18.03.2020

Unternehmen vermelden Fortschritte Kampf gegen das Coronavirus: Durchbruch bei Impfstoff in Sicht?

Coronavirus: Das alles sollten Sie jetzt wissen
Di, 17.03.2020, 16.34 Uhr

Coronavirus: Das alles sollten Sie jetzt wissen

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Noch gibt es keinen Impfstoff, der die Pandemie, ausgelöst durch das Coronavirus, aufhalten könnte. Doch Unternehmen arbeiten fieberhaft daran, einer Patientin wurde bereits ein möglicher Impfstoff verabreicht.

Nichts scheint derzeit so wichtig wie das Entwickeln eines Impfstoffes, der die rasante Ausbreitung des Coronavirus weltweit endlich aufhalten könnte. Und so arbeiten Pharma-Unternehmen fieberhaft daran, so schnell wie möglich Abhilfe zu schaffen. Laut Verband der forschenden Pharmaunternehmen (vfa) sind inzwischen 39 Impfstoffprojekte angelaufen, immer mehr kommen dazu. Jetzt gibt es erste Verlautbarungen, die zumindest etwas Mut machen.

Firma CureVac arbeitet an Impfstoff – Haupteigentümer stellt Herbst in Aussicht

Das biopharmazeutischen Unternehmen CureVac mit Sitz in Tübingen könnte nach den Worten des Haupteigentümers Dietmar Hopp vielleicht schon im Herbst einen Impfstoff liefern. Im Interview mit "Bild" sagte er am 17. März: "Bei positivem Verlauf könnten wir ungefähr im Frühsommer mit klinischen Tests beginnen." Die EU hat CureVacKredite von bis zu 80 Millionen Euro erteilt

Mit den Tests und der Produktentwicklung ist das so eine Sache: Normalerweise nimmt so etwas Jahre in Anspruch. Aufsichtsrat Friedrich von Bohlen und Halbach sagte im Podcast des Journalisten Gabor Steingart zu der Frage, wann das Produkt am Markt sein könnte: "Ich glaube, das hängt davon ab, wie der Virus sich pandemisch verhält. Je aggressiver er ist, desto schneller werden die Behörden das zulassen. Je weniger pandemisch er sich verhält, desto mehr wird man sich hier nach den klassischen Vorgaben richten."

Doch ausgehend davon, dass Genehmigungen in Anbetracht der Sachlage schneller als sonst erteilt werden, gibt sich Dietmar Hopp sehr zuversichtlich: "Wir wären also in der Lage, den Impfstoff im Herbst zu liefern."

Unternehmen Biontech: Klinische Studien im April möglich

Das Mainzer Unternehmen Biontech arbeitet laut einem Bericht der ARD an einem hauseigenen Impfstoff auf Basis des Botenmoleküls Messenger-RNA (mRNA). Es könnte möglicherweise schneller entwickelt und hergestellt werden als herkömmliche Impfstoffe. Biontech plant die Herstellung des Impfstoffs für die klinischen Studien zusammen mit Partnerunternehmen in Europa. Diese Studien wurden vom Unternehmen bereits für April angekündigt. Finanziell unterstützt wird es vom chinesischen Arzneimittelhersteller Fosun Pharma.

Coronavirus: Das alles sollten Sie jetzt wissen
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Moderna beginnt Impfstoff-Studien im März – Experten sehen rasantes Tempo kritisch

Das private US-Biotechunternehmen Moderna will noch schneller zu Ergebnissen kommen. So hat der Konzern, der mit dem amerikanischen National Institute of Health (NIH) zusammenarbeitet, bereits begonnen, seinen Impfstoff in klinischen Studien an 45 Menschen in Seattle zu erproben.

So schön sich das alle liest: Wissenschaftler und Experten sind laut ARD-Bericht skeptisch, was die Schnelligkeit bei der Entwicklung von Impfstoffen angeht. So ließe sich Studien zufolge vermuten, Coronavirus-Impfstoffe trügen das Risiko, dass der Impfstoff die Krankheit sogar noch verschlimmern kann, wenn sich geimpfte Personen mit Corona infizieren. Warum das so sei, wäre eben noch nicht erforscht und mache die Entwicklung funktionierender Impfstoffe auch so schwierig. Die gegebene Eile sei allerdings nicht hilfreich.

Der Tenor vieler Wissenschaftler: Bis ein erfolgreicher Impfstoff auf den Markt kommt, können noch an die 18 Monate vergehen.

Erster Test an Patientin mit möglichem Impfstoff

Doch die Zeit drängt eben – und so gibt es jetzt erste Berichte über eine freiwillige Testperson in den USA, die einen möglichen Impfstoff verabreicht bekommen hat, der vom Unternehmen Moderna und Forschern der nationalen Gesundheitsbehörde entwickelt und in Seattle durchgeführt wurde. Der Test sei in Rekordzeit entwickelt worden, so der am Test beteiligte Immunologe Anthony Fauci.

Und das ist ist die Krux daran: Die Zustimmung für Tests am Menschen erfolgt in der Regel erst dann, wenn sowohl die Sicherheit als auch die Wirksamkeit eines Stoffs zuvor an Tieren nachgewiesen wurden. Laut Anthony Fauci werden die weiteren Entwicklungen voraussichtlich aber auch noch mindestens ein bis anderthalb Jahre dauern.

Immerhin: Testperson Jennifer Haller fühle sich gut, sagte sie gegenüber dem "Time Magazine", nachdem sie die Spitze verabreicht bekommen hatte.

Bleibt zu hoffen, dass die Unternehmen einen guten Kompromiss zwischen verantwortungsvoller Entwicklung und der gebotenen Eile finden.

Hier finden Sie eine interaktive Karte zur aktuellen Ausbreitung von Sars-CoV-2 in Deutschland.

Virologen haben jetzt auch ein neues Symptom im Krankheitsverlauf von Sars-CoV-2 entdeckt.

Deutscher Patient berichtet: So fühlt sich das Coronavirus an

Wichtig bleibt: Versuchen Sie, möglichst zu Hause zu bleiben, und halten Sie die Hygieneregeln wie gründliches Händewaschen ein. So können Sie sich vor dem Coronavirus schützen.

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