13.06.2020 - 19:09

Koffein und Nebenwirkungen Kaffee-Unverträglichkeit: Was tun, wenn Bauch oder Kopf schmerzen?

Plötzlich Kopfschmerzen nach ein paar Schlucken Kaffee? Dann könnte eine Unverträglichkeit dahinter stecken.

Foto: iStock.com/AntonioGuillem

Plötzlich Kopfschmerzen nach ein paar Schlucken Kaffee? Dann könnte eine Unverträglichkeit dahinter stecken.

So mancher von uns wird ohne ihn gar nicht erst wach oder funktionsfähig: Kaffee! Doch vertragen Sie das koffeinhaltige Heißgetränk problemlos? Wenn nicht, geht's Ihnen wie vielen.

Ihr Inhalt duftet verführerisch, sie wärmt unsere müden Hände und beim ersten Schluck merken wir bereits, wie der heiße Muntermacher unseren Körper durchströmt: Die erste Tasse Kaffee am Morgen ist doch einfach eine Offenbarung. Aber dann das: Der Bauch fängt an zu rumoren, möglicherweise wird Ihnen sogar übel: Dies und mehr können Anzeichen einer Kaffee-Unverträglichkeit sein.

Kaffee-Unverträglichkeit: Nicht verwechseln mit Allergie

Bei zu viel Kaffee kann irgendwann der Punkt erreicht sein, an dem wir anfangen zu zittern und der Bauch Probleme macht. Passiert das aber schon nach nur einer Tasse oder gar noch weniger, liegt wahrscheinlich eine Unverträglichkeit vor.

Bei einer Unverträglichkeit handelt es sich jedoch nicht um eine Allergie. Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem über. Eine Unverträglichkeit hingegen äußert sich meist, wenn ein bestimmter Stoff nicht richtig abgebaut werden kann.

Ursachen und Symptome hängen zusammen

Drei Hauptursachen gibt es für eine Kaffee-Unverträglichkeit:

  • Zu hohe Magenaktivität und dadurch zu hohe Säureproduktion: In Kaffee befinden sich Öle, Säuren (v.a. Fruchtsäure (Chlorogensäure)) und Bitterstoffe, die auf den Magen einwirken – sie regen seine Aktivität an. Wer sowieso einen empfindlichen Magen hat, kann mit Magenkrämpfen, Sodbrennen, Durchfall und Übelkeit rechnen.
  • Ein Mangel an dem Enzym Diaminoxidase (DAO): Dieses Enzym baut eigentlich biogene Amine wie Histamin ab. Kaffee kann das Enzym blockieren und es unwirksam oder schlechter wirksam machen. So können auch die biogenen Amine nicht abgebaut werden. Die Folge merken Sie vor allem am vegetativen Nervensystem: Kopfschmerzen, Herzrasen, Zittern und Einschlafstörungen. Eine Histaminintoleranz geht häufig mit Kaffee-Unverträglichkeit einher.
  • Manchmal verträgt der Körper aber auch schlicht das Koffein nicht so gut, ist also überempfindlich dagegen. Dies können Sie ganz leicht testen: Rufen Cola, schwarzer und grüner Tee oder Energydrinks ähnliche Symptome wie Magenschmerzen oder Kreislaufbeschwerden hervor?

Sie sehen: Die Art, wie Sie auf Kaffee reagieren, zeigt Ihnen, wo genau das Problem liegt.

Videos zu Magen-Darm-Erkrankungen
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Aber wie werde ich denn jetzt wach?

Wenn Sie keinen großen Wert auf den Geschmack legen, gibt es zum Glück – je nach Unverträglichkeit – ein paar Alternativen.

Ist das Koffein schuld? Dann versuchen Sie es mal entkoffeiniert oder probieren Sie Getreidekaffee. Und ja, man kann auch ohne Koffein wach werden. Der Körper muss sich da nur erst einmal wieder dran gewöhnen. Alternativen können zum Beispiel Ingwertee, Zitrone oder – und das ist eine äußerst gute Nachricht, wie wir finden – Kakao sein. Ganze 10 koffeinfreie Wachmacher als Kaffee-Ersatz stellen wir Ihnen vor.

Trotzdem Kaffee genießen? So geht's!

Schön und gut, aber was, wenn das Koffein gar nicht schuld ist, aber Tee und Co keine Option sind? Dann geht's trotzdem – sogar noch vollmundiger. Denn es verursacht nicht jede Kaffeesorte- und Zubereitungsart Beschwerden. Probieren Sie sich also durch – das raten wir zumindest allen, die keine allzu schlimmen Beschwerden verspüren. Arabica ist im Gegensatz zu Robusta beispielsweise säureärmer und hat auch einen etwas geringeren Koffeingehalt. (Arabica Kaffee enthält im Schnitt etwa drei bis sechs Prozent der magenreizenden Chlorogensäure, Robusta Kaffee mehr als 10 Prozent!)

Und der König der Getränke aus der Kaffeebohne könnte Ihnen vor allem bekommen: der Espresso! Espressobohnen werden nämlich schonender geröstet und sind dadurch säureärmer. Aus Espressobohnen wird übrigens auch Americano gemacht, eine Art verlängerter Espresso. Und wer es milchig mag: Auch Cappucchino und Latte Macchiato sind Kaffeegetränke aus der Espressobohne.

Aber: Trinken Sie Ihren Kaffee sowieso gerne mit Milch? Manchmal ist es gar nicht der Kaffee, sondern die Kuhmilch, die Verdauungsprobleme hervorruft! Sollten Sie nämlich an einer Laktoseintoleranz leiden, können Sie den darin enthaltenen Milchzucker nicht vertragen.Probieren Sie's mal mit einer Milchalternative. Hafermilch eignet sich zum Beispiel gut – und hat dazu auch noch einen besseren ökologischen Fußabdruck als Kuhmilch oder andere Alternativen.

Immer noch Kaffee-Fan? Man fragt sich ja öfter: Ist Kaffee jetzt gesund oder ungesund? Wir sind der Frage nachgegangen. Klar ist: Der Wachmacher regt die Verdauung an. Mehr zum Thema lesen Sie auf unserer Themenseite.