Aktualisiert: 02.09.2020 - 17:17

Corona-Kontakte Besser als die Corona-App? Google und Apple wollen Nachverfolgung ermöglichen

Bisher gibt es viele verschiedene Corona-Apps. Jetzt möchten Google und Apple eine einheitliche Lösung auf den Markt bringen.

Foto: iStock.com/kzenon

Bisher gibt es viele verschiedene Corona-Apps. Jetzt möchten Google und Apple eine einheitliche Lösung auf den Markt bringen.

Hat die Corona-App die Hoffnungen, die in sie gesetzt wurden, enttäuscht? Fest steht zumindest: Auch Apple und Google wollen jetzt die Nachverfolgung von Corona-Kontakten ermöglichen…

Noch immer ist die Erfassung von Corona-Infizierten und die Nachverfolgung von deren Kontakten ein zentrales Mittel im Kampf gegen das Virus. Und je weiter die Fallzahlen steigen, desto schwieriger wird die Aufgabe. Jetzt haben zwei Tech-Giganten ihre Kräfte vereint: Apple und Google haben ein System entworfen, das die Nachverfolgung von Corona-Kontakten vereinfachen soll!

Das ist an sich natürlich nicht neu: Seit Juni ist in Deutschland die Corona-Warn-App des Robert Koch-Instituts verfügbar. Sie kann ganz einfach im App-Store heruntergeladen werden. Auch viele andere Länder haben Apps entworfen, die die Nachverfolgung vereinfachen und so die Corona-Fallzahlen eindämmen sollen. Wozu also die Kollaboration von Apple und Google?

Diese Vorteile hat das System von Google und Apple gegenüber der Corona-App

Wie der SPIEGEL berichtete, wurde das gemeinsame System "Exposure Notifications Express" am Dienstagabend vorgestellt. Die Technik dafür wurde von den beiden Konzernen gemeinsam entwickelt. Wie die meisten Systeme zur Kontaktverfolgung funktioniert auch dieses mit Bluetooth – welche Vorteile also bietet "Exposure Notifications Express"?

Es sind besonders zwei Punkte, die für das neue System sprechen. Zum einen ist es, gerade jetzt wo die Grenzen wieder geöffnet sind und die Menschen wieder fröhlich herumreisen, nicht unbedingt zielführend, wenn jedes Land seine eigene Corona-App hat und diese Apps untereinander keine Daten austauschen können. Ein übergreifendes System würde bewirken, dass die Kontaktverfolgung auch auf Reisen und bei internationalem Publikum funktioniert.

Ein weiterer großer Vorteil des neuen Systems ist, dass die Behörden der verschiedenen Länder nicht mehr selbst eine App entwickeln müssten. Stattdessen könnten sie notwendige Informationen ohne viel Aufwand mit Google, bzw. Apple austauschen.

Das ist der Haken am neuen System…

Klingt soweit gut, oder? Es gibt nur einen Haken am neuen Kontaktverfolgungssystem: eben, dass es neu ist. Das bedeutet, dass hier das gleiche Problem vorherrscht wie bei der Corona-Warn-App des RKI: Es ist nicht für alle Handys verfügbar. Genau genommen ist der Prozentsatz der Geräte, auf denen es installiert werden kann, beim neuen System sogar noch kleiner: Sowohl Android- als auch Apple-User müssen die neueste Version des jeweiligen Betriebssystems bzw. das System selbst installiert haben:

  • Apple: iOS 13.7. Seit Dienstagabend verfügbar.
  • Android: Android 6.0. Dabei handelt es sich zwar um die aktuelle Android-Version, die seit 2015 verfügbar ist. "Exposure Notifications Express" muss allerdings separat heruntergeladen werden und wird voraussichtlich später im September verfügbar sein.

Eine Meldung informiert Nutzer über das neue Kontaktverfolgungssystem. Möchte er es verwenden, führt eine Anleitung durch die Aktivierung.

Dauerbrenner Datenschutz

Natürlich gibt es bereits Bedenken wegen Datenschutzes – schließlich haben Unternehmen wie Google oder Apple einen Ruf als Datenkraken. Wie der SPIEGEL berichtete, weisen beide Unternehmen allerdings darauf hin, dass weder Ortsdaten aufgezeichnet noch persönliche Nutzerdaten an Google oder Apple weitergegeben werden. Außerdem ist die Aktivierung des Systems nicht verpflichtend, genauso wenig die Meldung einer Corona-Infektion.

Ob das neue System also dazu beitragen wird, die Erfassung und Nachverfolgung von Corona-Fällen einfacher zu machen? Das bleibt abzuwarten. Sollte das Nachverfolgungssystem einige der Probleme, die im Zusammenhang mit der Corona-Warn-App festgestellt wurden, überwinden, so ist das durchaus denkbar. Schließlich ist es gut möglich, dass diese Mängel dazu beitragen, dass nicht so viele Menschen die App bisher nutzen, wie es eigentlich nötig wäre.

Alle weiteren Informationen und Neuigkeiten über das Coronavirus gibt es auf unserer Themenseite. Wussten Sie zum Beispiel, dass der Corona-Schnelltest von Roche bereits Ende September verfügbar sein soll?

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