie teilgenommen haben.

  • Die NutriNet Santé-Studie ist eine groß angelegte Studie in Frankreich, bei der Teilnehmende online regelmäßig – im Abstand von sechs Monaten – protokollieren, was sie täglich essen und trinken, wie sehr sie sich körperlich betätigen und wie ihr Gesundheitszustand ist.

Ihr Ergebnis haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler jetzt im "Journal of the American College of Cardiology" veröffentlicht. Ihr Ergebnis: Zuckerhaltige Getränke führen zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen – Getränke mit Zuckeraustauschstoffen aber auch.

Die Ergebnisse im Überblick:

  • Teilnehmer, die regelmäßig gezuckerte Getränke zu sich nahmen wiesen ein höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf.
  • Ähnlich hoch für solche Erkrankungen war das Risiko der Teilnehmer, die angaben, zuckerhaltige Softdrinks oft durch zuckerfreie oder zuckerreduzierte Alternativen mit Süßstoffen, also Light-Getränke zu ersetzen.
  • Das geringste Risiko für Herz-Kreislauf-Probleme zeigten die Probanden, die weder zuckerhaltige Getränke noch solche mit Süßstoffen zu sich nahmen.

In einer Pressemitteilung wird Studienleiter Eloi Chazelas von der Universität in Paris zitiert: "Unsere Studie legt nahe, dass künstlich gesüßte Getränke wohl kein guter Ersatz für zuckerhaltige Getränke sind. Die Daten liefern neue Argumente, die die Debatte über Label, Besteuerung und Regulierung von zuckerhaltigen und künstlich gesüßten Getränken anheizen können."

Studie zeigt Schwächen: Nicht klar, welche Alternative wirklich gefährdend ist

Doch es fehlen einige kleinteiligere Untersuchungen in der Studie. So wird der direkte Zusammenhang zwischen den künstlichen Süßstoffen und dem gesteigerten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen nicht nachgewiesen. Zudem wird zwischen den Austauschstoffen nicht unterschieden. Es bleibt daher offen, ob wirklich alle die gleichen negativen Effekte haben.

Tipp an Verbraucher: Light-Getränke in Maßen konsumieren

Irgendwas in den Light-Getränken scheint aber einen negativen Einfluss auf die Gesundheit des Herzens zu haben. Bereits im Vorfeld gab es Studien zum Einfluss von Light-Getränken auf die Gesundheit. Zwar bergen sie nicht das Risiko, dass Verbraucher bei hohem Konsum an Diabetes Typ II erkranken – so wie bei zuckerhaltigen Getränken oder einem hohen Zuckerkonsum insgesamt. Auch können sie, in Maßen konsumiert, dabei helfen, dem Zucker abzuschwören und so etwa das Abnehmen zu erleichtern.

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Doch es gibt eine Reihe an Studien, die zeigen, dass die Süßstoffe den Appetit steigern und die Verdauung stören. Forschende vermuten, dass sie sogar Heißhungerattacken hervorrufen können. In Massen konsumiert ist etwa Aspartam im Light-Getränk sicher nicht gesund. Wie bei vielem gilt also der Ratschlag: Wenn schon, dann bitte nur in Maßen konsumieren. Die besten Durstlöscher bleiben Wasser und ungesüßter Tee. Beides lässt sich übrigens wunderbar mit Früchten aufpeppen – als "Infused Water". Schmeckt und hält auch noch ein paar Vitamine parat. Es gibt sogar ein richtiges "Fat Flush Water", das tatsächlich beim Abnehmen hilft und dabei gesund ist. Das ist dann ein Light-Getränk, das dem Herz sicher nicht schadet – und trotzdem schmeckt!

Zuckeralternativen erfreuen sich übrigens großer Beliebtheit. Wir haben einige Zuckerersatzstoffe getestet– und stellen fest: ja, sie haben Vorteile – aber Wundermittel sind sie allesamt nicht. Mehr zum Thema Zuckerfrei Leben gibt's auf unserer Themenseite.

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