Aktualisiert: 25.08.2020 - 22:03

Giftige Fische Autsch! Vermehrt Stiche durch Petermännchen in der Nordsee

Sieht harmlos aus, ist aber ziemlich giftig: Das Petermännchen. 2020 wurden besonders viele Stiche in der Nordsee gemeldet.

Foto: iStock / scubaluna

Sieht harmlos aus, ist aber ziemlich giftig: Das Petermännchen. 2020 wurden besonders viele Stiche in der Nordsee gemeldet.

Haben Sie schon mal vom Petermännchen gehört? Klingt süß – dabei gehören sie zu den giftigsten Tieren Europas. Wo es vorkommt und was Sie im Fall eines Stichs tun sollten.

Petermännchen – klingt eigentlich ganz niedlich, nicht wahr? Auch, wenn man vermutlich zunächst nicht recht weiß, was das überhaupt ist. Nun, weniger niedlich finden Sie es wahrscheinlich, wenn es Sie sticht. Denn das Petermännchen ist ein Fisch mit Stacheln – und nicht nur das: Es zählt zu den giftigsten Tieren Europas! Da es auch in Deutschland heimisch ist, sollten Sie in Zukunft beim Badeurlaub vorsichtig sein: Wie "berliner-zeitung.de" berichtete, wurden vermehrt Stiche durch Petermännchen in der Nordsee gemeldet.

Auf dieser Nordsee-Insel sticht das Petermännchen besonders gern

Normalerweise ist das Petermännchen vor allem im Atlantik, im Mittelmeer und im Schwarzen Meer beheimatet. Es gibt jedoch eine Art, die auch in Deutschland an der Nordsee und an der westlichen Ostsee vorkommt: Die Rede ist vom Gewöhnlichen Petermännchen. Dieses ist 20 bis 30, maximal 42 cm lang und verfügt über kräftige Giftstacheln.

Wie die "Berliner Zeitung" meldete, verzeichnet das Giftinformationszentrum-Nord in Göttingen dieses Jahr bis jetzt um die 30 Meldungen von Stichen durch das Petermännchen. Zum Vergleich: Normalerweise sind es circa 40 Meldungen im ganzen Jahr! Besonders die niedersächsische Insel Wangerooge, die östlichste der sieben ostfriesischen Inseln, ist betroffen: Allein hier gab es 2020 bisher 5 bis 6 Fälle anstatt wie üblich 2 bis 3 Fälle.

Der Stich des Petermännchens

Dass diese Giftstacheln Menschen so oft gefährlich werden, liegt daran, dass sich die Petermännchen während ihrer Laichzeit von Juni und August gerne zum Laichen im flachen Wasser im Meeresboden eingraben. Sie sind dann kaum zu erkennen, da sie bis zu den Augen, die sich an der Oberseite ihres Kopfes befinden, vergraben sind. Dafür sind sie und ihre Giftstacheln besonders gut zu fühlen, vor allem für Badegäste, die im flachen Wasser herumwaten und dann versehentlich auf sie treten.

In wessen Fuß sich der Stachel des Petermännchens versenkt, der hat anschließend keine gute Zeit. Das Gift des Petermännchens führt im menschlichen Körper zur Ausschüttung von Histaminen und damit zu einer starken Immunreaktion: Neben langanhaltenden Schwellungen kommt es zu einem starken Schmerz an der Einstichstelle sowie Gelenkschmerzen. Schlimmer wird es normalerweise nicht – es sei denn, Sie reagieren allergisch auf das Gift des Petermännchens: Wenn Sie einen allergischen Schock erleiden, kann es zu Kopfschmerzen, Bewusstlosigkeit und sogar zum Herzstillstand kommen.

Vom Petermännchen gestochen – was ist zu tun?

Laut "ndr.de" beginnt das Gift des Petermännchens bei 40 Grad, sich zu zersetzen. Der Sender rät deshalb dazu, als Erste-Hilfe-Maßnahme die Einstichstelle zunächst auf mehr als 50 Grad zu erhitzen. Außerdem sollte der Stachel umgehend entfernt werden. Anschließend ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen, der die Wunde untersucht und einer etwaigen allergischen Reaktion entgegenwirkt.

Petermännchen sind nicht die einzigen Meerestiere, die Ihnen gefährlich werden können: An der Ostsee gab es jetzt die ersten Vibrionen-Opfer. Doch auch in Pools und Badeseen sind Sie nicht unbedingt sicher: Diese Keime lauern im Schwimmbad und im Badesee. Umso erfreulicher, wenn man bei seiner Erkundungstour an der Nordsee auf etwas Ungefährliches stößt, so wie diese Wattwanderer, die einen seltenen Nagelrochen entdeckten.

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