Aktualisiert: 07.10.2020 - 16:42

Weihnachtszeit = Familienzeit? Virologe Christian Drosten empfiehlt "Vorquarantäne" bei Familienfeiern

"Vorquarantäne" vor Familienbesuchen? Das ist Drostens Vorschlag vor den Feiertagen im Detail.

Foto: imago images/xim.gs

"Vorquarantäne" vor Familienbesuchen? Das ist Drostens Vorschlag vor den Feiertagen im Detail.

Wegen des Coronavirus auf Treffen mit der Familie verzichten? Das können sich vor allem im Hinblick auf die nahende Weihnachtssaison viele nicht vorstellen. Diesen Rat hat Christian Drosten…

Die Zahlen derer, die sich mit dem Coronavirus infizieren, steigen. Vielerorts gelten wieder strengere Sicherheitsmaßnahmen und die meisten blicken dem nahenden Winter mit Sorge entgegen. Wie mittlerweile bekannt ist, tragen vor allem private Zusammenkünfte mit Freunden oder im Kreis der Familie zur verstärkten Verbreitung des Virus bei. Charité-Virologe Christian Drosten rät deshalb im Interview mit der ZEIT zu einer "Vorquarantäne" vor Familienfeiern und Co.

Christian Drosten rät zu "Vorquarantäne" in der Weihnachtszeit

Die Corona-Pandemie hat dazu geführt, dass wir uns plötzlich über Dinge den Kopf zerbrechen, an die wir früher nie einen Gedanken verschwendet hätten. Kann ich meine Großeltern bedenkenlos besuchen – oder bringe ich sie damit in tödliche Gefahr? Eine Sorge, die im Sommer, als man sich im Garten treffen oder gemeinsam spazieren gehen konnte, weniger präsent war, drängt sich jetzt unbarmherzig in den Vordergrund. Viele machen sich vor allem Gedanken über die nahende Weihnachtszeit, eigentlich eine Zeit des Zusammenkommens mit Freunden und Familienmitgliedern. Sollen diese Begegnungen jetzt etwa einfach ausfallen?

Selbstisolation kann Infektionsrisiko verringern

Deutschlands bekanntester Virologe Christian Drosten hat eine Idee, wie sich das Superspreading-Risiko bei Familientreffen verringern lässt. Im Interview mit der ZEIT rät er zur "Vorquarantäne" vor Familienbesuchen, also dazu, "dass Menschen einige Tage, optimalerweise eine Woche, vor dem Familienbesuch mit Oma und Opa soziale Kontakte so gut es geht vermeiden". So minimiere man laut Drosten das Risiko, sich in der Woche vor dem Familientreffen mit dem Coronavirus zu infizieren. Dass man sich hingegen zwei Wochen vorher unbemerkt infiziert haben könnte, hält er für unwahrscheinlich: In diesem Fall hätte vermutlich jemand aus der Familie Symptome entwickelt.

"Wir haben es selbst in der Hand"

Trotz dieses Vorschlags betont Drosten, dass es in Pandemie-Zeiten "keine totale Sicherheit" gebe, dass immer Restrisiken blieben. Er weist darauf hin, dass wir es selbst in der Hand haben, wie sich die Pandemie entwickelt. Dazu gehört das Treffen richtiger Alltagsentscheidungen, wie der Aufenthalt an der frischen Luft trotz Kälte oder das Abhalten einer Veranstaltung in großen, luftigen Räumen. Dazu gehört aber für ihn aber auch, sich zu fragen, ob man eine Party wirklich feiern muss oder ob sie sich nicht auch auf das nächste Jahr verschieben lässt.

Mehr News und Informationen zur Pandemie finden Sie auf unserer Themenseite über das Coronavirus. Hier finden Sie beispielsweise Tipps, wie Sie mit Angstzuständen und Einsamkeit während der Quarantäne umgehen. Außerdem interessant: Covid-19 ohne Symptome: Diese Rolle spielen asymptomatische Überträger.

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