Aktualisiert: 14.08.2020 - 19:37

Pilze, Viren und Co. Ekel-Erfrischung: Diese Keime lauern in Schwimmbad und Badesee

Im Freibad und im Badesee kommt man sich oft besonders nah. Diese Keime und Erreger könnten Ihnen den Badespaß vermiesen...

Foto: iStock / AscentXmedia

Im Freibad und im Badesee kommt man sich oft besonders nah. Diese Keime und Erreger könnten Ihnen den Badespaß vermiesen...

An heißen Tagen zieht es viele von uns an den See oder ins Freibad, um sich dort im Wasser ein wenig Abkühlung zu verschaffen. Woran wir dabei nicht denken: Keime und Co. Das sollten Sie wissen!

Wenn einem die Sommerhitze den Schweiß in Bächen über den Körper rinnen lässt, gibt es nur eine Lösung: Ab ins Wasser! Wie herrlich, bei 30 Grad plus ein paar Bahnen im nächsten Freibad oder Badesee zu ziehen… Aber Moment: Ist der Ausflug ins kühle Nass tatsächlich eine angenehme Abkühlung – oder handelt es sich dabei eher um eine echte Ekel-Erfrischung? Schließlich sind Sie leider nicht die Einzige, die an heißen Tagen gerne eine kleine Planscheinheit genießt.

Gemeinsam mit Ihnen befinden sich noch viele andere Menschen im Schwimmbecken oder im See – und diese tragen auf ihrer sich langsam bräunenden Haut nicht nur Badekleidung, sondern auch Hautschuppen, Haare, Kosmetikprodukte, Fäkalienpartikel… Vermutlich tun Sie sich selbst keinen Gefallen, wenn Sie allzu genau darüber nachdenken, was so alles im Wasser herumwabert. Und doch: Gerade in flachen, warmen Gewässern vermehren sich Viren ganz hervorragend. Und diverse Keime, Pilze und sonstige Erreger im Schwimmbad und im See können gesundheitliche Konsequenzen haben…

Keime und Pilze im Schwimmbad: Was ist mit Corona?

Klar: In Zeiten der Corona-Pandemie ist das Thema allgegenwärtig. Das Virus muss immer mitgedacht werden – auch am Badesee oder im Freibad. Umso mehr freuen wir uns, bevor wir zu dem ekligen Teil kommen, an dieser Stelle erst einmal eine Entwarnung aussprechen zu können: Dass Sie sich durch das Wasser im Schwimmbad oder See mit Corona anstecken, ist "bundesregierung.de" zufolge sehr unwahrscheinlich. Das Wasser in Freibädern wird laufend gereinigt, das tötet die Corona-Viren ziemlich zuverlässig ab. Diese Reinigung fällt bei Seen und Naturschwimmbädern natürlich weg, trotzdem schätzen Experten das Risiko als sehr gering ein. Die Gefahr lauert eher woanders: Wenn man sich ohne den nötigen Abstand zu anderen Menschen auf der Liegewiese sonnt, zum Beispiel, oder im Gedränge vor dem Pommes-Stand.

Werden Geschlechtskrankheiten durch das Wasser übertragen?

Wie sieht es eigentlich mit Geschlechtskrankheiten aus? Auch hier geben Experten Entwarnung: Eine Infektion mit schweren Geschlechtskrankheiten wie HIV oder Tripper ist laut "netdoktor.at" beim Besuch von Schwimmbad und See nicht möglich. Dazu braucht es schon Sex oder zumindest direkten Hautkontakt. Sie sollten allerdings vorsichtig dabei sein, mit wem Sie Ihr Handtuch teilen: Laut "liebesleben.de" können durch ein gemeinsam genutztes Handtuch Krankheitserreger wie Filzläuse oder Krätze weitergegeben werden. Diese sind aber glücklicherweise vergleichsweise harmlos. Auch Chlamydien können Sie sich im Freibad nicht einfangen…

Chlamydien-Bakterien lösen Konjunktivitis aus

… zumindest nicht als Geschlechtskrankheit. Unter anderem können aber Bakterien, die zur Chlamydien-Familie gehören, eine sogenannte Schwimmbad-Konjunktivitis auslösen, d.h. eine Bindehautentzündung. Gefährlich ist dabei die Kombination von Chlor und Keimen: Da Chlor den schützenden Tränenfilm angreift, haben Keime ein leichtes Spiel, in die Augen einzudringen. Normalerweise sind gerötete Augen direkt nach dem Schwimmen kein Grund zur Sorge, sollte die Rötung aber auch nach 24 Stunden noch nicht abgeklungen sein, sollte ein Arzt konsultiert werden.

