27.03.2020

Verhütungsmöglichkeiten Hormonimplantat: Haarausfall kann eine Folge sein

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Der größte Vorteil gegenüber der Pille: Mit dem Hormonimplantat lässt sich die Verhütung nicht vergessen.

Foto: iStock/Rattankun Thongbun

Der größte Vorteil gegenüber der Pille: Mit dem Hormonimplantat lässt sich die Verhütung nicht vergessen.

Das Hormonimplantat wirkt ähnlich wie die Pille, jedoch mit einem entscheidenden Unterschied: Frau muss nur alle drei Jahre daran denken. Doch Wirkung und Nebenwirkungen ähneln sich.

Viele Frauen entscheiden sich im Laufe ihres Lebens für eine Verhütung mit einem Hormonimplantat. Die Wirkungsweise ist der der Pille ähnlich. Die Hormone müssen jedoch nicht täglich in Form einer Tablette eingenommen werden. Das Hormonstäbchen wird am Oberarm unter der Haut platziert. Der Vorteil liegt darin, dass die Verhütung sehr zuverlässig ist, weil die Pille nicht mehr vergessen werden kann. Es gibt aber auch Nachteile, die in den Nebenwirkungen angesiedelt sind. So kann es bei Frauen beispielsweise zu einem verstärkten Haarausfall kommen, der auf das Hormonimplantat zurückzuführen ist.

Vorgänger des Hormonimplantats: Pille als Revolution in der Verhütung

Das Hormonstäbchen ist quasi eine moderne Weiterentwicklung der Pille. In den 1960er Jahren wurde die Antibabypille auf den Markt gebracht und wie eine Revolution gefeiert. Endlich konnten Frauen selbst bestimmen, wann sie ein Baby haben wollten. Auch das freizügigere Ausleben der Sexualität ohne die ständige Beobachtung des Zyklus und die Angst vor einer Schwangerschaft war möglich. Doch bereits im Verlauf der 1980er Jahre wurde die Pille für einige Frauen zur Belastung. Dies betraf vor allem jene, die einen unregelmäßigen Arbeitsrhythmus hatten oder zu einer hohen Vergesslichkeit neigten. In der hochfruchtbaren Phase der Frau zwischen dem 20. und dem 30. Lebensjahr konnte das Vergessen einer Pille ausreichen, um eine Schwangerschaft auszulösen.

Praktische Verhütung mit dem Hormonimplantat

In der Forschung kam es zu einer Weiterentwicklung der Pille, die heute von immer mehr Frauen bevorzugt wird. Das Hormonimplantat macht die tägliche Einnahme der Pille überflüssig. Die Verhütung ist zuverlässig und einfach, zumal die Wirkung der Hormone für einen Zeitraum von bis zu drei Monaten anhält.

Wirkung

Die Wirkungsweise vom Hormonimplantat kann mit der Pille verglichen werden. Das Implantat wird unter die Haut des Oberarms geschoben. Dies ist ein kleiner, vollkommen ungefährlicher Eingriff, der vom Frauenarzt vorgenommen wird. Dort kann das Hormonimplantat regelmäßig die Hormone abgeben. Es handelt sich um eine Kombination von Östrogenen und Gestagenen, die einen Eisprung und damit die Befruchtung verhindern.

Vorteile

Der Vorteil gegenüber der Pille liegt darin, dass Sie nicht jeden Tag eine Tablette einnehmen müssen. Mikropillen, die aufgrund ihrer geringen Wirkstoffdosis besonders gut verträglich sind, sollten sogar in einem bestimmten Zeitfenster eingenommen werden. Wenn Sie in Schicht arbeiten oder sonst einen unregelmäßigen Tagesablauf haben, kann dies zum Problem werden. Das Hormonimplantat verbleibt für einen Zeitraum von drei Jahren unter der Haut. Sie können die Einnahme nicht vergessen und profitieren so von einer unkomplizierten Verhütungsmaßnahme.

