27.03.2020 - 15:22

Keimschleuder? Einweghandschuhe zum Schutz vor Corona: Was sie wirklich nützen!

An einem Einweghandschuh sammeln sich schneller Keime als an einer frisch gewaschenen Hand.

Foto: imago images / PicturePoint

An einem Einweghandschuh sammeln sich schneller Keime als an einer frisch gewaschenen Hand.

Sind Einmalhandschuhe ein effektiver Schutz vor dem Coronavirus? Eine interessante Frage, die derzeit Tausende beschäftigt. Hier die Aufklärung!

In der derzeitigen Corona-Krise gibt es viele Menschen, die beim Einkaufen oder bei der Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel Einweghandschuhe tragen. Damit wollen sie die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus minimieren. Doch nützen diese Schutzhandschuhe überhaupt etwas? Erfahren Sie die Antwort!

Einmalhandschuhe tragen zum Schutz vor dem Coronavirus: Wie sinnvoll ist das?

Der Gedanke hinter der Verwendung von Einweghandschuhen zum Schutz vor Corona ist der, dass viele glauben, sie seien besser geschützt, weil sie auf diese Weise weniger Gegenstände mit ihrer Haut berühren. Doch das ist ein Trugschluss, wie SWR3 bereits berichtete. Sogar das Gegenteil kann diese Maßnahme im schlimmsten Fall bewirken.

Lungenarzt Dr. Jens Mathew klärt auf: "Eigentlich ist so ein Handschuh eine Keimschleuder. Der Handschuh hat sehr viel mehr Bakterien in kürzester Zeit an der Oberfläche als eine frisch gewaschene Hand." Das Problem folgt sogleich. Mit diesem Einmalhandschuh, an dem sich mehr Keime befinden als an der bloßen Hand, wird trotzdem überall hingefasst. Das Portemonnaie wird beim Bezahlen aus der Tasche geholt, man tippt eine Nachricht auf dem Smartphone oder schnäuzt sich womöglich mal die Nase.

Mit Einmalhandschuhen werden Keime schneller verteilt

Schwupp, sind Viren schneller verbreitet, als wenn man keinen Einmalhandschuh getragen hätte. So beschreibt es auch der Lungenarzt weiter: "[…] der Handschuh verteilt mehr Keime, sagen die Hygieniker, als die frisch gewaschene Hand. Und zwar wesentlich mehr Keime." Vielleicht sollten wir uns also doch überlegen, ob wir die Einmalhandschuhe nicht doch eher daheim lassen und stattdessen besser darauf achten, uns nicht ins Gesicht zu fassen und regelmäßig die Hände zu waschen.

Ein anderer Nachteil, den das Tragen der Einweghandschuhe mit sich bringt, ist, dass die Haut darunter leidet. Denn werden diese Schutzhandschuhe über eine längere Zeit hinweg am Stück getragen, fängt man darunter an zu schwitzen, und dieser Hitzestau schadet der Haut. Besser also im wahrsten Sinne des Wortes: Hände weg von den Einmalhandschuhen! Diese machen nur für Ärzte und Pflegepersonal Sinn, die diese einmal zum Selbstschutz nutzen und danach gleich wieder wegwerfen. Dort sind die Einweghandschuhe besonders in Zeiten wie diesen besser aufgehoben.

Setzen Sie statt auf Einmalhandschuhe besser auf gründliches Händewaschen. Wie das geht, sehen Sie im Video:

Richtig Hände waschen

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