Aktualisiert: 08.05.2020 - 08:30

Testergebnisse von Ökotest Schädliche Duftstoffe in Deodorants ohne Aluminium gefunden

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Wer bewusst ein aluminiumfreies Deodorant kauft, ist noch lange nicht auf der sicheren Seite. In manchen Deos sind bedenkliche Duftstoffe enthalten.

Foto: iStock/serezniy

Wer bewusst ein aluminiumfreies Deodorant kauft, ist noch lange nicht auf der sicheren Seite. In manchen Deos sind bedenkliche Duftstoffe enthalten.

Unserer Gesundheit zuliebe achten wir darauf, Deodorants ohne Aluminium zu kaufen. Ökotest überprüfte nun in einem Test, ob in aluminiumfreien Deodorants andere schädliche Stoffe enthalten sind. Das sind die erstaunlichen Ergebnisse.

Obwohl die Frage, wie sinnvoll die Verwendung aluminiumfreier Kosmetikprodukte ist, noch nicht endgültig beantwortet wurde, entschied sich das Verbrauchermagazin Ökotest, in einem aktuellen Produkttest 50 aluminiumfreie Deodorants zu vergleichen. Viele Produkte schnitten gut ab, aber zehn Deodorants fielen mit den Prädikat "ungenügend" und "mangelhaft" auch durch.

Ökotest hat Deodorants getestet: Bitte ohne Aluminium

Aluminium kann über die Haut aufgenommen werden, reichert sich in den Organen an und wirkt dort neurotoxisch. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) warnte erst kürzlich, dass schädliche Mengen des Leichtmetalls mit täglicher Verwendung von Deos mit Aluminium bereits aufgenommen werden kann.

Andere Signale gibt das EU-Beratergremium für Verbrauchersicherheit (SCCS). Demnach erhöhe die tägliche Anwendung kosmetischer Produkte die Alu-Aufnahme nicht signifikant. Das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) erklärte, dass ein Zusammenhang zwischen der Verwendung aluminiumhaltiger Kosmetikprodukte und Krebs nicht belegt worden sei, es bestehe aber weiterer Forschungsbedarf.

Vor dem Hintergrund dieser Diskussion ist der aktuelle Deodorant-Test besonders interessant, denn Ökotest fand schädliche Duftstoffe in aluminiumfreien Deodorants.

Schädliche Duftstoffe in Deodorants ohne Aluminium

Laut einer aktuellen Umfrage von POSpulse greifen 56 Prozent der Verbraucher bewusst nach einem Deodorant ohne Aluminium. Die gute Nachricht: 25 Deos im Test schneiden mit "sehr gut" ab, sechs mit "gut". Darunter sind günstige Handelsmarken ab 32 Cent für 75 Milliliter genauso vertreten wie hochpreisige Naturkosmetik-Deos mit bis zu 7,84 Euro. Der Preis ist also kein Indikator für gute Qualität.

Besorgniserregend war jedoch der Nachweis von Problemstoffen. Schweiß an sich ist geruchlos, der unangenehme Körpergeruch entsteht erst durch die chemische Reaktion mit den Bakterien auf der Haut. Im Gegensatz zu einem Anti-Transpirant, das mit Aluminium die Schweißmenge vermindern soll, indem es die Poren verengt, nimmt ein Deo Einfluss auf die chemische Reaktion und überdeckt mögliche Gerüche mit Parfüm.

Besorgniserregend sind die in einigen Produkten enthaltenen Duftstoffe, die die Gerüche überdecken sollen. In den Sprays der Marken

  • Playboy
  • Bruno Banani
  • John Player Special
  • Adidas
  • Axe

wurden im Labor künstliche Moschus-Verbindungen nachgewiesen und/oder der Duftstoff Cashmeran. Diese Stoffe sind biologisch schlecht abbaubar und können in Kläranlagen kaum zurückgehalten werden. Sie breiten sich stark in der Umwelt aus und gefährden Gewässer.

Sie können sich im Fettgewebe von Mensch und Tier anreichern, wo sie toxisch wirken. Bekannt ist, dass sie zum Beispiel allergische Reaktionen hervorrufen, das Hormon- und Nervensystems und die Erbsubstanz schädigen. Ob sie auch krebserregend sind, ist bisher unklar. Das Umweltbundesamt warnt jedoch vor der Verwendung.

Ein weiteres Problem ist der Duftstoff Lilial, der in sieben Deos ohne Aluminium nachgewiesen wurde. Verantwortlich für den lieblichen Maiglöckchen-Duft steht der Duftstoff im Verdacht, die Fortpflanzungsfähigkeit zu beeinträchtigen.

Weitere Duftstoffe, die vergleichsweise häufig Allergien auslösen, enthielten die getesteten Deodorants der Marken

  • Bruno Banani
  • Garnier
  • Old Spice.

Im Test fielen insgesamt zehn Deos durch, wobei Männer-Deos häufiger betroffen waren.

Die Ergebnisse im Überblick

Mit "ungenügend" bewertete Deo:

  • Adidas Deo Body Spray Victory League for him von
  • Coty Axe Black Fresh Deodorant & Bodyspray von Unilever
  • Playboy VIP Deodorant Body Spray for him von E.A. Cosmetics Distributions

"Mangelhaft" waren folgende Deos:

  • Bruno Banani Man‘s Best Deodorant Spray von Coty
  • Dove Men+Care Clean Fresh Deodorant Spray von Unilever
  • Fa Luxurious Moments Zerstäuber Deodorant von Schwarzkopf & Henkel
  • Garnier Mineral Deodorant Pure Frische, Spray von L‘Oréal
  • JPS John Player Special Fresh Deodorant, Spray von Straub
  • Nivea Fresh Natural, Zerstäuber von Beiersdorf
  • Nivea Men Fresh Active Deodorant, Zerstäuber von Beiersdorf

Individuelle Wirkdauer: Deos wirken bei jedem anders

Ökotest überprüfte auch, ob die Produkte ihr Versprechen halten, 24 oder 48 Stunden vor unangenehmen Gerüchen zu schützen.

Die Hersteller werben mit einer langen Wirkdauer ihrer Produkte von 24 und sogar 48 Stunden. Auf einen kompletten Geruchstopp dürfen Verbraucher jedoch nicht hoffen. Das bedeutet nur, dass eine Achsel nach 48 Stunden anders riecht, als eine Achsel, bei der kein Deo verwendet wurde. In "Schnüffeltests" wird das von geschulte Spezialisten überprüft.

Im Ökotest-Vergleich hielt die Hälfte der Deos ihr Wirkversprechen, aber die Tests zeigten auch, dass die Wirkdauer von Deodorants individuell ist. Während man bei Person A nach 48 Stunden noch eine gewisse Frische wahrnehmen konnte, war bei Person B schon nach 24 Stunden die gesamte Wirkung weg.

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Weitere Produkttests und tolle Hautpflege-Tipps finden Sie auf unserer Themenseiten Stiftung Warentest und Hautpflege.

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