Aktualisiert: 15.10.2020 - 21:03

Europa und das Virus So meistern andere Länder die Corona-Situation

Ein Corona-Warnhinweis in der Niederlande. Auch hier droht die Corona-Situation außer Kontrolle zu geraten. In anderen Ländern sieht es ähnlich aus.

Foto: imago images/Manngold

Ein Corona-Warnhinweis in der Niederlande. Auch hier droht die Corona-Situation außer Kontrolle zu geraten. In anderen Ländern sieht es ähnlich aus.

Für das Coronavirus existieren keine Grenzen, es wütet weltweit. In diesen europäischen Ländern droht die Pandemie außer Kontrolle zu geraten…

Nicht nur in Deutschland bekommen wir den Griff der Pandemie wieder stärker zu spüren. Auch in beinahe allen anderen Ländern steigt die Zahl der Neuinfektionen. Wo ist die Lage noch schlimmer als bei uns – und wer hat sie einigermaßen im Griff? In Zukunft soll ein Ampelsystem schnell und übersichtlich über das Infektionsgeschehen in den EU-Ländern informieren. Wir haben uns jetzt schon angeguckt, wie andere europäische und europanahe Länder mit der Corona-Situation umgehen…

In diesen Ländern ist die Corona-Situation besonders ernst

Österreich (7-Tage-Inzidenz: 90): Ebenso wie in Deutschland hat auch unser Nachbarland seit Tagen Höchstwerte an Neuinfektionen vorzuweisen. Experten befürchten, dass die Situation spätestens im Winter außer Kontrolle gerät. In Deutschland gilt eine Reisewarnung für Wien und Tirol, in Österreich möchte man deren Aufhebung erreichen, ehe sie verschärft wird.

Frankreich (7-Tage-Inzidenz: 187): Am Wochenende gab es in Frankreich 27.000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Deshalb wird am Samstag der Gesundheitsnotstand eingeführt, ein Ausnahmezustand, der den Weg für Maßnahmen wie Ausgangssperren ebnet. Diese sollen in Paris und anderen Großstädten am Samstag eingeführt werden.

Großbritannien (7-Tage-Inzidenz: 166): Auch Großbritannien verzeichnet hohe Werte: Innerhalb von 24 Stunden gab es dort gerade erst 20.000 Neuinfektionen. Im Landesteil Nordirland schließen deshalb Schulen und gastronomische Einrichtungen.

Spanien (7-Tage-Inzidenz: 153): In Spanien ist die Corona-Situation nach wie vor kritisch, insbesondere in der Hauptstadtregion Madrid sowie in der autonomen Region Katalonien mit der Metropole Barcelona. Landesweit gilt eine Maskenpflicht an allen öffentlichen Räumen, egal ob geschlossen oder im Freien. In Madrid gilt seit letzten Freitag für 15 Tage der Alarmzustand, es gelten Mobilitätsbeschränkungen für die Bürger. In Katalonien müssen ab diesem Freitag alle Bars und Restaurants vorerst für 15 Tage schließen. Weiterhin sind die Menschen dazu angehalten, ihre Wohnungen nur aus dringenden Gründen zu verlassen, Einkaufszentren und Co dürfen nur noch 30 Prozent ihrer Kapazitäten ausschöpfen.

Niederlande (7-Tage-Inzidenz: 267): Die stark ansteigenden zahlen haben zu einer drastischen Verschärfung der Corona-Maßnahmen geführt. Ein Teil-Lockdown wurde erlassen, gastronomische Einrichtungen müssen geschlossen bleiben, Alkoholverkauf ist nach 20 Uhr verboten und es dürfen nur noch 3 Gäste täglich in der eigenen Wohnung empfangen werden. Seit Kurzem gibt es jetzt eine Maskenpflicht in öffentlichen geschlossenen Räumen, vorher war es lediglich eine Maskenempfehlung.

Hier ist die Corona-Situation unter Kontrolle

Griechenland (7-Tage-Inzidenz: 24): Hier hat man die Krise von Anfang an gut gemeistert, die Fallzahlen sind nach wie vor moderat. Es gelten diverse Sicherheitsmaßnahmen, beispielsweise eine Maskenpflicht in geschlossenen Räumen und öffentlichen Verkehrsmitteln.

Norwegen (7-Tage-Inzidenz: 19): Auch in Norwegen steigen die Infektionszahlen, hauptsächlich aufgrund von regionalen Ausbrüchen in Oslo und Bergen. Es gelten Abstands- und Hygieneregeln, einige Geschäfte akzeptieren keine Barzahlung. Es gibt keine Maskenpflicht, aber eine weitgehende Maskenempfehlung.

Italien (7-Tage-Inzidenz: 64): Am Anfang traf die Corona-Krise Italien besonders hart. Durch die strengen Maßnahmen, die dann erlassen wurden, ist die Situation jetzt unter Kontrolle. Es gibt eine Maskenpflicht auch im Freien, oft werden außerdem weitere Maßnahmen erhoben, es werden beispielsweise Einweghandschuhe gefordert und Temperaturmessungen durchgeführt.

In diesen Ländern sollte man die Lage im Blick behalten

Kroatien (7-Tage-Inzidenz: 81): Auch in Kroatien gibt es einen Rekordwert an Corona-Neuinfektionen. Innerhalb eines Tages gab es hier 48 neue Corona-Fälle. Laut den kroatischen Behörden halten sich viele Menschen nicht an die Empfehlungen zum Infektionsschutz, der Chef des Krisenstabs fordert die Durchsetzung von Maßnahmen.

Schweden (7-Tage-Inzidenz: 35): In Schweden, wo seit Pandemie-Beginn ein Sonderweg verfolgt wurde, hat sich die Lage mittlerweile wieder normalisiert. Zwar stiegen auch hier die Zahlen kürzlich wieder leicht an, die Situation ist aber unter Kontrolle. Nach wie vor gibt es keine Maskenpflicht, keine Ausgangssperre und keine Reisebeschränkungen, dafür aber Abstands- und Hygieneregeln und ein Versammlungsverbot für mehr als 50 Leute. Sollten sich die Situation verschlimmern, sind Maßnahmen wie eine Maskenpflicht und lokal begrenzte Lockdowns für 2 bis 3 Wochen nicht auszuschließen. Zwar ist die 7-Tage-Inzidenz niedrig, aufgrund des Umgangs mit dem Virus sollten aber gerade Angehörige von Risikogruppen sowie deren Kontaktpersonen Vorsicht walten lassen.

Die Werte zur 7-Tage-Inzidenz der verschiedenen Länder stammen aus der Infografik "Virus-Lage in Europa" von n-tv.de: Die wichtigsten Daten zur Corona-Lage

Weitere Neuigkeiten und Informationen zum Coronavirus finden Sie auf unserer Themenseite. Hier erfahren Sie zum Beispiel, wo die Gefahr einer Ansteckung mit dem Coronavirus besonders groß ist. Außerdem haben wir für Sie zusammengefasst, warum die WHO mit ihrem Statement, es sei unethisch, auf Herdenimmunität zu setzen, recht hat.

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