Aktualisiert: 07.08.2020 - 20:15

Salmonellen, Listerien... Vorgeschnittene Melone: Praktisch – aber auch keimfrei?

Sooo praktisch, dieses vorgeschnittene Obst. Vor allem Melone wird gerne so angeboten. Wenn die Kühlung aber nicht stimmt, sollten Sie vorsichtig sein. Und neben möglicher Keimbelastung wird auch die Menge an Plastik zum echten Problem.

Foto: iStock.com/Tatiana Suyarova

Sooo praktisch, dieses vorgeschnittene Obst. Vor allem Melone wird gerne so angeboten. Wenn die Kühlung aber nicht stimmt, sollten Sie vorsichtig sein. Und neben möglicher Keimbelastung wird auch die Menge an Plastik zum echten Problem.

Wie praktisch sie doch sind, die vorgeschnittenen Melonenwürfel aus dem Supermarkt. Über vorgeschnittenes Obst lässt sich streiten, bei der Melone erspart es aber jede Menge Arbeit – und man muss nicht gleich eine ganze Riesenfrucht kaufen. Doch ein paar Dinge sollten Sie für den gesunden Genuss beachten.

Vorgeschnittenes Obst oder fertig abgepackte Salate sind ja sowieso schon so eine Sache. Sind sie wirklich hygienisch geschnitten und verpackt worden? Wurde die Kühlkette nie unterbrochen? Wie lange sind sie haltbar? Ganz kritisch kann es aber bei der Melone werden. Denn das wasserhaltige Obst verdirbt schnell, bietet aber in geschnittener Form viel Oberfläche für Keime. Bei vorgeschnittener Melone sollten Sie daher mehr als noch bei anderem Obst auf ein paar Dinge achten.

Vorgeschnittene Melone: Obst kann zum Keimherd werden

So eine riesige Melone ist gar nicht so leicht zu zerkleinern. Und dann auch noch die schiere Größe der Frucht: Wer nicht gerade eine Großfamilie versorgt, dem gammelt gerne einmal noch ein halbes Obst im Kühlschrank herum. Um das zu vermeiden, greift man doch bei melonigem Heißhunger gerne mal zum vorgeschnittenen Exemplar.

Wer aber schon einmal einer ganzen Melone oder einem Melonen-Reststück beim Altern zugeschaut hat, weiß: das geht relativ schnell. Und je mehr Oberfläche so ein Stück Melone hat, desto schneller vergammelt es. Das Fatale: Anfangs sieht man das gar nicht mal unbedingt. Doch auf der unebenen Schnittfläche können sich jede Menge Keime tummeln und vermehren. Damit also nicht die nächste Salmonellen- oder Listerienvergiftung ins Haus steht, sollten Sie zu vorgeschnittenem Obst wirklich nur dann greifen, wenn Sie es entweder direkt verzehren oder ohne große Umwege sofort wieder kühl lagern.

Darauf sollten Sie beim Kauf achten

Kaufen Sie außerdem nur vorgeschnittenes Obst, das optisch noch einwandfrei aussieht. Gibt es merkwürdig gefärbte Stellen? Befindet sich schon viel Fruchtwasser auf dem Boden des Gefäßes? Dann lieber Finger weg. Das gilt übrigens für jegliche bereits zerstückelte Obstwaren, nicht nur für vorgeschnittene Melone.

Erhaschen Sie einen Blick auf die Temperaturanzeige der Kühltruhe im Laden? Das Obst sollte nämlich bei maximal 7 °C gelagert sein. Liegt es womöglich in einer offenen Truhe weit oben? Dann lieber ein Päckchen von weiter unten nehmen. Ist es ungekühlt? Dann auch hier: Finger weg!

Institut prüft regelmäßig auf Keime

Dass bereits geschnittenes Obst ein Mekka für Keime ist, da haben auch wir bereits drüber berichtet. Das Lebensmittel- und Veterinärinstitut Braunschweig (LVI) etwa untersucht seit fünf Jahren stichprobenweise, ob geschnittene Melonen schon beim Kauf mit Keimen belastet sind. Dabei sind seit 2016 fast 70 einzelne Proben auf den Prüftischen der Tester gelandet. Geprüft wurde nicht auf Herz und Nieren, aber auf Salmonellen und Listerien sowie auf andere kritische Lebensmittelkeime. Dazu gehören auch Schimmelpilze oder das Darmbakterium E. coli. Bei allem droht beispielsweise eine Gastroenteritis, also "Magen-Darm" – mit Verdauung und Co. Immerhin: Das Bakterium Campylobacter wird auf Melonen eher nicht vermutet, stammt es doch aus dem Darm von Tieren und ist somit normalerweise nur auf Tierprodukten zu finden.

Im Zweifel lieber das ganze Obst

Also: Auch, wenn's weggeht wie, nunja, geschnitten Obst – greifen Sie besser nur zu bereits geschnittener Melonenware, wenn Sie absolut sicher sind, dass die Stücke frisch sind (normalerweise muss das Verpackungsdatum aufgedruckt sein) und wenn Ihnen ein paar Stücke süße Erfrischung reichen.

Verzichten auf vorgeschnittene Melone und anderes schon geschnittenes Obst sollten dagegen laut Verbraucherzentrale Bayern Kleinkinder, Schwangere, Ältere und Menschen mit geschwächtem Immunsystem.

Und dann bleibt da auch noch der Aspekt der Umwelt: Wer die ganze Melone kauft, kann sie unverpackt mitnehmen und verzichtet auf unnötigen Plastikmüll. Für das, was vom Obststück übrig bleibt, findet sich doch bestimmt noch Verwendung. Beispielsweise als erfrischender Melonensalat mit Feta und Minze. Oder in Form von leckeren Getränken wie dem gesunden Melonen-Tee-Smoothie oder dem, naja, nicht ganz gesunden, aber äußerst leckeren sommerlichen Erdbeer-Melone-Frosecco.

Absoluter Pro-Tipp: Mit Salz wird frische Melone noch süßer!

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