Aktualisiert: 11.08.2020 - 17:38

Vorsicht, schmerzhaft! Der Biss der Kriebelmücke kann lebensgefährlich sein

Die Kriebelmücke sticht nicht, sondern zerschneidet mit ihren Mundwerkzeugen die Haut ihres Opfers. Dann saugt sie das austretende Blut auf.

Foto: iStock / Henrik_L

Die Kriebelmücke sticht nicht, sondern zerschneidet mit ihren Mundwerkzeugen die Haut ihres Opfers. Dann saugt sie das austretende Blut auf.

Sie finden schon gewöhnliche Stechmücken lästig? Erst recht in Acht nehmen sollten Sie sich aber vor der Kriebelmücke. Alle Details hier!

Alle Jahre wieder bricht die Mückenplage über uns herein. Und jedes Mal sind wir erneut überrascht von der Beharrlichkeit und Aggressivität mit der die lästigen Stechmücken sich über ihr Festmahl, sprich: uns, hermachen. Während sich die Mücken an unserem Blut ordentlich satt trinken, leiden wir unter einer Vielzahl von roten, juckenden, unansehnlichen Stichen, und obwohl wir wissen, dass wir es eigentlich bleiben lassen sollten, kratzen wir hingebungsvoll.

Insektenstiche & Co.
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Abgesehen davon, dass Mückenstiche nervig sind, stellen sie meistens keine echte gesundheitliche Beeinträchtigung dar. Zwar wissen wir, dass Mücken vereinzelt auch in Deutschland Krankheiten übertragen können, beispielsweise das West-Nil-Virus. Im Großen und Ganzen sind die Stiche heimischer Mücken aber harmlos – so zumindest die allgemein vorherrschende Annahme. Das gilt allerdings längst nicht für alle Arten: Verglichen mit der gewöhnlichen Stechmücke ist die Kriebelmücke ein ganz anderes Kaliber! Ihr Biss kann im schlimmsten Fall zu einer Blutvergiftung führen.

So erkennen Sie die Kriebelmücke

Eine Broschüre des Ministeriums für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg weist darauf hin, dass "Mücke nicht gleich Mücke ist" und dass es allein in Deutschland 28 Mückenfamilien gibt. Die Kriebelmücke kommt insbesondere im mitteldeutschen Flachland immer häufiger vor, was vermutlich an der sich verbessernden Wasserqualität der Flüsse liegt: Im Gegensatz zu anderen Mückenarten, die auch von stehenden Gewässern angezogen werden, ist die Kriebelmücke ausschließlich an fließenden Gewässern zu finden. Sie ist sowohl tags- als auch nachtsüber aktiv und tritt meistens während einer drei- bis vierwöchigen Phase im Frühjahr besonders stark auf.

Optisch ist die Kriebelmücke gut zu erkennen: Sie ist der Stechmücke nicht besonders ähnlich. Die Kriebelmücke ist nur 1,5 bis 5 mm groß und damit deutlich kleiner als die Stechmücke, die eine Größe von 3 bis 7 mm erreichen kann. Außerdem hat sie eine rundere, fliegenähnliche Form und einen vergleichsweise kurzen Saugrüssel.

Der Biss der Kriebelmücke – alles andere als harmlos

Dass der Saugrüssel der Kriebelmücke so kurz ist, hat einen guten Grund: Im Gegensatz zur Stechmücke saugt sie das Blut nicht einfach, sondern geht deutlich brutaler vor: Sie schneidet mit ihren Mundwerkzeugen ein Loch in die Haut ihres Opfers und saugt das austretende Blut von der Hautoberfläche ab. Damit hinterlässt sie deutlich größere Wunden als ihre Kollegin, die Stechmücke. Gleichzeitig gibt sie über ihren Speichel Stoffe in die Wunde ab, die die Blutgerinnung verhindern.

Dementsprechend heftig fällt die Reaktion des Menschen auf einen Stich der Kriebelmücke aus: Der Körper setzt Histamine frei, reagiert also wie bei einer allergischen Reaktion. Der Biss kann bis auf die Größe einer Hand anschwellen, weiterhin können sich Knötchen, Ödeme oder andere Anomalien der Haut entwickeln. Nicht zu unterschätzen sind auch andere Symptome, die an eine Allergie erinnern, beispielsweise Auffälligkeiten bei der Atmung oder Probleme mit dem Kreislauf.

Im schlimmsten Fall: Blutvergiftung!

Im schlimmsten Fall kann der Biss der Kriebelmücke zu einer Blutvergiftung führen. Symptome, die auf eine solche hindeuten, sind Fieber, Schüttelfrost und rote Striemen, die sich vom Biss aus ausbreiten. Eine Blutvergiftung kann lebensgefährlich sein! Sollten Sie derartige Symptome bemerken, kontaktieren Sie unverzüglich einen Arzt!

Auch, wenn es nicht zu einer besonders schlimmen Reaktion kommt, haben Sie vom Biss der Kriebelmücke vermutlich länger etwas: Die Heilung kann sich über mehrere Wochen ziehen. Wie bei der Hinterlassenschaft der Stechmücke gilt: Bloß nicht kratzen! Dadurch könnten Bakterien in die Wunde gelangen. Es gibt allerdings Cremes, die den Juckreiz lindern. Lassen Sie sich dahingehend am besten in der Apotheke beraten.

Auch Stechmücken sind nicht immer harmlos. Unter anderem können Mücken Viren übertragen. Das RKI hält das West-Nil-Virus auch bei uns in Deutschland für eine dauerhafte Gefahr. Lesen Sie außerdem, welche Auswirkungen die Mückenplage sonst noch hat.

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