Aktualisiert: 20.08.2020 - 19:21

Eine Barriere für das Virus Mund-Nasen-Bedeckungen: So unterschiedlich schützen Masken, Tücher und Co!

Tuch, Maske, Visier – alles das gleiche? Mitnichten! So unterschiedlich schützen die improvisierten Masken.

Foto: iStock / mheim3011

Tuch, Maske, Visier – alles das gleiche? Mitnichten! So unterschiedlich schützen die improvisierten Masken.

Mittlerweile haben sich die meisten von uns an das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung gewöhnt. Doch wie gut schützen die improvisierten Masken? Und wie lässt sich der Schutz intensivieren?

Ob man im Nah- und Fernverkehr und in öffentlichen Gebäuden eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen hat, sollte mittlerweile nicht mehr zur Debatte stehen. Dennoch verweigern viele das Tragen einer Maske – mit teils kreativen Begründungen. Besonders häufig gehört: "Selbstgenähte Masken schützen eh nicht!"

Zugegeben: Zumindest die letzte Rechtfertigung kann diskutiert werden, schließlich riet zu Beginn der Pandemie selbst das Robert Koch Institut vom Tragen einer Maske ab. Doch es ist ein Merkmal einer neu entdeckten Krankheit, dass wir eben nicht bereits von Beginn an alles wissen, was es darüber zu wissen gibt, sondern stets dazulernen und bereits gewonnene Erkenntnisse revidieren müssen. Lesen Sie deshalb hier, wie gut die improvisierten Masken schützen – und worauf Sie achten sollten.

Diese Masken schützen besonders zuverlässig!

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte unterscheidet zwischen drei verschiedenen Maskenarten: Es gibt DIY-Masken aus Stoff, so wie sie die Sicherheitsmaßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus vorschreiben, medizinische Gesichtsmasken und partikelfiltrierende Halbmasken. Die letzten beiden Maskenarten gelten als Medizinprodukte bzw. Schutzausrüstung, auf die Stoffmaske trifft das nicht zu. Und doch: Auch Masken aus handelsüblichen Stoffen können die Ausbreitung des Virus verhindern – wenn man einige Dinge beachtet.

Kurz gesagt sollte eine gute DIY-Maske, oder auch Alltagsmaske, drei Kriterien erfüllen: Sie sollte gut sitzen (das bedeutet: eng am Gesicht anliegen und an den Seiten nicht abstehen oder Öffnungen haben). Sie sollte aus Stoff bestehen, der bei 60 bis 95 Grad waschbar ist. Und sie sollte dicht sein.

Auf diese drei Schichten kommt es an

Doch was bedeutet dicht eigentlich? Ganz einfach: Je mehr Schichten eine Maske hat, desto dichter ist sie. Wichtig ist, dass Sie trotz allem noch atmen können, wenn auch mit einem gewissen Widerstand. Laut "tagesschau.de" variiert die Schutzwirkung zwischen verschiedenen selbst genähten und im Handel erworbenen Stoffmasken stark: Während bei einer einlagigen Stoffmaske gerade mal eine Filterwirkung von 35 Prozent festgestellt wurde, konnte eine dreilagige Maske immerhin eine Filterwirkung von 89 Prozent vorweisen.

Dieses Ergebnis deckt sich mit den Empfehlungen der WHO: Der Gesundheitsorganisation zufolge sollten Stoffmasken aus drei Schichten bestehen:

  • Baumwolle. Tropfen, die beispielsweise beim Sprechen ausgestoßen werden, werden dadurch besonders gut absorbiert.
  • Eine mittlere Schicht, die als Filter dient. Diese sollte aus einem wasserabweisenden, nicht-gewebten Vlies-Material bestehen, beispielsweise aus Polypropylen oder Baumwolle.
  • Eine äußere Schicht, ebenfalls aus einem wasserabweisendem Material. Es empfiehlt sich Polyester oder ein Polyester-Baumwoll-Gemisch.

Was dieser Empfehlung definitiv nicht entspricht, sind Seidentücher oder hastig über das Gesicht gezogene Schals. Und tatsächlich…

Halstücher schützen kaum

Halstücher schnitten in einem Test der Florida Atlantic University am schlechtesten ab. Wie "br.de" berichtete, untersuchte die Universität verschiedene, teils improvisierte Mund-Nasen-Bedeckungen auf ihre Tröpfchen-Durchlässigkeit. Teilweise flogen die Tröpfchen trotz der Barriere durch die verschiedenen Materialien besonders weit:

  • Gut sitzende, doppellagige Baumwollmaske mit einer Dichte von 30 Fäden pro cm: 6,3 cm
  • Kegelförmige Maske: 20,3 cm
  • Locker gebundenes Stofftaschentuch: 39,6 cm
  • Halstuch: 1,1 m
  • Keine Mund-Nasen-Bedeckung: 2,4-3,5 m

Neben diesen unterschiedlichen Mund-Nasen-Bedeckungen gibt es auch noch die Gesichtsvisiere aus Plexiglas, die man beispielsweise bei Kellnern häufig sieht. Vor diesen ist allerdings abzuraten: Laut Robert Koch Institut stellt das Visier keine gleichwertige Alternative zur Mund-Nasen-Bedeckung dar. Zumindest nicht allein getragen. Für Menschen, die tatsächlich aus gesundheitlichen Gründen keine Masken tragen dürfen, stellen Visiere aber zumindest eine Alternative dar.

Die unterschiedlichen Flugweiten der Tröpfchen zeigen: Wer solidarisch sein und andere schützen möchte, kommt um das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung, am besten natürlich einer Stoffmaske, die oben beschriebenen Kriterien entspricht, oder einer medizinischen Maske, nicht herum. Zwar mag auch eine solche Barriere nicht zu 100 Prozent schützen – aber Sie verzichten ja auch nicht auf Sonnencreme, nur, weil Sie nach einer Zeit trotzdem Sonnenbrand bekommen könnten, oder?

Alles Weitere rund um das Coronavirus finden Sie auf unserer Themenseite. Wussten Sie zum Beispiel, dass die richtigen Masken auch den Träger schützen? Außerdem hier eine freundliche Erinnerung: Es heißt nicht umsonst Mund-NASEN-Bedeckung!

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