11.05.2020 - 20:56

Tomatenketchup im Vergleich Die Hälfte ist sehr gut: Ökotest bewertet Tomatenketchup

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Das Verbrauchermagazin Ökotest verglich Tomatenketchup, um den Verbrauchern die Auswahl eines guten Produktes zu erleichtern.

Foto: iStock/gesrey

Das Verbrauchermagazin Ökotest verglich Tomatenketchup, um den Verbrauchern die Auswahl eines guten Produktes zu erleichtern.

Das Verbrauchermagazin Ökotest verglich Tomatenketchup und überprüfte, ob die 20 getesteten Produkte die Qualitäts-Kriterien erfüllen.

Kinder lieben ihn und auch so mancher Erwachsener peppt sein Essen mit einer Portion Tomatenketchup auf. Bei Pommes darf er nicht fehlen und die gute alte Nudelsauce wäre ohne Ketchup nicht denkbar. Die Regale in den Supermärkten sind voll mit Produkten, sodass der Verbraucher vor der Qual der Wahl steht. Das Verbrauchermagazin Ökotest verglich Tomatenketchup, um den Verbrauchern die Auswahl eines guten Produktes zu erleichtern.

Die gute Nachricht: etwa die Hälfte der 20 getesteten Produkte wurde mit „sehr gut“ ausgezeichnet, aber es gab auch mittelmäßige und mangelhafte Produkte.

Tomatenketchup im Ökotest-Vergleich: Gehalt an Zucker und Lykopin

Denn ein gutes Produkt sollte sehr wohl ein paar wenige Kriterien erfüllen. So war es den Testern beispielsweise wichtig, wie viel Zucker im Ketchup enthalten ist. Da vor allem Kinder gern zu der roten Würzsauce greifen und auch gern ein bisschen mehr davon nehmen, lohnt es sich der Gesundheit zuliebe, auf den Zuckergehalt zu schauen. Laut den Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nimmt ein Kind im Alter von drei Jahren mit zwei Esslöffeln Ketchup schon mehr als die empfohlene Menge Zucker pro Tag zu sich.

Apropos Kinder: In seinem Bericht weist das Verbrauchermagazin darauf hin, dass die Zutaten für Kinderketchup ähnlich sind. Eine Investition in speziellen „Kinderketchup“, die oft teurer sind als normale Varianten, lohnt sich also nicht.

Im Gegensatz dazu hat Ketchup auch gesunde Inhaltsstoffe: Das Corotinoid „Lykopin“ ist für die rote Farbe reifer Tomaten verantwortlich und hat antioxidative Eigenschaften, schützt also die Zellen vor freien Radikalen. Ist der Lykopingehalt im Ketchup gering, zeigt das, dass insgesamt weniger oder weniger reife Tomaten verarbeitet wurden und ein weniger hochwertiges Produkt vorliegt. Im Test traf das auf drei Tomatenketchups zu.

Schadstoffe im Tomatenketchup

Wer sich den industriellen Anbau von Tomaten anschaut, weiß, dass hier häufig mit starken Pestiziden gearbeitet wird, um das Fruchtgemüse widerstandsfähiger zu machen. Umso wichtiger ist ein Blick auf die Schadstoffe im Ketchup.

Ein hoher Ergosterol-Spiegel weist darauf hin, dass die Produzenten viele aufgeplatzte Tomaten verarbeitet haben, in denen sich Schimmelpilze gebildet haben. Im Test konnte das nur in einem Tomatenketchup nachgewiesen werden. Gesundheitliche Nachteile hat das Produkt deshalb nicht.

Auch der Desinfektionsmittelrückstand Chlorat wurde überprüft, war jedoch nur in in Spuren nachweisbar, was ebenfalls keine negativen Auswirkungen auf die Gesundheit hat.

Dass im Labor keine gesundheitsschädlichen Inhaltsstoffe gefunden wurden, ist zweifellos ein gutes Zeichen für Tomatenketchup-Fans.

Woher kommt das Aroma vom Tomatenketchup?

Den Testern fiel auf, dass bei acht Ketchups der Tomatengeschmack und -duft im Vordergrund stand, bei den anderen war die Tomatennote weniger stark – oder aufgrund eines stark süßen Geschmacks oder einer starken Essignote weniger deutlich.

In puncto Geschmack helfen Hersteller gern mal mit Hefeextrakt nach, einem natürlichen Geschmacksverstärker. Von den Ökotestern gab es dafür Punktabzug. Ein Hersteller setzte Rote-Bete-Saftkonzentrat zu, möglicherweise, um die Farbe der Gewürzsauce zu verändern.

Herkunft der Tomaten

In Zeiten der Globalisierung ist Verbrauchern jedoch auch bei verarbeiteten Lebensmitteln wichtig zu wissen, wo sie herkommen und ob fair produziert wird. Der Kampf um den niedrigsten Preis wir häufig auf den Schultern von Erntearbeitern ausgetragen. Diesbezüglich machen Produkte aus Fernost Sorgen, aber auch aus Italien.

Hersteller sind nur bei frischem Obst und Gemüse verpflichtet, das Herkunftsland der Produkte anzugeben. Wer in Bio-Produkten Lebensmittel aus der Ferne verarbeitet, muss den Hinweis "Nicht-EU-Landwirtschaft" tragen. Ob sich das auf die Tomaten bezieht, ist jedoch bei Ketchup nicht ersichtlich, denn es könnte auch der Rohrzucker oder andere Zutaten gemeint sein.

Immerhin drei Anbieter gaben freiwillig die Herkunft der verarbeiteten Tomaten an. Im Ketchup von Alnatura, Byodo und Rapunzel wurden Tomaten aus Italien verarbeitet. Auf Nachfrage von Ökotest nannten die anderen am häufigsten ebenfalls Italien sowie Spanien und Portugal als Herkunftsland. Nur Heinz und Werder gaben auch Nicht-EU-Länder an: USA beziehungsweise die Ukraine.

Mit "sehr gut" bewerteter Ketchup:

  • Alnatura Tomaten Ketchup
  • Byodo Tomaten Ketchup ohne Kristallzucker

Nur "Ausreichend" war:

  • Kraft Tomaten Ketchup von Heinz

"Mangelhaft" war:

  • Hela Tomaten Ketchup

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Unserer Gesundheit zuliebe achten wir darauf, Deodorants ohne Aluminium zu kaufen. Ökotest überprüfte nun in einem Test, ob in aluminiumfreien Deos andere schädliche Stoffe enthalten sind.

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