Aktualisiert: 12.11.2020 - 14:17

Impf-Übersicht So läuft die Corona-Impfung ab! Wann und wo geimpft werden soll:

Die Weltbevölkerung wartet auf die Corona-Impfung. Doch wie genau wird diese ablaufen? Der Bund und die Länder haben bereits Regeln festgelegt.

Foto: iStock.com/zoranm

Die Weltbevölkerung wartet auf die Corona-Impfung. Doch wie genau wird diese ablaufen? Der Bund und die Länder haben bereits Regeln festgelegt.

Die Welt wartet sehnsüchtig auf einen Impfstoff gegen das Coronavirus. Möglicherweise werden die ersten bald zugelassen. Bis sie aber breit verfügbar sind und jeden Impfwilligen erreichen, dauert es noch viele Monate. Wie soll die Impfung eigentlich ablaufen?

Seit gut einem Dreivierteljahr leben wir mittlerweile mit der Pandemie. Wir haben uns gezwungenermaßen mit der neuen Normalität arrangiert – und doch wartet die ganze Welt gespannt auf einen Impfstoff gegen das Coronavirus. Kürzlich gab es Erfolgsmeldungen, eine Zulassung scheint nicht mehr fern. Doch was passiert, wenn der Impfstoff verfügbar ist? Laut einer Beschlussvorlage der Gesundheitsministerkonferenz, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt, haben sich Bund und Länder bereits auf einen Ablauf der Corona-Impfung geeinigt und strenge Regeln festgelegt. Wo Impfzentren entstehen sollen, wie es mit der Lagerung ablaufen soll, wer die Kosten trägt – und wann überhaut wer geimpft wird:

Wenn der Impfstoff kommt: Wer wird zuerst geimpft?
Wenn der Impfstoff kommt: Wer wird zuerst geimpft?

Diese Regeln sollen reibungslosen Ablauf der Corona-Impfung gewährleisten

Bund und Länder setzen bei der Verteilung des Corona-Impfstoffes an die Bevölkerung auf Aufgabenteilung. Während der Bund den Impfstoff finanziert und für dessen Beschaffung zuständig ist, ist es die Aufgabe der Länder, die Verteilung des Impfstoffes zu organisieren: Sie sollen Impfzentren einrichten und das erforderliche Zubehör für die Durchführung der Impfung besorgen. An den Kosten für die Impfzentren wird sich der Bund über die gesetzlichen Krankenkassen beteiligen. Falls Bedarf besteht, sollen außerdem die Kassenärztlichen Vereinigungen den Ländern helfen.

Wer bekommt den Impfstoff zuerst?

Wie gut der Ablauf der Impfung auch organisiert sein mag – fest steht, dass nicht alle Menschen in Deutschland sofort nach dessen Zulassung geimpft werden können. Das liegt daran, dass vorerst nur eine begrenzte Anzahl an Impfdosen zur Verfügung stehen wird, schließlich kostet die Produktion auch Zeit. Es wird deshalb bundesweit einheitlich festgelegt sein, wer zuerst geimpft wird. Laut RND wollen die Länder sich dabei an die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission halten.

Die Stiko hat zusammen mit dem Deutschen Ethikrat und der Nationalen Wissenschaftsakademie Leopoldina einen Leitfaden mit Empfehlungen ausgearbeitet. Demnach sollen vorrangig Menschen mit Vorerkrankungen und ältere Menschen geimpft werden. Als zweite Gruppe nennen die Experten dann "diejenigen, die den an COVID-19 Erkrankten beistehen und zugleich selbst gegebenenfalls erhöhte Risiken tragen." Das betrifft also medizinisches Personal und Menschen in der Pflege. Anschließend sollen Personen geimpft werden, die für das Gemeinwesen relevant sind (Gesundheitsamt-Mitarbeiter*innen, Polizist*innen, Lehrer*innen und Erzieher*innen, Feuerwehr, Sicherheit).

Die Empfehlungen sollen noch verfeinert werden. Es komme nämlich auch auf die Art des Impfstoffes und dessen Wirkbereich an: "Wenn zum Beispiel ein Impfstoff zugelassen wird, der für die Altersgruppe von 45- bis 50-Jährigen wirkt, macht es keinen Sinn, die über 60-Jährigen zuerst impfen zu wollen."

Die Priorisierung müsse allerdings von den Verantwortungsträgern der Politik festgesetzt werden, erklärt der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens. Und das könnte noch zu Diskussionen führen.

