Aktualisiert: 04.06.2020 - 21:12

Ungenießbares aus dem Garten Vorsicht: Zucchini können giftig werden!

Selbst gezüchtete Zucchini können zwar verdammt gesund sein. Bei falscher Zucht aber auch sehr giftig.

Foto: iStock.com/Leptospira

Selbst gezüchtete Zucchini können zwar verdammt gesund sein. Bei falscher Zucht aber auch sehr giftig.

Haben Sie schon einmal auf ein Stück Zucchini gebissen und festgestellt, dass das eigentlich so leckere Gemüse total bitter schmeckt? Dann heißt es: lieber wegwerfen! Wir verraten Ihnen, wann besonders Selbstangebautes aus dem eigenen Garten eine Gefahr sein kann.

Böse Zungen behaupten ja, das Sommergemüse habe keinen besonders starken Eigengeschmack. Dabei können gerade selbst geerntete Zucchini aus dem Garten unglaublich lecker und aromatisch sein. Doch hier ist Vorsicht geboten. Denn wenn man nicht aufpasst, können Zucchini giftig werden.

Giftige Zucchini: Cucurbitacin reizt die Magenschleimhaut enorm!

Wer Zucchini im Laden kauft oder vorgezogene Setzlinge in den Garten pflanzt und sich später über das frische Gemüse her macht, braucht kaum etwas befürchten. Doch bei Selbstgezüchtetem ist Vorsicht geboten: Zucchini gehören zu den Kürbisgewächsen und können, ebenso wie Speisekürbisse, Gurken und Melonen, den Stoff Cucurbitacin enthalten.

Cucurbitacine sind Bitterstoffe, und es gibt rund 40 davon. Alle sind toxisch und wirken insektizid und fungizid – was gut für die Pflanze, aber schlecht für den Verzehrenden ist. Cucurbitacine lassen die Zucchini oder den Kürbis nicht nur bitter schmecken und riechen – übrigens ein gutes Zeichen, dass Sie das Gemüse schnellstmöglich entsorgen sollten – sondern kann auch die Magenschleimhaut reizen und Symptome wie Unwohlsein bis hin zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall hervorrufen. Wer viel Cucurbitacin zu sich nimmt, kann sogar stark blutigen Durchfall entwickeln, der zum Tod führen kann. Man geht von einer tödlichen Dosis von 300 mg beim Menschen aus. Durch den bitteren Geschmack wird man aber glücklicherweise meist schnell genug abgeschreckt, bevor man solche Mengen aufnehmen kann.

Cucurbitacin lässt sich auch nicht durchs Kochen zerstören. Sollte Ihnen also die zubereitete Mahlzeit durch ihren bitteren Geschmack auffallen: weg damit!

Vorsicht beim Selbstziehen

Normalerweise wurde der Stoff bei den im Supermarkt erhältlichen Sorten bereits weggezüchtet, so dass die Zucchini in der Regel unbedenklich verzehrt werden kann.

  • Doch sollten Sie Zucchini-Kerne, gar von verschiedenen Zucchinis, gesammelt haben und sich daraus eine neue Pflanze ziehen wollen, kann es vorkommen, dass sich das Gift infolge einer Mutation oder Rückkreuzung wieder bildet.
  • Große Hitze kann den Stoff allerdings auch wieder in das Gemüse zurückbringen, verraten Experten. Denn bei hoher Hitze, wie sie beispielsweise auch hierzulande im Hochsommer im Gewächshaus durchaus entstehen kann, setzt die Zucchinipflanze unter Stress und sie fängt an, den Bitterstoff vermehrt zu produzieren.
  • Ähnlich wirken sich Temperaturschwankungen, Feucht-Trocken-Schwankungen, Pilzinfektionen zu feuchten Pflanzen oder Überreife aus.
  • Eine falsche Lagerung kann die Bildung von Cucurbitacinen ebenfalls begünstigen.
  • Auch sollten Sie niemals essbare Zucchini oder Speisekürbisse neben Zierkürbissen anbauen. Wachsen die Pflanzen zu nah beieinander, kann es zu Rückkreuzungen kommen.

Tipp: Kaufen Sie Zucchinisamen immer im Handel. Diese gelten als sicher. Nutzen Sie dagegen keine aus dem eigenen Garten stammenden Zucchini- und Kürbissamen für die eigene Zucht.

Zucchini am besten innerhalb weniger Tage verzehren

Doch Zucchini können nicht nur bei eigener Aufzucht bitter werden. Auch, wenn sie zu lange gelagert werden, können sich ungenießbare Bitterstoffe bilden. Lagern Sie Ihre Zucchini daher immer an einem kühlen und dunklen Ort, am besten in Pergamentpapier oder ein trockenes Baumwolltuch eingewickelt.

Frische Zucchini erkennen Sie daran, dass sie neutral bis leicht süßlich schmeckt, egal ob roh oder gekocht. Achten Sie beim Kauf auf eine glatte, glänzende und feste sowie unbeschädigte Oberfläche.

Ohne Cucurbitacin: Zucchinis können richtig gesund sein

Wenn nicht gerade giftige Bitterstoffe drin stecken, strotzen Zucchinis nur so vor gesunden Inhaltsstoffen. Sie haben einen Kaloriengehalt von lediglich rund 18 kcal pro 100 g und eignen sich daher besonders gut für die leichte Sommerküche. Zudem enthalten Sie eine Vielzahl an Vitaminen und Nährstoffen: Kalzium, Magnesium, Eisen und Phosphat sowie die Vitamine A, B1, B2, B6, C und E sowie Folsäure.

Es gibt aber auch ungiftige Bitterstoffe, mit denen Sie sogar abnehmen können.

Übrigens: Zwischen Juli und Oktober können Sie auch frisches Zucchinigemüse aus Deutschland auf Märkten kaufen oder eben selbst ernten. Zu den restlichen Zeiten handelt es sich um Importwaren. Haben Sie eine leckere Zucchini erwischt? Dann probieren Sie doch mal diese sieben tollen Zucchini-Zubereitungsarten aus!

Die Frage, ob gesund oder ungesund, stellt sich übrigens auch bei Rhabarber. Denn genau wie Spinat, Mangold und Sauerampfer enthält das Gewächs Oxalsäure, die in großen Mengen giftig sein kann.

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