Aktualisiert: 09.06.2020 - 20:39

Unkonventionelle Hilfe bei Haarausfall Haare einfach nachwachsen lassen – mit gezüchteter Haut!

Probleme mit Haarausfall? Die könnten in (ferner) Zukunft der Vergangenheit angehören: Forschern ist es gelungen, Haut nachzuzüchten, an der echte menschliche Haare wachsen.

Foto: iStock/Doucefleur

Probleme mit Haarausfall? Die könnten in (ferner) Zukunft der Vergangenheit angehören: Forschern ist es gelungen, Haut nachzuzüchten, an der echte menschliche Haare wachsen.

Einem Forscherteam ist es gelungen, menschliche Haut im Labor nachzuzüchten – mit funktionierendem Haarwachstum. Ein Durchbruch, der dafür sorgen könnte, dass die Sorge Haarausfall in der Zukunft vielleicht, ja, ausfällt.

Im Labor gezüchtete, aber dennoch menschliche Hautzellen als Quelle für funktionierende Haarfollikel: Das ist einem Forscherteam der Oregon Health & Science University gelungen. Sie konnten so eine neue Methode vorstellen, die es möglich macht, Haare unbegrenzt wachsen zu lassen. Erst einmal für die Forschung. Aber wer weiß – vielleicht ist dies in Zukunft auch eine Möglichkeit, Menschen mit Haarausfall von ihrem Leid zu erlösen?

Menschliche Haut gezüchtet – und es wachsen sogar Haare!

Die Forscher konnten ihre Ergebnisse bereits im Fachjournal "Nature" vorstellen: Für ihre Untersuchungen haben sie sogenannte Organoide genutzt, das sind im Labor gezüchtete, kleine Zellgruppierungen, mit denen unter anderem auch an künstlich hergestellten, aber organischen Organen geforscht wird. So ist es einem anderen Forscherteam kürzlich gelungen, sogar ein künstliches Netzwerk aus menschlichen Blutgefäßen zu züchten. Warum also nicht auch Haut – ist sie doch das größte menschliche Organ.

Die Forscher haben den "Haut-Organoid" aus frühen Stadien menschlicher Stammzellen gezüchtet. Zellen, die man übrigens auch während der Entwicklung eines Embryos findet. Solche Stammzellen können sich später zu verschiedenen spezifischen Zelltypen entwickeln – je nachdem sozusagen, in welche Richtung man sie schiebt.

"Fast unbegrenzte Quelle menschlicher Haarfollikel"

Benjamin Woodruff, Doktorand im Forscherteam erklärt in einer Pressemeldung der Universität: "Es ist nun möglich, menschliches Haar für die Wissenschaft herzustellen, ohne es einem Menschen entnehmen zu müssen." So erschließe sich zum ersten Mal eine fast unbegrenzte Quelle menschlicher Haarfollikel für die Forschung, schließt er.

Betont wird, dass die Ergebnisse erst einmal für die Wissenschaft interessant sind. Doch so kann weiter daran geforscht werden, die Entwicklung von Haaren und das Wachstum besser zu verstehen und auch besser nachzuvollziehen, woher die Ursachen von Haarausfall kommen. Menschen mit Haarwachstumsproblemen können auf neue Therapieansätze hoffen. Bis es soweit ist, muss aber noch weitergeforscht werden.

Was bis dahin hilft

Heißt also: Wir müssen noch auf bestehende Hilfe gegen Haarausfall vertrauen. Ein Experte erklärt dazu, was wirklich gegen Haarausfall hilft. Hilft alles nichts? Versuchen Sie es mal mit Hausmitteln gegen Haarausfall. Oder schauen Sie sich in Sachen Haarpflege an, wie Haarwuchsmittel im Test abgeschnitten haben. Und wer sich doch lieber wissenschaftlich mit dem Thema auseinandersetzen will: So erfolgreich ist die Zelltherapie gegen Haarausfall!

Verstärkter Haarausfall im Herbst und Winter ist übrigens ganz normal. Aber auch zu viel Arbeit kann Haarausfall begünstigen, wie eine aktuelle Studie zeigt.

Haarausfall im Herbst und Winter - wie die Mähne kräftig bleibt
Haarausfall im Herbst und Winter - wie die Mähne kräftig bleibt

Quelle: ohsu.edu

Studie: Lee, Rabbani et.al, Nature, "Hair-bearing human skin generated entirely from pluripotent stem cells"

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