Nachteile

Sie entscheiden sich für eine Verhütung, die für einen Zeitraum von drei Jahren angelegt ist. Zwar können Sie das Hormonimplantat jederzeit entfernen lassen. Dann würden Sie aber Geld verschenken, denn Sie haben die Kosten für einen Zeitraum von drei Jahren bezahlt. Einige Frauen bekommen unter dem Hormonimplantat gar keine Regel. Andere berichten von Zwischenblutungen. Auch eine Gewichtszunahme oder Haarausfall werden unter dem Implantat beobachtet.

Kosten

Die Kosten liegen bei etwa 350 Euro für den Zeitraum von drei Jahren. Sie tragen die Kosten in der Regel selbst.

Voruntersuchung

Das Hormonimplantat ist verschreibungspflichtig. Dies bedeutet, dass eine Untersuchung durch den Frauenarzt erforderlich ist. Wenn die Frau normal entwickelt ist und keine gesundheitlichen Bedenken bestehen, kann das Hormonimplantat eingesetzt werden.

Haarausfall als mögliche Nebenwirkung des Hormonimplantats

Die Ursachen für einen Haarausfall werden in der Medizin als sehr vielschichtig beschrieben. Stress und Kummer können einen Haarausfall ebenso auslösen wie die Einnahme von Medikamenten oder Erkrankungen, die einen anderen Bereich des Körpers betreffen. Wenn Sie unter einem Haarausfall leiden, sollten Sie zunächst Ihren Hausarzt aufsuchen. Es ist wichtig, dass organische oder psychisch bedingte Ursachen ausgeschlossen werden, bevor das Hormonimplantat in Verdacht gerät und gewechselt werden muss. Mitunter können Hautärzte eine differenzierte Diagnose stellen. Sprechen Sie Probleme an, die Sie in den letzten Wochen als Belastung empfunden haben. Erst wenn alle anderen Ursachen ausgeschlossen sind, sollten Sie ein Gespräch mit Ihrem Frauenarzt suchen.

Verhütung ändern: die Möglichkeiten

Sollte sich bei der Forschung nach den Ursachen für einen Haarausfall herausstellen, dass dieser in einem engen Zusammenhang mit dem Hormonimplantat steht, ist der Frauenarzt der erste Ansprechpartner. Es muss herausgefunden werden, wie die Verhütung anders gestaltet werden kann. Sollte der Haarausfall durch das Hormonpräparat verursacht worden sein, gibt es in der Regel kein Gegenmittel außer dem Wechsel der Verhütung. Wenn Sie sich mit der Verhütung durch das Hormonpräparat wohlgefühlt haben, könnte ein Wechsel des Medikaments hilfreich sein. Sollte der Haarausfall jedoch weiter andauern, ist es empfehlenswert, wenn Sie über eine andere Verhütungsmethode nachdenken.

Pille wird nicht so häufig mit Haarausfall in Verbindung gebracht

Mitunter ist es hilfreich, in Bezug auf die Verhütung doch wieder auf die Pille umzusteigen. Hier kommt Haarausfall als Nebenwirkung nur ausgesprochen selten vor. Die Symptome könnten nach dem Umstieg auf die Pille verschwinden und eine sichere Verhütung ist dennoch gewährleistet. Weiterhin gibt es aber noch die Möglichkeiten einer Hormonspirale oder beispielsweise der hormonfreien Schwangerschafts-Verhütung durch Kupferspirale, Kupferkette und Co. Aber auch Männer können durch Sterilisation, medizinisch Vasektomie, ihren Beitrag zur Verhütung leisten – wenn die Familienplanung abgeschlossen ist.

Wer übrigens während der Zeit mit Hormonimplantat einen Kinderwunsch entwickelt, kann damit rechnen, dass der Körper nach der Entnahme noch einige Zeit braucht, bis der Hormonhaushalt wieder umgestellt ist. Aber wenn es nicht klappen will, kann das auch an der Qualität der Spermien liegen. Ein Spermiogramm kann die Fruchtbarkeit des Mannes bestimmen.

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