14.04.2020 - 19:42

Schatten und Schwellungen Tränensäcke: Ursachen erkennen und Maßnahmen ergreifen

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Dunkle Ringe? Schwellungen? Tränensäcke können belastend sein. Die Ursachen sind so vielfältig wie die Möglichkeiten, sie wieder loszuwerden.

Foto: iStock/LittleBee80

Dunkle Ringe? Schwellungen? Tränensäcke können belastend sein. Die Ursachen sind so vielfältig wie die Möglichkeiten, sie wieder loszuwerden.

Ob Augenringe oder Tränensäcke: Viele stören sich an den Schwellungen oder dunklen Ringen unter den Augen. Aber sind die Erscheinungen gefährlich? Und wie wird man sie los?

Tränensäcke, Schwellungen um die Augen und deutlich sichtbare Augenringe sind für viele Menschen ein belastendes kosmetisches Problem – das aber auch auf Stoffwechselstörungen oder Krankheiten hinweisen kann. Wie Sie die Spuren des Lebens von Krankheitssymptomen abgrenzen und wie Sie geschwollene Tränensäcke wieder loswerden können und die Problemzonen wieder in schönere und zartere Gesichtshaut ohne Schatten und Schwellungen verwandeln. Denn: Tränensack ist nicht gleich Tränensack!

Was sind Tränensäcke eigentlich genau?

Ein Tränensack ist erstmal nur ein ziemlich nützlicher Teil des Körpers: Ein wichtiger Teil des Tränenapparats am Auge, der für Tränenproduktion, Transport und Entsorgung zuständig ist. Tränen werden vom Augapfel über oberes und unteres Tränenpünktchen in die Tränenkanälchen geleitet und dann im Tränensack gesammelt, um über den Tränennasengang in die Nasenhöhle "entsorgt" zu werden (weshalb viel Kummer auch so viele Taschentücher verbraucht). Der ganze Tränenapparat besteht aus feinen, diffizilen anatomischen Strukturen, die genial ineinander verzahnt funktionieren, aber auch an verschiedensten Stellen Störungen entwickeln können.

Die unschönen "Tränensäcke", die beim Blick in den Spiegel die Tränenproduktion schon fast wieder ankurbeln, haben jedoch meist nicht viel mit dem Namensgeber zu tun: Es handelt sich gewöhnlich um Auffälligkeiten im Bereich unter den Augen, die den Tränensack (zwischen Augeninnenwinkel und Nase) nicht oder wenigstens nicht alleine betreffen. Diese Auffälligkeiten werden "Tränensäcke" genannt, weil sie oft aussehen, als ob sich unter dem Auge Tränen in einem kleinen Säckchen gesammelt hätten. Synonym und in unscharfer Abgrenzung werden diese Erscheinungen auch Augenringe genannt.

Woher kommen die Tränensäcke?

Wenn die Haut um die Augen nicht strahlend frisch, straff und glatt aussieht, kann das je nach Erscheinungsbild und Ausprägung die verschiedensten Ursachen haben:

1. Präsentiert sich die Haut um die Augen müde, schlaff, geschwollen oder aufgequollen und vielleicht mit rötlichen bis dunklen Schatten belegt, kann es sich um die direkten Folgen einer durchzechten, durchweinten, schlaflosen Nacht handeln. Mit zunehmendem Alter zeigt die Haut um die Augen schneller ihre Ermüdung. Die Schwellungen im Bereich der Unterlider nehmen zu, weil Haut, Binde- und Muskelgewebe erschlaffen und sich kleine Fettpölsterchen einlagern. Zeigt sich die Haut um die Augen häufig und ausgeprägt "strapaziert", begünstigen vermutlich weitere Empfindlichkeiten bzw. Stoffwechselstörungen das Geschehen.

2. Hängt die Haut der Unterlider schlaff und in Ringen von Falten herab, kann das an einer (möglicherweise ererbten) Bindegewebsschwäche, aber auch anderen Stoffwechselstörungen liegen. Vielleicht zeigt aber auch hier einfach nur das Alter seine Auswirkungen; Veranlagung und Störfaktoren gehen auch gerne eine ungute Verbindung ein.

