03.07.2020 - 17:36

Mouches Volantes Glaskörperflocken: Das steckt hinter den Fusseln im Blickfeld!

Da war was im Blickfeld und schon ist es wieder weg? Keine Sorge, die kleinen Fussel, die Sie manchmal sehen, sind Glaskörperflocken – und in der Regel harmlos.

Foto: iStock.com/SensorSpot

Da war was im Blickfeld und schon ist es wieder weg? Keine Sorge, die kleinen Fussel, die Sie manchmal sehen, sind Glaskörperflocken – und in der Regel harmlos.

Haben Sie sich schon einmal über kleine, fusselähnliche Erscheinungen in Ihrem Sichtfeld gewundert, etwa wenn Sie lange auf eine einfarbige, helle Fläche starren? Wir verraten, was dahinter steckt.

Wer schon einmal längere Zeit in den hellen Himmel gestarrt hat, weiß sicherlich, wovon wir reden: Plötzlich tauchen kleine, oft fadenförmige oder kugelige Objekte im Sichtfeld auf. Staub auf der Linse? Bakterien? Oder gar kleine Tierchen? Wir können Sie beruhigen – es ist nichts davon. Die Erscheinungen nennen sich Glaskörperflocken bzw. Glaskörpertrübung, oder französisch "Mouches volantes" und sind ganz normal.

Glaskörperflocken sind eine normale Augenerscheinung

Irre sieht es schon aus, wirkt es doch so, als ob die kleinen Flocken direkt auf der Linse sitzen. Denn wenn Sie die Augen bewegen, folgen die Erscheinungen mit minimaler zeitlicher Verzögerung. Testen Sie das ruhig einmal, indem Sie länger auf ein weißes Blatt Papier oder in den Himmel schauen. Sie sehen kleine Fäden, kugelige Erscheinungen oder gar Wölkchen?

Dann können wir Sie beruhigen: Das ist ganz normal. Es handelt sich dabei nämlich einfach um Gewebepartikel, etwa rote Blutkörperchen, Bindegewebsfasern oder Proteinklümpchen, die im Glaskörper des Auges umherschwimmen. Der Glaskörper sitzt in der Mitte des Auges und ist eine mit einer gelartigen, zu 98 Prozent aus Wasser sowie aus Kollagenfasern und Hyaluronsäure bestehenden Flüssigkeit gefüllte Kugel. Phänomenal, oder? Sie betrachten also wirklich kleinste Teile Ihres Körpers, die Sie normalerweise gar nicht mit bloßem Auge erkennen können!

Phänomen der Schärfentiefe

Dass wir diese kleinen Körperbestandteile beim Blick auf helle Flächen sehen können, liegt an der Funktionsweise unserer Augen. Sie können sich das etwa vorstellen wie bei einem Kameraobjektiv: Wenn wir auf etwas Helles blicken, verengen sich unsere Pupillen. So entsteht eine größere Schärfentiefe (oder Tiefenschärfe – das ist dasselbe!). Und das führt dazu, dass wir auch Objekte nah an der Netzhaut noch scharf erkennen können. Zudem fallen uns diese Erscheinungen im Sichtfeld auf hellen und gleichmäßigen Flächen weit besser auf als vor gemusterten Hintergründen.

Im Französischen heißt das Phänomen übrigens "Mouches volantes", übersetzt etwa "fliegende Fliegen" oder eher "fliegende Mücken", und im Englischen nennt man sie "floaters".

Wann Sie trotzdem zum Augenarzt gehen sollten

Der Glaskörper kann mit dem Alter schrumpfen. Daher machen sich die Flecken etwa ab dem 50. Lebensjahr bei vielen Menschen öfter bemerkbar. Denn wenn der Glaskörper schrumpft, löst er sich allmählich von der Augenrückwand ab. Die Kollagenfasern im Glaskörper können sich dadurch zusammenziehen und rufen verstärkt "fliegende Mücken" hervor.

Normalerweise verschwinden die Glaskörpertrübungen immer wieder. Stellen Sie allerdings fest, dass sich Störungen im Sichtfeld befinden, die sich nicht wegbewegen oder "auflösen" und immer da sind oder sogar größer werden? Können Sie diese Störungen auch bei schlechterem Licht erkennen? Dann sollten Sie Ihre Augen lieber augenärztlich untersuchen lassen.

In sehr seltenen Fällen, wenn die Glaskörperflocken zu gehäuft auftreten, so dass sie die Sicht enorm einschränken, kann der Glaskörper im Augapfel entfernt werden (Vitrektomie).

Möglicherweise handelt es sich aber auch um eine Augenkrankheit. Bei Punkten im Sehfeld kann auch eine Migräne ausschlaggebend sein. Diese Aura-ähnlichen Erscheinungen können auch ohne Kopfschmerzen auftreten. Meist sehen Patienten hier aber einen zickzackförmigen und flimmernden Fleck. Auch der verschwindet nach höchstens 72 Stunden wieder.

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Stress kann übrigens auch auf die Augen gehen. Auch insgesamt verraten unsere Augen viel über unsere Gesundheit. Wussten Sie z.B., dass man Alzheimer auch schon frühzeitig an den Augen erkennen kann?