02.04.2020 - 18:50

Angst vor Infektion Ansteckung mit Coronaviren: Kann ich unbesorgt Essen bestellen?

Essen bestellen trotz Coronavirus-Ausbreitung? Wir verraten, was Sie beachten sollten

Foto: iStock/urbazon

Essen bestellen trotz Coronavirus-Ausbreitung? Wir verraten, was Sie beachten sollten

Die Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus ist groß. Kann man in einer Zeit wie dieser überhaupt sorglos Essen bestellen und dieses genießen?

Schon seit weit über einer Woche haben die Restaurants im ganzen Land geschlossen. Wer da nicht jeden Tag selbst den Kochlöffel schwingen will (oder kann), der hat immerhin noch eine Option: Man kann sein Essen bestellen. Doch wie ist das eigentlich? Muss man sich in Zeiten des Coronavirus' beim Lieferdienst Sorgen machen – kann man sich übers Essen mit dem Coronavirus infizieren?

Essen bestellen während der Coronakrise: Kann ich mich anstecken?

Kann man guten Gewissens Essen beim Lieferdienst bestellen und dann auch verzehren? Immerhin hatte der eine oder andere Mensch zuvor seine Hände an der Speise: Die Lieferanten, die die Zutaten in die entsprechende Küche gebracht haben, mindestens ein Koch und am Ende auch der Lieferant selbst, der zumindest die Verpackung in der Hand hatte. Abgesehen von letzterem Punkt gilt diese Kette im Großen und Ganzen natürlich auch, wenn man beim Lieblingsrestaurant bestellt und das Essen selbst abholt.

Wie kann man sich bei all den potenziellen Kontaminations-Möglichkeiten sicher sein, dass man das Gericht unbesorgt verzehen kann? Zumal man mittlerweile weiß, wie lange das Virus auf Oberflächen überleben kann – zumindest unter Laborbedingungen und da auch auf Verpackungen aus Pappe, Plastik und Aluminium.

"Wenn ein Infizierter kurz vorher auf das Essen hustet, wäre eine Kontamination denkbar. Ich halte aber diesen Infektionsweg im Vergleich zur direkten Tröpfcheninfektion für vernachlässigbar", verrät Medizinjournalist und Arzt Dr. Christoph Specht gegenüber ntv.de.

Das begründet er damit, dass eine sogenannte Schmierinfektion – also durch Berührung einer kontaminierten Person oder eines Gegenstands – sehr viel seltener ist, als die Tröpfcheninfektion, bei der die Anteckung über die Tröpfchen erfolgt, die ein Infizierter beim Atmen, Sprechen, Husten oder Niesen von sich geben kann – oder aber indem ein Erkrankter sich an Augen, Mund oder Nase greift und im Anschluss eine andere Person berührt, die sich wiederum mit der infizierten Stelle an ebendiese Stellen im Gesicht greift – ohne sich vorher die Hände gewaschen zu haben.

Coronavirus & Essen bestellen: Das gilt es zu beachten

Zwar ist ein Infektion an geliefertem Essen also eher unwahrscheinlich, jedoch nicht völlig ausgeschlossen. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, können Sie ein paar Tipps beherzigen:

  • Augen auf bei der Wahl der Speise: Wählen Sie schon beim Bestellvorgang eine Speise aus, die besonders hoch erhitzt wurde, zum Beispiel Frittiertes, Gegrilltes oder Gebratenes. Hohe Temperaturen gehen Viren an den Kragen
  • Geliefertes Essen vor dem Genuss nochmals erhitzen: Speise aus der mitgelieferten Verpackung entnehmen und in einem geeigneten Gefäß oder auf einem Teller einige Minuten in den heißen Backofen schieben oder gar in einem Topf erhitzen. Wie bereits erwähnt: hohe Temperaturen.
  • Kontaktfreie Lieferung: Mittlerweile haben sich die meisten Lieferdienste auf die Gegebenheiten der Zeit eingestellt und bieten auch kontaktlose Lieferung der Speisen an. Das heißt: Sie zahlen Ihre Bestellung online – und der Lieferant stellt das Essen vor der Haustür ab und geht. So haben Sie keinen unnötigen Kontakt zu einer weiteren Person.
  • Trinkgeld?: Noch ist nicht final geklärt, wie sich das Virus auf Oberflächen wie Bargeld hält. Um den Boten zu schützen, können Sie ein Tuch mit Desinfektionsmittel besprühen und die Münzen zu reinigen. Bei der kontaktfreien Lieferung können Sie das Geld dann einfach auf der Fußmatte ablegen.
  • HÄNDE WASCHEN!: Nicht vergessen – auch auf der gelieferten Verpackung könnten sich theoretisch Viren befinden. Schützen Sie sich und waschen sich gründlich die Hände, nachdem Sie Ihre Gerichte aus der Verpackung auf heimisches Geschirr verfrachtet haben. Wie es richtig geht, sehen Sie im Video:
Richtig Hände waschen

Richtig Hände waschen

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Und wenn Ihnen all das doch zu unsicher ist, können Sie natürlich immer noch selbst kochen. Damit das nicht auf Dauer zu anstrengend wird, können Sie sich bei der Zubereitung der Mahlzeiten mit anderen im Haushalt lebenden Familienmitgliedern abwechseln. Sie können sich auch mit dem sogenannten Außerdem haben wir eine Menge schnelle Rezepte für Sie, dank derer Sie keine Ewigkeiten am Herd verbringen müssen. Und wenn Sie im Moment eher aus dem Vorrat leben, haben wir hier einige Rezepte für Sie zusammengestellt.

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