28.02.2020 - 13:48

Vorsicht vor Lungenkrebs Radon im Haus: Eine schleichende Gefahr für die Gesundheit

Von der Redaktion

Radon kann sich im Haus festsetzen – regelmäßiges Lüften hilft dagegen.

Foto: iStock/DragonImages

Radon kann sich im Haus festsetzen – regelmäßiges Lüften hilft dagegen.

Das Edelgas Radon strömt hierzulande in vielen Regionen aus dem Boden. Für uns Menschen stellt das ein Risiko dar, da Radon radioaktiv ist und die Zerfallsprodukte Lungenkrebs verursachen können, wie die Bundesregierung warnt.

Eine sehr große Gefahr besteht in Wohnräumen, denn das unsichtbare Gas Radon kann sich ansammeln und sehr hohe Konzentrationen erreichen. Radon im Haus sollte daher nicht unterschätzt werden. Doch was kann gegen diese schadhafte Belastung unternommen werden?

Radon im Haus kann die Gesundheit gefährden

In Verbindung mit dem Begriff "Radioaktivität" denken viele an Röntgenuntersuchungen bei einem Radiologen. Doch was die wenigsten Menschen ahnen: Wir sind täglich einer gefährlichen Strahlung ausgesetzt. Das natürlich vorkommende radioaktive Edelgas Radon steigt aus uranhaltigen Gesteinen zur Erdoberfläche auf. Uran gibt es weltweit im Boden in unterschiedlichen Konzentrationen. In den Gesteinsporen kann sich das Edelgas weiter bewegen.

Radon entsteht durch einen radioaktiven Zerfall und in der Folge gelangt es in die Atmosphäre. Ohne, dass wir es bemerken, befindet sich plötzlich Radon im Haus und sammelt sich hier in der Raumluft an, die wir einatmen. Vorzugsweise entsteht das Gas im Keller. Ein Risiko stellt folgendes dar:

  • Risse und Spalten im Mauerwerk und in den Bodenplatten
  • Undichte Fugen zwischen den Bauwerk­teilen
  • Wanddurchbrüche für Wasser-, Strom- oder Telefonanschluss

So können zwei Häuser, die nebeneinander stehen, völlig unterschiedliche Radonwerte aufweisen. Sie hängen letztendlich nicht nur von der Region, sondern auch vom Gebäudezustand ab. Radon kann sich vom Keller aus über Treppenaufgänge, Türen, undichte Geschossdecken oder Kabelschächte in die darüber gelegenen Räume ausbreiten.

Radon im Haus kann die Lunge schädigen

Das Gefährliche ist, dass wir Radon im Haus weder sehen noch riechen oder schmecken und dennoch kann es gesundheitsgefährdend wirken. Die anhaftenden radioaktiven Stoffe verbleiben nach dem Einatmen der Staubpartikel und Tröpfchen in der Lunge. Durch die Strahlung kann das Lungengewebe geschädigt werden und es kann unter Umständen Krebs entstehen. Im Freien ist das gesundheitliche Risiko gering, da sich das Gas ziemlich schnell verteilt.

In geschlossenen Räumen hingegen reichert es sich in der Luft an. Durch das Einatmen gelangen das Gas Radon und die radioaktiven Zerfallsprodukte in die Lunge. Vor allem Letztere sind gefährlich, denn sie setzen sich hier ab und zerfallen, während Radon größtenteils wieder ausgeatmet wird. Mit zunehmender Konzentration steigt das Risiko für Lungenkrebs.

Die Werte von Radon im Haus ermitteln

Wie groß das Risiko ist, hängt vom jeweiligen Wohnort ab. Laut des Bundesamtes für Strahlenschutz ist die Belastung in den Böden im Süden von Deutschland vergleichsweise hoch. Messgeräte helfen dabei, die genaue Belastung zu ermitteln. Entsprechende Detektoren werden an unterschiedlichen Stellen im Haus aufgestellt. Stark belastete Zimmer kommen auf erschreckende Werte von über 1.000 Becquerel pro Kubik­meter.

Hierzulande sterben in Deutschland jährlich nahezu 2.000 Menschen aufgrund einer erhöhten Belastung mit Radon im Haus bzw. an dessen Folgen. Das Lungenkrebsrisiko gilt sowohl für Raucher als auch Nichtraucher. Durch das höhere Ausgangsrisiko gibt es jedoch mehr Raucher, die an radoninduzierten Lungenkrebs erkranken. Bis zum Ausbruch können Jahrzehnte vergehen.

Radon Animation

Schutz vor Radon im Haus

Nur Messungen zeigen, ob die Konzentration Maßnahmen erfordert. Ist im Haus zu viel Radon vorhanden, ist es wichtig, regelmäßig gut und richtig zu lüften. Ein Querlüften beschleunigt den Luftaustausch: Die Fenster werden an verschiedenen Seiten des Gebäudes weit geöffnet, damit ein Durchzug entsteht und die verbrauchte Luft rascher ausgetauscht wird.

Um langfristig eine Verbesserung zu erzielen, müssen die Ursachen für den Eintritt des Edelgases ermittelt werden. Gibt es beispielsweise undichte Stellen? Dann müssen diese beseitigt werden, um ein Eindringen von Radon zu verhindern. Risse und Fugen, beispielsweise an den Kellerwänden, sollten aufgefüllt und Kellertüren abgedichtet werden.

Des Weiteren kann es helfen, radonhaltige Bodenluft abzusaugen und technische Lüftungsanlagen einzubauen. Es gibt Radonbrunnen, die unter dem Haus die radonhaltige Luft absaugen, damit sie nicht in die Räume gelangt. Beläuft sich die Belastung mit Radon im Haus längerfristig auf über 100 Becquerel pro Kubikmeter, empfiehlt sich eine Gebäudesanierung.

Fazit: Undichte Stellen kitten, regelmäßig lüften!

Denken wir an Risiken durch ionisierende Strahlung, bringen wir dies meistens mit Ursachen wie Röntgenuntersuchungen und Kernkraftwerke in Verbindung. Dabei sind wir in unserem Alltag in der Form von Radon täglich potenziell gesundheitsschädlichen Strahlungen ausgesetzt. Studien zeigen eindeutig einen Zusammenhang zwischen einer längerfristigen Menge an Radon im Haus und einem erhöhten Risiko der Bewohner, durch das Einatmen an Lungenkrebs zu erkranken.

Undichte Stellen an den Hauswänden und im Fundament ermöglichen es, dass das Edelgas in das Haus gelangt. Mit Messgeräten kann die Radonmenge ermittelt werden. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Werte zu senken. Regelmäßig intensiv zu lüften, stellt dabei eine sehr wichtige Maßnahme dar.

Mehr zum Thema Krebs finden Sie auch auf unserer Themenseite.

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