Ebenfalls unangenehm: Schwimmbad-Otitis

Wer sich lange im Wasser aufhält und dabei auch mit dem Kopf unter Wasser gerät, kann sich eine sogenannte Schwimmbad-Otitis zuziehen. Dabei handelt es sich um eine Entzündung des Gehörgangs, die dadurch entsteht, dass das Wasser die Haut der äußeren Gehörgänge aufweicht. Dadurch wird der natürliche Schutzmechanismus beeinträchtigt: Wie auch bei der Bindehautentzündung können Keime leichter in das empfindliche Ohr eindringen.

Eine Schwimmbad-Otitis erkennen Sie laut "apotheken-umschau.de" daran, dass das Ohr zuerst juckt und dann stark schmerzt. Es kann sein, dass Ihr Hörvermögen beeinträchtigt ist, außerdem kann es zu optischen Symptomen wie geröteter, trockener oder schuppiger Haut kommen oder es kann Flüssigkeit aus dem Ohr austreten. Verspüren Sie derartige Symptome, sollten Sie auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen.

Frauen-Ärgernis: Scheideninfektion und Blasenentzündung

Wirklich unangenehm, aber leider für viele Frauen ein gewohntes Übel, sind Scheideninfektionen und Blasenentzündungen. Auch diese Beschwerden können durch das Schwimmen im Freibad oder im See begünstigt werden. Ist das Milieu der Scheidenflora gestört, wie es beispielsweise bei Schwangeren oder älteren Frauen der Fall sein kann, können Erreger in die Scheide eindringen und dort eine Infektion verursachen. Wenn die Erreger noch weiter aufsteigen, kann es zu einer Infektion der Harnblase und somit zu einer Blasenentzündung kommen.

Wenn Sie wissen, dass Sie anfällig für Scheideninfektionen oder Blasenentzündungen sind, können Sie vorbeugen, indem sie sich nach dem Schwimmen gut abtrocknen und gleich die nassen Badesachen aus- und trockene, warme Sachen anziehen. Der Hintergrund dieser Maßnahmen ist, dass Keime, wenn Ihr Körper auskühlt, leichteres Spiel haben.

Diese Gefahren lauern sonst noch im Schwimmbad

Selbstverständlich gibt es noch viele weitere Beschwerden, die nach einem Besuch im Freibad oder am Badesee auftreten können. Häufig sind zum Beispiel Pilzbefall, beispielsweise Fußpilz, oder verschiedene Formen der Dermatitis, d.h. einer Entzündung der Haut. Ebenfalls kann es zu Durchfall und Erbrechen kommen, etwa, weil versehentlich Wasser geschluckt wurde.

In seltenen Fällen kann es, wie "trainingsworld.com" berichtete, außerdem zur Übertragung von Hepatitis A kommen. Die bekannten Fälle einer Hepatitis-A-Infektion im Schwimmbad lassen sich allerdings auf ungenügend gechlorte Bäder mit einem hohen Fäkaliengehalt zurückführen. In einem Schwimmbad mit guter Wasserqualität (und die sind in Deutschland die Regel!) sollte dies nicht vorkommen.

Nichtsdestotrotz sollten Sie im Hinterkopf behalten, dass Chlor nicht alles tötet: Kryptosporidien beispielsweise sind extrem resistent und können auch in gechlortem Wasser einige Tage überleben. Es handelt sich dabei um Bakterien, die fäkal ausgeschieden werden und unter anderem zu Durchfall und Fieber führen können. Laut "deutsche-apotheker-zeitung.de" sind Schwimmbäder hier eine häufige Verbreitungsstelle.

Ein weiteres Schwimmbad-Ärgernis: Dellwarzen! So behandeln und entfernen Sie sie richtig.

Sie wagen sich trotz aller hier aufgezählten Keime noch ins Schwimmbad? Gratulation! Das sollten Sie in der Bade-Saison während der Corona-Krise beachten.

Nicht nur in Bädern und Seen lauern Gefahren: In der Ostsee können Sie es mit Vibrionen zu tun bekommen.

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