27.11.2019 Anzeige

Lassen Sie sich beraten Wechseljahre? Keine Panik, das geht auch ganz entspannt

Die Wechseljahre sind ein ganz natürlicher Lebensabschnitt. Doch oft werden Beschwerden zu einer starken Belastung und halten die Frauen vom aktiven Leben fern. In diesem Fall wird empfohlen, sich vom Frauenarzt beraten zu lassen, denn heutzutage muss keine Frau mehr leiden.

Foto: DR. KADE / BESINS Pharma GmbH

Die Wechseljahre sind ein ganz natürlicher Lebensabschnitt. Doch oft werden Beschwerden zu einer starken Belastung und halten die Frauen vom aktiven Leben fern. In diesem Fall wird empfohlen, sich vom Frauenarzt beraten zu lassen, denn heutzutage muss keine Frau mehr leiden.

Hitzewallungen, Nachtschweiß, Gelenkschmerzen: Lassen Sie sich beraten, wenn Wechseljahresbeschwerden Ihr Leben stark einschränken.

Mit 50 Jahren stehen wir Frauen heutzutage mitten im Leben und wollen uns weiterhin attraktiv und leistungsfähig fühlen. Manch eine fürchtet sich da vorab schon ein bisschen vor den großen Veränderungen, die uns in der Lebensmitte bevorstehen. Und tatsächlich beginnt zusammen mit den Wechseljahren eine wahrlich „heiße“ Phase auf ganz unterschiedlichen Ebenen. Wenn die Hormone zum zweiten Mal in unserem Leben mit uns Achterbahn fahren, bekommen wir das körperlich meist als Hitzewallungen und Nachtschweiß zu spüren. Gleichzeitig löst diese Lebensphase bei vielen von uns eine regelrechte Aufbruchsstimmung aus. Laut einer britischen Studie1 fühlen sich die meisten Frauen in den Wechseljahren aktiver und ambitionierter als je zuvor. Sind beispielsweise die Kinder jetzt erwachsen und unabhängig, ergeben sich neue Freiräume. Wir können unsere Energie auf Neues lenken. Manche Frauen gründen in diesem Lebensabschnitt ihre eigenen Unternehmen oder starten ihr Leben ganz neu. Diese Zeit stellt uns vielleicht auch vor andere große Herausforderungen, wenn alternde Eltern etwa gepflegt werden müssen oder deren Tod zu verkraften ist. Nicht nur dann können die Begleiterscheinungen der Wechseljahre zur Belastung werden. Während ein Drittel der Frauen ihn kaum spürt, den Übergang von der fruchtbaren zur unfruchtbaren Zeit, plagen sich zwei Drittel mit mittleren bis starken Symptomen im Klimakterium. Neben Hitzewallungen können Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen und weniger bekannte Beschwerden wie beispielsweise Gelenkschmerzen, die Teilnahme am aktiven Leben erheblich einschränken. Das muss heute keine Frau mehr hinnehmen. Wir sollten uns und unser Wohlbefinden in dieser Zeit wichtig nehmen und uns bei Problemen beraten lassen. Lesen Sie hier, wie wir entspannter durch die Wechseljahre kommen und was es damit im Einzelnen auf sich hat.

Entspannter durch die Wechseljahre – der erste Schritt

Die Wechseljahre sind keineswegs eine Krankheit, sondern eine ganz natürliche Lebensphase, die wir Frauen in der Regel im Alter zwischen 40 und 60 Jahren durchleben. Gehen mit der großen hormonellen Umstellung belastende Beschwerden einher, sollten wir diese beim Arzt abklären lassen. Denn einerseits können diese Beschwerden eventuell auf Krankheiten hinweisen. Und andererseits gibt es gute, moderne und individuell einsetzbare Behandlungsmöglichkeiten für die Wechseljahresbeschwerden.

Für eine ausführliche Anamnese braucht der Arzt möglichst viele, detaillierte Informationen über uns und unsere Beschwerden. Eine optimale Vorbereitung auf das bevorstehende Arztgespräch bietet der Meno-Check der Seite www.wechseljahre-verstehen.de. Der Online-Fragebogen ist in 15 Minuten ausgefüllt und sammelt dabei vorab alle wichtigen Eckdaten ein.

Und damit wir selbst unsere neue Lebenssituation besser einschätzen können, hilft ein gutes Grundwissen über das, was da so alles passiert in den Wechseljahren – wenn unsere Hormone nach der Pubertät zum zweiten Mal verrücktspielen.