3. Ist die Haut um die Augen bläulich, schattig, dunkel, nennt der Mediziner das "Halonierung der periorbitalen Region"; die daraus resultierenden Augenringe bezeichnet er als "Halos". Auch solche Augenringe werden oft "Tränensäcke" genannt, weil sie direkt unterhalb der Augen am meisten auffallen und sich die Augenpartie häufig zugleich schlaff und aufgequollen zeigt.

Meist scheinen hier einfach nur Blut- und Lymphgefäße durch die dünne Haut mit schwachem Unterhautfettgewebe. Besonders gut sichtbar schimmern die Gefäße durch die Haut, wenn die Durchblutung zu wünschen lässt – bei schlechter Durchblutung enthält das Blut weniger Sauerstoff und wird dadurch dunkler. Es gibt weitere Stoffwechselstörungen, die sich auf die Farbe des Blutes auswirken können; in seltenen Fällen verursacht ein erhöhter Melanin-Ausstoß eine Hyperpigmentierung der Haut.

4. Im Rahmen all dieser Erscheinungen können auch die Tränensäcke in Mitleidenschaft bzw. mit einbezogen sein. Sie zeigen sich vielleicht etwas geschwollen, oder scheinen überhaupt ein wenig mehr hervorzutreten als früher. Meist ohne besondere Ursache, die Tränensäcke fügen sich einfach nur ins restliche Geschehen ein – natürlich können alle genannten Ursachen auch in diesem fein strukturierten Bereich ihre Spuren hinterlassen. Wenn allerdings nur der Tränensack an einem oder beiden Augen anschwillt, können auch gesundheitliche Ursachen dahinterstecken.

5. Sieht die Augenpartie dauerhaft mehr oder weniger "mitgenommen" aus, spricht der Fachmann von chronischen Tränensäcken/Augenringen. Diese können auf eine strapaziöse Lebensführung zurückgehen, die der Augenpartie nie Erholung und auch keine richtige Pflege gegönnt hat. Möglicherweise ist aber auch ein Krankheitsgeschehen im betroffenen Bereich (mit-) beteiligt, oder eine systemische Grunderkrankung zeigt (auch diese) Auswirkungen.

Welche Gründe auch immer bei Ihnen beteiligt sind – "Spiegel zuhängen" ist nicht nötig, denn Sie können gegen jede dieser Varianten etwas tun.

So gehen Sie am besten gegen Tränensäcke und Augenringe vor

Sie sehen, ein nicht wünschenswertes Aussehen des Augenbereichs kann sich aus vielen Ursachen ergeben. Entschlossenes und sinnvolles Vorgehen gegen Augenringe und/oder Tränensäcke braucht deshalb einen Plan, wobei folgende Optionen zur Verfügung stehen:

1. Erkrankungen ausschließen

Zeigen sich "Tränensäcke" oder Augenringe sehr ausgeprägt und in einem nicht dem Alter angemessenen Ausmaß, sollte zunächst abgeklärt werden, ob eine behandlungsbedürftige Erkrankung dahinter steht.

Hinter durchscheinenden Blutgefäßen kann eine Hyperpigmentierung stecken, die ererbt wurde, durch Heuschnupfen oder einfach durch juckende, trockene Haut verursacht wird; hinter geschwollenen Tränensäcken kann sich eine Tränensack-Entzündung verbergen. Es gibt eine Fülle weiterer Entzündungen und Erkrankungen, die sich bis in die Augenpartie hinein auswirken können, akute und chronische, bei denen ein Zusammenhang nur bei Beurteilung durch einen Arzt hergestellt werden kann.

