Aktualisiert: 18.10.2020 - 20:46

Schädliche Farbpigmente Wie gefährlich sind bunte Tattoos?

Von

Bunte Tattoos sehen toll aus. Doch es lohnt sich, beim Tätowierer nach den Farben zu fragen. Denn manche können schädlich sein – und sollen sogar verboten werden.

Foto: iStock.com/davit85

Bunte Tattoos sehen toll aus. Doch es lohnt sich, beim Tätowierer nach den Farben zu fragen. Denn manche können schädlich sein – und sollen sogar verboten werden.

Sie mögen bunte Tattoos? Sie können gesundheitsschädlich sein. Wie gefährlich die Farben sind, welche sogar verboten werden sollen, lesen Sie hier.

Tattoos sind beliebter denn je: Fast jeder fünfte Deutsche trägt Tinte unter der Haut und immer mehr Menschen erfreuen sich am besonderen und dauerhaften Körperschmuck. Dabei sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Sah man früher nur einheitliche Tattoos in Schwarz, fallen heute auch immer häufiger ausgefallene Tattoos mit vielen Farben ins Auge.

Doch genau da könnte ein großes Problem liegen. Sie sehen zwar schön aus, doch bunte Tattoos gelten als gefährlich. Das liegt vor allem an den einzelnen Bestandteilen der Farbpigmente. Welche Risiken diese Tattoos für die Gesundheit bergen und warum sogar ein Verbot diskutiert wird, erfahren Sie hier.

Bunte Tattoos: So gefährlich sind sie wirklich

Sich ein Tattoo stechen zu lassen, ist generell nicht ohne. Der Tätowierer sticht mit einer feinen Nadel kleine Löcher in die Haut. Und in diese werden schließlich Farbpigmente eingebracht. Bereits bei dieser Prozedur – egal ob schwarze oder bunte Tinte – kann es zu Entzündungen kommen, Narben können entstehen oder allergische Reaktionen auftreten.

Schwarze oder dunkle Farben sind meist schadstofffrei und basieren auf Kohlenstoff. Allerdings erhalten einige auch den Ruß-Farbstoff "Carbon Black" mit krebserregenden aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK). Diese Stoffe findet man auch in Farben. Diese schädlichen Pigmente können sogar krebserregend sein.

Autolack und Eisen in Farben nachgewiesen

Besonders heikel sind rote oder stark glänzende Farben. In ihnen findet man häufig Eisenbestandteile. Das hat einen erheblichen Nachteil: Einmal unter der Haut dürfen Sie damit nicht mehr ins MRT für medizinische Untersuchungen, weil die Eisenbestandteile sonst platzen können. Unglaublich, aber wahr: In einigen dieser Farben wurde – um die Haltbarkeit zu erhöhen – sogar schon Autolack nachgewiesen!

Forscher der TU Dortmund haben Beobachtungen gemacht, wonach es einen Zusammenhang zwischen bestimmten Tattoo-Farben und Hauttumoren geben könnte. Wer sein buntes Tattoo mittels Laser entfernen lassen will, sollte sich aber auch das mindestens zweimal überlegen. Denn auch bei dieser Behandlung könnten aus den Tattoo-Farben heraus krebserregende Produkte in kleinen Mengen entstehen.

Zwei Farbpigmente sollen verboten werden

Nun möchte auch die Politik gegen bestimmte Tattoo-Farben vorgehen. Diskutiert wird innerhalb der Europäischen Union derzeit ein Verbot von "Blau 15" und "Grün 7". Diese beiden Pigmente werden dazu benutzt, Farbnuancen zu mischen und kommen in knapp 2/3 aller Farben vor. Doch sie sollen krebserregend sein.

Haben Sie hiervon schon mal gehört? Ein Instagram-Star tätowierte eine Katze – und sorgte damit für Ärger im Netz.

Würde das Verbot durchgesetzt werden, dann dürften viele Farben zukünftig nicht mehr verwendet werden. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft sagt zur Diskussion um "Blau 15" und "Grün 7": "Noch weiß niemand, was über längere Zeit mit den Farbpigmenten im Körper passiert." Übrigens: Minimalistische Tattoos werden bei Frauen immer beliebter.

Nicht den günstigsten Tätowierer wählen

Sollten Sie in naher Zukunft trotzdem ein Tattoo planen, dann informieren Sie sich im jeweiligen Studio darüber, welche Farben dort verwendet werden und recherchieren Sie gegebenenfalls selber noch einmal, welche Inhaltsstoffe diese enthalten. Und auch beim Tätowieren gilt: Wer billig kauft, kauft teuer. Lassen Sie sich nicht vom günstigsten Angebot verleiten – hier ist das Risiko, dass gesundheitsschädliche Farben verwendet werden, ungleich größer.

Promis stehen sehr auf den Körperschmuck: Er hat bereits 60 Stück, jetzt hat Justin Bieber sein neues Hals-Tattoo präsentiert. Und auch Pietro Lombardi hat Söhnchen Alessio ein emotionales Tattoo gewidmet.

Übrigens: Nicht immer hat es mit der Gesundheit zu tun, wenn Tattoos in die Hose gehen: Verstochen! Hier sehen Sie die Tattoo-Pannen der Promis.

Halloween alles rund um das Gruselfest

Halloween alles rund um das Gruselfest

Beschreibung anzeigen
Eine Marke der FUNKE Mediengruppe