Wo soll geimpft werden? Impfzentren geplant

Der Bund soll die Impfdosen beschaffen und an feste Lager-Standorte in den Bundesländern verteilen, so die nationale Impfstrategie. Dazu werden Impfzentren aufgestellt, von denen erste noch im Dezember entstehen sollen. Betrieben werden sollen sie von den Bundesländern mit Unterstützung der dort niedergelassenen Ärzte und Krankenhaus-Ärzte. Für Alten- und Pflegeheime soll es mobile Teams geben.

Für die festen Impfzentren gibt es bisher folgende Pläne:

Berlin: Derzeit sind laut Tagesschau sechs Impfzentren mit je 15 Impfplätzen geplant. Ein möglicher Standort ist laut RBB die Berliner Messe. Dort sollen laut Senat künftig 20.000 Menschen pro Tag geimpft werden können.

Rheinland-Pfalz: Hier sind 36 Impfzentren geplant – laut Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler sollen die bereits im Dezember entstehen.

Sachsen: Pro Landkreis oder kreisfreier Stadt soll es mindestens ein Impfzentrum oder eine Anlaufstelle geben.

Sachsen-Anhalt: Hier wird mit 14 Impfzentren geplant.

Mecklenburg-Vorpommern: Bis Mitte Dezember soll es vorerst Corona-Imfpzentren in Rostock und Greifswald geben.

Thüringen: Es wird mit 29 Impfzentren geplant.

Brandenburg: Unter anderem ist ein Corona-Testzentrum mit integrierten Impfstellen geplant.

Die Impfungen müssen möglicherweise gefroren transportiert und gelagert werden – so ist es beim Impfstoff von Biontech und Pfizer der Fall, die Fläschchen können nur bei -70 °C gelagert werden und haltbar bleiben. Aus diesem Grund soll erst einmal mit Impfzentren gearbeitet werden.

Der Transport und die Lagerung des Impfstoffs soll ebenfalls genau geregelt sein, so soll es beispielsweise nur der Bundeswehr oder den Produktionsfirmen gestattet sein, den Impfstoff zu liefern. Die Lieferung soll deutschlandweit an 60 Standorte erfolgen, diese sollen bis zum 10. November feststehen. Auch die Terminvergabe wird bundesweit einheitlich geregelt sein: So werden Pflegeheimbewohner beispielsweise nicht in die Impfzentren kommen müssen, sondern werden in den Pflegeheimen geimpft.

Was ist mit Lagerung und Material – und Ärzten?

Die Lagerung wird noch einmal schwierig: Durch die nötige Kühlung braucht es spezielle Kühlschränke. Zudem müssen genügend Materialien bereitstehen. Pro Impfung, so das Gesundheitsministerium Rheinland-Pfalz, seien wahrscheinlich eine Spritze und zwei Kanülen notwendig. Die Länder haben bereits Spritzen und Co bestellt.

Herausfordernd werde zudem, möglichst viele Ärzte zum Impfen heranzuziehen. Gerade in ländlichen Regionen rechnet man hier mit Problemen. "Der öffentliche Gesundheitsdienst ist so weit ausgedünnt, dass der das sicherlich nicht stemmen kann, so Rüdiger von Kries,Epidemiologe und Mitglied der Stiko am RKI bei ARD extra.

Und wann kommt der Impfstoff endlich?

Dass bereits jetzt Regeln für den Umgang mit dem Impfstoff erlassen wurden, wird vermutlich dazu beitragen, einen möglichst reibungslosen Ablauf der Corona-Impfungen zu gewährleisten. Die wichtigste Frage bleibt jedoch nach wie vor unbeantwortet: Wann wird es endlich einen Impfstoff gegen das Coronavirus geben? Im Moment sieht es ganz so aus, als ob wir uns noch etwas gedulden müssen: Man rechnet damit, dass eine umfassende Impfstoff-Versorgung erst Mitte 2021 möglich sein wird. Risikopatienten könnten möglicherweise schon früher geimpft werden.

Zudem sind mehrere Impfstoffe in der Entwicklung. Es wird möglicherweise nicht DEN Impfstoff geben, sondern vielleicht mehrere, die jeweils unterschiedlichen Personengruppen zugute kommen. So kann es sein, dass der eine Impfstoff eher Ältere schützt, ein anderer wiederum vor allem junge Menschen. Wir empfehlen Ihnen zu diesem Thema noch einmal diese Artikel:

Es könnte aber auch sein, dass das "Wundermittel" für die Eindämmung der Pandemie aus einer ganz anderen Richtung kommt als gedacht: Künstliche Intelligenz erkennt Corona-Infektionen – durch Husten!

Mehr Informationen und Neuigkeiten über das Coronavirus finden Sie auf unserer Themenseite.

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