2. Operation?

Sobald das Wort Tränensäcke auch nur in die Nähe einer Suchmaschine kommt, taucht die Werbung gefühlt jedes Schönheitschirurgen unseres Planeten auf. Eine OP kann aber nur einen Teil des nicht erwünschten Aussehens der Augenpartie "wieder gutmachen":

Schlaffe, hängende Augen-Unterlider können durch Entfernung von Fettdepots gestrafft werden, Falten und Hautüberschüsse werden dabei mit zusätzlichen Schnitten wegoperiert. Aber Operation ist Operation und mit Risiken verbunden: Wie bei jeder OP kann es zu Infektionen, Wundheilungsstörungen und Narbenbildung kommen. Manchmal schließt das Lid nach der Operation nicht mehr korrekt, das kann Austrocknung der Hornhaut, Hornhauttrübung und Verschlechterung des Sehvermögens verursachen.

Nachhaltigen Nutzen bringt diese Operation außerdem nur, wenn das bemängelte Aussehen auf genetische Veranlagung zurückgeht, die Augenpartie also schon in der Jugend Ermüdungserscheinungen bzw. einen müden, melancholischen Blick zeigte. Wenn es "nur" am Alter oder am Lebenswandel liegt, hilft die OP auch, aber möglicherweise nur sehr kurz.

Ähnlich sieht es mit Eingriffen zur Verdickung zu dünner, durchscheinender Haut (fraktionierte Laserbehandlungen, Injektionen mit Platelet-Rich-Plasma PRP = thrombozytenreichem Eigenblut-Plasma) und der Aufpolsterung durch Hyaluronsäure-Injektionen aus: Sie wirken nur gegen einen Teil der unerwünschten Erscheinungen; Laser und Plasma nicht gegen Falten und Ringe, Hyaluronsäure-Injektionen nicht gegen dunkle Verfärbungen. Und auch hier handelt es sich um einen Eingriff in die normalen Körperfunktionen, der ein Risiko für Blutergüsse, Entzündungen und Schwellungen in sich birgt.

3. Tränensäcke/Augenringe ganzheitlich "wegpflegen"

Wenn kein Krankheitsgeschehen an der Entwicklung von Tränensäcken/Augenringen mitwirkt, können folgende Faktoren eine (chronische) Überanstrengung bzw. Ermüdung der Augenpartie begünstigen:

  • Alkoholkonsum, über das verträgliche Maß und/oder über längere Zeit
  • Allergien und Unverträglichkeiten (auch gegen Kosmetika, Reinigungsmittel, hochkonzentrierte Nahrungsergänzungsmittel)
  • Drogenkonsum; inklusive übermäßigem, unverträglichem Konsum von Arzneidrogen
  • Eingeschränkte Sauerstoffversorgung der Gefäße
  • Falsche Ernährung, mangelnde Nährstoffversorgung (auch: Eisenmangel durch überstarke Monatsblutung)
  • Falsche oder unzureichende Flüssigkeitsversorgung
  • Kontakt mit Umweltgiften
  • Zu viel negativer Stress
  • Genetische Prädisposition
  • Oder einfach nur eine sehr empfindliche Augenpartie mit trockener Haut, die auf Schlafmangel schnell mit Unmut reagiert

Wenn Sie gegen solche "normalen" Augenschatten, -schwellungen, -ringe angehen möchten, reicht häufig ein bisschen mehr Aufmerksamkeit, um die Augenpartie versöhnlicher zu stimmen. Falls die Augenpartie nur mit einer gewissen Umstellung des Lebenswandels zur Räson zu bringen ist, ist diese häufig ohnehin schon länger geplant – packen Sie es an, neben einem allgemein gesünderen Körper könnte das auch der Partie um die Augen zu ganz neuem Strahlen verhelfen:

Alkohol kann lange vor jeder Suchtgefahr "auf die Augen schlagen", vielleicht ist sogar ein ganz bestimmter Drink oder Cocktail schuld; aufmerksame Beobachtung und ein wenig Beschränkung reichen häufig schon aus.

