17.03.2020

Reserven gehen zur Neige Geht Blut spenden! DRK wart vor Engpass

Trotz Corona-Krise: So spenden Sie Blut!
Do, 19.03.2020, 15.26 Uhr

Trotz Corona-Krise: So spenden Sie Blut!

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Mit der Gefahr der Infektion gehen weniger Menschen zur Blutspende. Gleichzeitig wird aber mehr Spenderblut benötigt, je voller die Krankenhäuser werden. Das DRK wendet sich daher mit einer Bitte an die Bevölkerung.

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) befürchtet einen Mangel an Blutspenden angesichts des Coronavirus Sars-CoV-2 und der damit ausgelösten Krise. Auch wenn wir jetzt vielen Einschränkungen im öffentlichen Leben entgegen blicken, bittet das DRK die Bevölkerung eindringlich, weiter Spenden zu gehen.

Das DRK ist gerade in der Coronavirus-Krise auf Blutspenden angewiesen

"Die Versorgung mit lebensrettenden Blutpräparaten ist derzeit noch auf niedrigstem Niveau gesichert", so der medizinische Geschäftsführer des DRK-Blutspendedienstes Nord-Ost, Torsten Tonn am Montag. Jedoch könne sich das angesichts der Infektionsdynamik rasch ändern. Er ergänzt: "Sollten in den kommenden Tagen nicht genügend Blutspenden eingehen, wäre die Patientenversorgung innerhalb kurzer Zeit nicht mehr lückenlos abgesichert."

Daher forderte der DRK-Blutspendedienst Nord-Ost die Menschen auf, auch ihre bereits vereinbarten Blutspende-Termine wahrzunehmen. Das gilt nicht nur für den vom Dienst Nord-Ost betreuten Gebiet (Hamburg, Schleswig-Holstein, Berlin, Brandenburg und Sachsen), sondern für alle Menschen in Deutschland, die gesund sind und Blut spenden gehen können und dürfen. "Es ist wichtig, dass gerade jetzt in einer Frühphase der Epidemie verstärkt gespendet wird, wo die Durchseuchung noch auf Einzelfälle beschränkt ist, um einen Vorrat anlegen zu können", ergänzte Tonn. Es gebe, betont er der Deutschen Presse-Agentur (dpa) gegenüber, nach derzeitigem Stand der Wissenschaft keine Anhaltspunkte dafür, dass das Virus über eine Blutspende übertragen werden könne.

Das DRK weist außerdem darauf hin, dass es nicht nur das Coronavirus gibt, sondern aktuell auch Grippewelle herrsche und man verstärkt auf Blutspender angewiesen sei. "Sie können spenden, wenn Sie sich gesund und fit fühlen", heißt es auf der Seite des DRK Nord-Ost. Menschen mit grippalen oder Erkältungssymptomen würden generell nicht zur Blutspende zugelassen. Wer außerdem den Verdacht hege, mit Sars-CoV-2 infiziert zu sein, solle nicht zum Blutspendetermin kommen, sondern den Hausarzt konsultieren. Beim Blutspendetermin werde nicht auf Covid-19 getestet.

Blutspende nach Auslandsaufenthalten und Coronavirus-Kontakten

Nach Auslandsaufenthalten gebe es aber häufig Sperrfristen bis zur nächsten Blutspende: Je nach Reiseziel, Aufenthaltsdauer und Reisezeit liegen diese zwischen vier Wochen und sechs Monaten nach Rückkehr. Für vier Wochen nach Rückkehr werden Personen, die aus folgenden Regionen zurückgereist sind, gesperrt:

  • Europa: Italien, Frankreich - Region Grand Est (diese Region enthält Elsass, Lothringen und Champagne-Ardenne), Österreich (Bundesland Tirol), Spanien (Madrid),
  • Asien: Iran, China (Provinz Hubei, inkl. Stadt Wuhan), Südkorea (Provinz Gyeongsangbuk-do, Nord-Gyeongsang),
  • Amerika: USA (Bundesstaaten Kalifornien, Washington und New York)

Auch wer Kontakt zu einem Covid-19-Patienten oder einem Verdachtsfall hatte, muss vier Wochen bis zur nächsten Blutspende warten. Wer an Covid-19 erkrankt ist, muss für drei Monate nach Ausheilung auf die Blutspende verzichten.

Das DRK weist außerdem darauf hin, dass man sich nach jetzigem Stand auch noch draußen aufhalten darf. Dazu rät übrigens auch Charité-Chefvirologe Christian Drosten. An der frischen Luft ist eine mögliche Virenkonzentration am geringsten. Lediglich den Kontakt zu anderen sollten Sie einschränken. Daher nach Möglichkeit mit dem Fahrrad oder zu Fuß oder eben mit dem eigenen Auto zur Blutspende fahren. So schützen Sie sich vor dem Coronavirus!

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