Aktualisiert: 18.06.2020 - 20:06

Ab zum fremden Zahnarzt? Zahnschmerzen im Urlaub! Und jetzt?

Zahnschmerzen im Urlaub - so geht man richtig damit um

Zahnschmerzen im Urlaub - so geht man richtig damit um

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Da freut man sich Ewigkeiten auf die wohlverdiente Entspannung und dann das: Plötzlich fängt ein Zahn an, schmerzhaft zu pochen. Doch die Heimat ist fern, der Zahnarzt spricht möglicherweise eine andere Sprache. Also was tun?

Endlich ist sie da, die wohlverdiente Urlaubszeit. Sie steigen gutgelaunt in den Flieger oder fahren los, freuen sich auf entspannte Tage – und dann macht das Gebiss Ihnen einen gehörigen Strich durch die Rechnung: Zahnschmerzen im Urlaub können zur echten Herausforderung werden. Wie Sie die Zeit bis zuhause so schmerzfrei wie möglich überbrücken, wann Sie dennoch einen Zahnarzt vor Ort aufsuchen sollten und wie Sie dabei vorgehen, lesen Sie hier.

Zahnschmerzen im Urlaub? Erste Hilfe kann reichen

Klar, den fremden Zahnarztstuhl möchte man ungern betreten – vor allem, wenn man möglicherweise die Sprache des Landes nicht beherrscht und gar nicht weiß, wie man den Schmerz denn am besten beschreiben soll. Mit Händen und Füßen? Kann funktionieren, ist aber auch nicht einfach.

Oft ist der Gang zum Zahnarzt im Urlaub aber noch nicht notwendig. Erste Hilfe kann viel leisten, so dass Sie die Probleme bis zuhause gut aussitzen können. Sobald Sie aber wieder im eigenen Lande sind, heißt es: Ab zum eigenen Zahnarzt! Durchchecken ist immer gut! Bis dahin können diese Tipps helfen:

  1. Bewahren Sie Ruhe: Ein leichtes Ziehen oder Pochen kann auch wieder weggehen oder aushaltbar bleiben.
  2. Meiden Sie Wärme und Hitze sowie direkte Sonneneinstrahlung: Halten Sie sich also lieber an einem schattigen Ort auf, wenn es geht, kühl.
  3. Verzichten Sie auf körperliche Anstrengung: Die fördert die Durchblutung zusätzlich und belastet den Körper.
  4. Verzichten Sie auf Alkohol, Kaffee und Zigaretten.
  5. Bei leichten Schmerzen können Sie auch auf ein leichtes Schmerzmittel zurückgreifen. Jedoch sollten Sie hier nicht täglich drauf zurückgreifen. Höchstens drei Tage hintereinander, höchstens zehn Tage im Monat, empfehlen Schmerz-Experten.
  6. Fragen Sie an der Hotelrezeption nach kalten Umschlägen oder besorgen Sie sich welche, sollten Sie Schwellungen spüren. Auch vorsichtig Eiswürfel lutschen kann helfen. Eiswürfel und Kühlpads von außen angewendet immer noch mit einem Tuch umwickeln! Zu kalt gehalten sollte die Stelle nicht, um die Durchblutung nicht zu sehr zu behindern.
  7. Zahnkrone oder Füllung herausgefallen? Versuchen Sie, den Zahnersatz mit Haftcreme zu fixieren. Notfalls kann auch Zahnpasta helfen.
  8. Zahnfleischbluten? Spülen Sie regelmäßig mit Salbei- oder Kamillentee oder besorgen Sie sich eine Mundspülung mit dem Wirkstoff Chlorhexidin.

Notfall Zahn ausgeschlagen – und jetzt?

Ein Sonderfall ist es, wenn Sie sich einen Zahn oder ein Zahnteil ausgeschlagen haben. Dann ist schnelles Handeln gefragt. Auch hier gibt's Tipps:

  1. Bewahren Sie Ruhe und versuchen Sie, eventuelle Blutungen zu stoppen. Meist hören sie von selbst nach einer gewissen Zeit wieder auf.
  2. Suchen Sie den ausgeschlagenen Zahn oder das Zahnteil, berühren Sie dabei aber nicht die Zahnwurzel. In der Apotheke gibt es sogenannte "Zahnrettungs-Boxen" – es kann sich lohnen, eine solche Box bereits vor der Reise zu kaufen und mitzunehmen. So können Sie den Zahn oder das Zahnteil bis zu zwei Tage aufbewahren. Für ein bis zwei Stunden tut es aber auch pasteurisierte H-Milch. In Plastikfolie oder isotonischer Kochsalzlösung lässt sich der Zahn bis zu 30 Minuten lang aufbewahren.
  3. Vermeiden Sie unbedingt, den Zahn trocken zu lagern oder ihn in normalem Wasser, in einem Tuch oder gar in der Mundhöhle zu lagern!
  4. Zahn sichergestellt? Dann schnellstmöglich ab zum Zahnarzt!

Doch zum Zahnarzt: Was tun, wenn's nicht anders geht?

Aber wenn die Schmerzen zu groß werden, oder Sie sich gar einen Zahn oder ein Zahnstück ausgeschlagen haben, führt wohl kein Weg am Zahnarzt vorbei. Gut gerüstet ist, wer im Vorfeld eine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen hat. Das kann Ihnen eine ganze Menge Behandlungsgebühren ersparen. Erkundigen Sie sich vorher gut: In vielen EU-Ländern ersetzt die "European Health Insurance Card" seit 2004 den Auslandskrankenschein. Wer außerhalb der EU reist, sollte sich um eine entsprechende Reiseversicherung kümmern. Da informieren Sie sich am besten bei Ihrer Krankenkasse.

Und wenn der Gang zum Zahnarzt wirklich unausweichlich ist, Sie aber gar nicht wissen, wie Sie sich mitteilen sollen, da Sie die Landessprache nicht kennen? Die Initiative ProDente e.V. hat für solche Fälle einen dentalen Sprachführer herausgegeben. In der Broschüre "Au Backe" finden Sie zahnmedizinische Beschwerdebilder in die Landessprachen der sieben Hauptreiseländer übersetzt:

  • englisch
  • französisch
  • griechisch
  • italienisch
  • portugiesisch
  • spanisch
  • türkisch

Das kleine Faltblatt, das perfekt ins Portemonnaie oder die Hosentasche passt, hat auch Phrasen in petto, die bei Zahnarzt-Angst helfen und die behandelnden Ärzte darauf aufmerksam machen, dass sie es mit einem Angstpatienten zu tun haben. Dazu gibt's Tipps dazu, wie Sie sich nach der Behandlung am besten verhalten und bekommen eine Checkliste an die Hand.

Vorsorge vor dem Urlaub: Gar nicht so weit kommen lassen!

Am besten lassen Sie es aber gar nicht erst soweit kommen. Suchen Sie bereits vor der Reise Ihre Zahnärztin oder Ihren Zahnarzt auf und lassen Sie Ihre Beißer nochmal gründlich durchchecken! Am besten lassen Sie sich einen Termin rund drei Wochen vor Abreise geben. Dann können eventuell notwendige Behandlungen vorher noch erfolgen und Sie können entspannt dem Urlaub ohne Zahnschmerzen entgegenfiebern.

Zahngesundheit ist wichtig! Während der Corona-Krise gelten beim Zahnarztbesuch übrigens ein paar Regeln.

Bestellen können Sie den dentalen Sprachführer bei proDente unter der Telefonnummer 01805-55 22 55 oder unter https://www.prodente.de/zaehne/informationen.html beziehen.

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