Allergien und Unverträglichkeiten bekommen Sie durch Information über die Inhaltsstoffe und Beobachtung in den Griff. Vielleicht ist auch eine Abkehr von Altgewohnten fällig – die Wissenschaft kommt den reizenden Substanzen immer genauer auf die Spur, es gibt heute neue, gut verträgliche Reinigungsmittel und Augencremes, die auch von ultra- sensibler Haut vertragen werden.

Ist die "Augenverstimmung" eine Folge von Drogenkonsum egal welcher Art, kann es nach Absetzen/Umstellung Wochen bis Monate dauern; bei einem gesunden Lebensstil werden die Augenringe aber sicher wieder vollkommen verschwinden.

Die Sauerstoffversorgung lässt sich durch mehr Bewegung und weniger bis kein Rauchen verbessern; zu gesünderer Ernährung verhilft eine Ernährungsberatung; Nährstoffmängel oder Vitaminmängel können über entsprechende Bluttests aufgedeckt werden.

Ausreichende Versorgung mit Wasser (der Flüssigkeit, die unser Körper dringend braucht) ist vor allem Gewohnheit: Morgens ein Glas lauwarmes Wasser macht den ganzen Stoffwechsel munter, die Flasche Wasser neben dem Computer mahnt, vor dem Abend-Bier oder -Wein ist noch Platz für einen Kräutertee.

Umweltgifte sollten schon der allgemeinen Gesundheit zuliebe endlich aus der Wohnung geschmissen werden oder durch besseren Arbeitsschutz unschädlicher gemacht werden; mit regelmäßigen Spaziergängen in der Natur kann auch ein wenig gegengesteuert werden. Letztere können auch gegen zu viel Stress helfen; wenn das (oder Meditation, Yoga) nicht ausreicht, sollte der "giftige Stress" zusammen mit einer externen Beratung angegangen werden.

Genetische Prädisposition lässt sich nicht ändern, aber durch bessere Augenpflege abfedern; eine empfindliche, geschwollene Augenpartie blüht oft schon unter einer kühlen Kompresse (mit grünem Tee, kalten Gurkenscheiben, Kamille, Kühlpads) wieder auf und freut sich noch mehr, wenn in Zukunft auf ausreichend Schlaf geachtet wird.

Während Sie ausprobieren, welche Maßnahmen bei Ihnen am besten anschlagen, können Sie Ihre Augenpartie durch eine Pflege mit einer speziellen Augensalbe unterstützen. Denn nur bei einer speziell für die Anwendung am Auge entwickelten Salbe können Sie sicher sein, dass sie kaum oder keine Reizstoffe und auch weniger irritierende Öle enthält, aber dem Auge viel der hier so dringend benötigten Feuchtigkeit zuführt.

Dazu kommt eine Fülle von Wirkstoffen, mit denen die Augensalben sehr gezielt auf spezifische Beschwerden einwirken können; von durchdringend befeuchtender, aufpolsternder Hyaluronsäure, die Durchblutung anregendem Koffein, Kollagenabbau hinderndem Retinol und die Zellerneuerung unterstützendem CoEnzym Q10 bis zu Arzneimittel-Bestandteilen, die die Augensalbe rezeptpflichtig machen.

Fazit: Reizung und Überanspruchung wegpflegen

Tränensäcke und Augenringe bedürfen nur in sehr seltenen Fällen einer ärztlichen Behandlung. In der Regel handelt es sich um eine Reizung bzw. Überbeanspruchung der empfindlichen Augenpartie, die auch bei genetischer Vorbelastung durch konsequente, ganzheitliche Gesundheitspflege und pflegende bis heilende Augensalben deutlich gemildert werden kann. Und fürs kurzzeitige Kaschieren von Augenringen hilft die richtige Hautpflege.

Mehr zum Thema Hautpflege sowie zu Augenkrankheiten finden Sie auf unseren Themenseiten.

Ein anderes Augenproblem ist das Zucken der Augen. Woher das Phänomen kommt und was dagegen hilft, sehen Sie im Video:

Augenzucken – überraschende Ursachen und was dagegen hilft
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