Aktualisiert: 24.09.2020 - 17:04

Auf belebten Plätzen Maskenpflicht im Freien: Wie stehen Sie dazu?

Auf belebten Märkten oder öffentlichen Plätzen kann Maske tragen sinnvoll sein, wenn es mit dem Abstand einmal schwierig wird – oder wie stehen Sie zu einer Maskenpflicht im Freien?

Foto: iStock.com/Jair Ferreira Belafacce

Auf belebten Märkten oder öffentlichen Plätzen kann Maske tragen sinnvoll sein, wenn es mit dem Abstand einmal schwierig wird – oder wie stehen Sie zu einer Maskenpflicht im Freien?

Laut einer Umfrage kann sich die Mehrheit der Deutschen vorstellen, auch draußen Maske zu tragen, um den Schutz vor dem Coronavirus zu verstärken. Ist das überhaupt notwendig? Und wenn ja, in welchen Situationen?

Vor wenigen Monaten noch hätte wohl keiner vermutet, dass das Mundschutz-Tragen in Innenräumen schon bald gang und gäbe für uns wird und sich nach anfänglicher Witzelei niemand mehr für das Stück Filterpapier oder Stoff vor Mund und Nase schämt, sondern, ganz im Gegenteil, sich eher unwohl fühlt, wenn es einmal vergessen wird. Doch an der frischen Luft? Dort soll das Virus doch schnell weggeweht werden, die Gefahr nicht so groß sein, heißt es. Oder? Dennoch ruft München angesichts steigender Infektionszahlen jetzt eine Maskenpflicht im Freien auf bestimmten öffentlichen Plätzen aus. Und in Frankreich beispielsweise ist die Maske auch draußen in einigen Städten schon Pflicht. Welche Vorteile das bringt – und vor allem, wann:

Maskenpflicht im Freien? An bestimmten Stellen sinnvoll

Die meisten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sich mit der Übertragung des Coronavirus Sars-CoV-2 beschäftigen, gehen derzeit davon aus, dass die Hauptübertragungswege des Virus Tröpfchen, aber auch kleinere Aerosole sind. Solche Tröpfchen und Aerosole stoßen Menschen beim Sprechen, beim Atmen, Husten und Niesen, aber auch beim Singen aus. Je lauter, je stärker, desto mehr. Diese Tröpfchen und Aerosole können je nach Masse und Größe unterschiedlich weit fliegen – und dabei auf andere Menschen treffen.

Dabei spielen aber auch Umgebungsfaktoren eine Rolle: Spricht der Mensch laut oder niest, treten mehr Tröpfchen und Aerosole, die potentiell mit Viren gespickt sein können, aus als etwa bei leisem Flüstern. Weht dazu ein Wind und/oder die Sonne scheint und die Umgebungsluft ist relativ trocken, werden auch leichte Aerosole eher verweht oder Tröpfchen trocknen schneller. Ist die Luftfeuchtigkeit sehr hoch oder es ist windstill, beeinflusst das die Ausbreitung von Aerosolwolken ebenfalls.

Im Vergleich zu einem geschlossenen Raum ist das Infektionsrisiko allein aufgrund der Umgebungsfaktoren geringer, so der aktuelle Forschungsstand. Einer Studie aus Japan zufolge ist das Infektionsrisiko in geschlossenen Innenräumen sogar rund 20 mal höher als im Freien. Und auch das Robert-Koch-Institut (RKI) stimmt zu. Auch wenn es keine komplett klare Datenlage gibt: "Bei gleichzeitiger Wahrung des Mindestabstandes ist die Übertragungswahrscheinlichkeit im Freien aufgrund der Luftbewegung sehr gering."

Was das jedoch nicht bedeutet: Dass wir auf Abstand draußen verzichten können. Je näher wir einer infizierten Person kommen, desto höher ist auch das Risiko einer Ansteckung, auch wenn etwa der Wind weht. Und draußen kommen wir – außerhalb des Privatbereichs – den meisten Personen wohl auf öffentlichen Plätzen näher. Dort ist Abstand nicht immer gänzlich möglich.

Noch weniger ist der Abstand oft beim Bahnfahren möglich. Wie das in Coronazeiten aussieht:

Bahnfahren in Coronazeiten
Bahnfahren in Coronazeiten

Draußen Maske tragen: Mehrheit der Deutschen dafür

Wir sind uns ja so ziemlich alle einig: Das öffentliche Leben so sehr herunterfahren, wie es zeitweise anfangs der Fall war und wie es in anderen Ländern wieder droht, möchten wir alle nicht. Fußgängerzonen, Wochenmärkte – all das gehört zum sozialen Leben dazu. Da kann es auch schon einmal passieren, dass man enger zusammensteht als sonst draußen. Und dazu auch noch länger. Doch je länger der Kontakt mit einer oder einem Infizierten, desto höher die Gefahr einer Virenübertragung.

Das Meinungsforschungsinstitut YouGov hat sich der Frage nach dem verpflichteten Tragen einer Maske im Freien, nämlich auf öffentlichen Plätzen und in Innenstädten angenommen. Das Ergebnis: 61 Prozent der Befragten geben an, dass sie eine solche Pflicht als "angemessen" oder "eher angemessen" empfinden. Unangemessen fänden dies rund 30 Prozent, die übrigen acht Prozent machten keine Angabe.

Wir würden gerne wissen: Wie sehen Sie das? Sollte das Tragen einer Maske aus Infektionsschutzgründen auf belebten Plätzen zur Pflicht werden? Würden Sie dies befürworten?

Trotz Maske: Abstand wahren

Allein auf weiter Flur umherspazieren und dabei trotzdem Maske tragen – davor brauchen wir uns also nicht "fürchten". Es geht einfach darum, stark besuchte öffentliche Plätze als mögliche Infektionsherde zu sehen und gegen das dortige Risiko anzugehen.

Damit das aber gänzlich klappt, sollte auch draußen vor allem auf den Abstand geachtet werden – auch, wenn Maske getragen wird. Denn mittlerweile ist Konsens: Die Maske hält eine gewisse Zahl Viren, auch Coronaviren, auf und schwächt vor allem deren Flugbahn ab. Aerosole können sich aber trotzdem ausbreiten. Gerade beim Sprechen oder beim Atmen. Und eben auch an der frischen Luft.

Im Herbst ist Vorsicht gefragt, da wird das mit dem Coronavirus nochmal eine ganz andere Herausforderung. So tragen Sie Ihre Maske im Herbst richtig.

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