Aktualisiert: 23.10.2020 - 12:20

Überstandene Erkrankung nachweisen Corona-Antikörpertest bei dm: Was kann das Testkit – und was nicht?

Bei dm gibt es jetzt einen Corona-Antikörpertest. Den kann zwar jeder Zuhause durchführen. Doch es lauern einige Fehlerquellen – zum Beispiel muss die Blutabnahme völlig steril verlaufen!

Foto: iStock.com/Rungruedee Malasri

Bei dm gibt es jetzt einen Corona-Antikörpertest. Den kann zwar jeder Zuhause durchführen. Doch es lauern einige Fehlerquellen – zum Beispiel muss die Blutabnahme völlig steril verlaufen!

Drogeriemarkt dm verkauft jetzt Corona-Tests! Aber Vorsicht: Ein solcher Selbsttest kann nur nachweisen, ob sich Corona-Antikörper im eigenen Blut befinden. Ist am Ende auf das Resultat auch Verlass, wenn Laien statt Experten ihn durchführen?

Corona-Test in der Drogerie? Nicht ganz – aber immerhin in Sachen eventuell überstandene Infektion gibt's da jetzt was, das sich jeder einfach so kaufenkann: Für alle, die Erkältungssymptome hatten und sich nicht sicher sind, ob es Covid-19 war oder bloß eine normale Erkältung, gibt es jetzt den Corona-Antikörpertest von Cerascreen bei dm für Zuhause. Bisher gab es diesen nur in Österreich, nun – aber nur online – auch bei uns, wie apotheke-adhoc.de berichtete. Doch was kann das Testkit und wo liegen seine Grenzen?

Bei dm erhältlich: Corona-Antikörpertest – Nutzen und Grenzen

Zuallerst zu dem, was der Test nicht kann: ein sofortiges Ergebnis vorlegen! Denn die Blutprobe, die bei diesem Test zu entnehmen ist, muss an das Labor gesendet werden, das die Auswertung vornimmt. Es muss also 12 bis 48 Stunden gewartet werden, bis feststeht, ob sich Antikörper gegen Sars-CoV-2 im Blut befinden.

Der Corona-Antikörpertest von Cerascreen kann darüber Auskunft geben, ob die Immunglobuline der Gruppe G (IgG) – das sind Antikörper gegen Viren und Bakterien, die erst sichtbar werden, wenn der Zeitpunkt der Infektion etwas zurückliegt – im Blut vorhanden sind. Nicht etwa über die Immunglobuline M, die sich kurz nach der Infektion zeigen.

Das bedeutet: Der Test darf nicht zu früh gemacht werden, sonst droht ein falsches Ergebnis. Die IgG-Antikörper sind erst frühestens zwei Wochen nach der Infektion vorhanden, sodass der Test durchgeführt werden sollten, wenn die Symptome mindestens zwei Wochen zurückliegen. Nach vier Wochen sind die Immunglobuline in höchster Konzentration vorhanden, danach nimmt sie ab. Der Test sollte also auch nicht Monate nach einer möglichen Coronavirus-Infektion angewendet werden, da aktuell noch nicht klar ist, wie lang die Immunglobuline nach einer Sars-CoV-2-Erkrankung im Blut nachzuweisen sind.

Vorsicht! Steriles Blutabnehmen ist von Nöten

Der Test kann ebenfalls nicht gewährleisten, dass die Blutentnahme ohne Fehler passiert, da der Testende ja selbst ans Werk muss. Auch wenn Laien eine Anleitung erhalten, kann doch etwas schiefgehen. Denn bedenken Sie: Normalerweise ist hier medizinisches Fachpersonal zuständig, denn: Es spielt eine Rolle, wo das kapillare Blut, das von Nöten ist, abgenommen wird. Es kommen die Fingerbeere, aber auch das Ohrläppchen und die Ferse infrage.

Auf steriles Arbeiten müssen die Laien selbst achten. Das bedeutet: Es darf nicht vergessen werden, den ersten Bluttropfen mit einem sterilen Mulltupfer aufzufangen, sonst könnte die Probe verunreinigt werden. Ingesamt bietet der Test zwar eine Möglichkeit, zu erfahren, ob eine Corona-Erkrankung bereits überstanden wurde, andererseits kommen mit dem Testkit auch viele Fehlerquellen auf, die der Testende vor Anwendung dringend kennen sollte.

Um das Antikörpertestkit gar nicht erst anwenden zu müssen, sollten Sie versuchen einer Coronavirus-Infektion vorzubeugen. Das gelingt insbesondere durch Abstand halten und richtiges Hände waschen. Wie Letzteres geht, erfahren Sie im Video:

Richtig Hände waschen
Richtig Hände waschen

Und wie steht es um die Corona-Schnelltests? Was bringen sie?

Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Beschreibung anzeigen
Eine Marke der FUNKE Mediengruppe