Die Aufgaben der Hormone

Hormone informieren und steuern unseren Körper mit seinen Funktionen und Bedürfnissen. Für uns Frauen sind die wichtigsten Hormone Östrogene (vor allem Östradiol, Östron und Östriol) und das Progesteron. Die Geschlechtshormone werden überwiegend in den Eierstöcken produziert und regeln unsere Fruchtbarkeit sowie den Zyklus. Doch sie können noch einiges mehr: So sorgen Östrogene neben dem Heranreifen der Eizellen in den Eierstöcken beispielsweise ebenfalls für das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut, eine optimale Durchblutung und Befeuchtung der Scheide und sie haben günstigen Einfluss auf unseren Fettstoffwechsel und die Elastizität der Haut. Daneben fördern Östrogene den Aufbau und Erhalt der Knochenmasse und das Wachstum der Haare, sind wichtig für den Schutz der Harnwege vor Infektionen und die Förderung der Gedächtnisleistung. Progesteron ist für die Vorbereitung der Gebärmutterschleimhaut auf die Einnistung der befruchteten Eizelle verantwortlich und sorgt für den Erhalt der Schwangerschaft. Darüber hinaus wirkt es angstlösend und schlaffördernd und ist am Knochenaufbau beteiligt. Zudem wirken Progesteron und Östrogene auf das Zellwachstum im Drüsengewebe der Brust.

Das Zusammenspiel der Hormone verglich eine New Yorker Gynäkologin gerade in der "Vogue" mit Musikern, die in einem Orchester spielen. Ist das Verhältnis zueinander, also der Hormonspiegel gestört, spielen die Hormone "zu laut oder zu leise, zu schnell oder zu langsam, sind sie nicht miteinander abgestimmt, kann der erzeugte Klang das System stören." Ein hormonelles Ungleichgewicht bekommen Frauen dann durch Beschwerden und Symptome unterschiedlicher Art zu spüren.

Das passiert in den Wechseljahren

Am Ende der fruchtbaren Jahre einer Frau (Prämenopause), mit rund 40 bis 45 Jahren, beginnen die Eierstöcke ihre Funktion langsam einzustellen. Die Eizellreifung ist verzögert, mitunter bleiben die Eisprünge ganz aus. Wenn kein Eisprung stattfindet, wird auch kein, optimal funktionstüchtiger, das heißt optimal Progesteron produzierender Gelbkörper gebildet. Der Anstieg des Progesteronspiegels in der zweiten Zyklushälfte ist reduziert oder bleibt aus, während der Östrogenspiegel oft noch seine Höhe hält. Damit einher gehen in dieser Phase für viele Frauen prämenstruelle Beschwerden, wie Brustschmerzen und Stimmungsschwankungen. Vor allem aber können Zyklusunregelmäßigkeiten auftreten, die die beginnenden Wechseljahre ankündigen. Wenn Frauen hormonelle Kontrazeptiva anwenden, die Eisprünge hemmen, werden diese Symptome unterdrückt.

Die eigentlichen Wechseljahre (Perimenopause) liegen ungefähr vier bis sechs Jahre vor und bis 12 Monate nach der letzten Regelblutung. In dieser Zeit lässt die Produktion von Östrogenen stetig nach, schwankt stark, bis sie fast ganz eingestellt wird. Hitzewallungen treten nun bei rund drei Viertel der Frauen auf. Die Menstruationszyklen werden unregelmäßig bis die Regelblutung schließlich ganz ausbleibt. Bei der letzten Menstruationsblutung (Menopause) sind Frauen im Schnitt 51 Jahre alt. Der Vorrat an Eizellen, die zu einer möglichen Schwangerschaft hätten führen können, ist jetzt vollständig aufgebraucht. Wann genau die Menopause eintritt, kann erst im Nachhinein festgestellt werden, nachdem 12 Monate lang keine Blutungen mehr aufgetreten sind.

Im Anschluss (Postmenopause) erreichen die Östrogen- und Progesteron-Produktion ihren Tiefpunkt. Die Postmenopause ist ein Zustand des Mangels an Sexualhormonen. Wechseljahresbeschwerden verschwinden allerdings nicht mit dem Ende der hormonellen Umstellung. Sie können über Jahre weiterbestehen oder auch erst in dieser späten Phase des dauerhaften Hormonmangels beginnen.

Nicht nur Hitzewallungen – diese Beschwerden können auftreten

Während ein Drittel der Frauen ihre Wechseljahre lediglich durch Zyklusschwankungen wahrnimmt, haben etwa zwei Drittel aller Frauen unter mittelschweren bis starken Wechseljahresbeschwerden zu leiden, die ihre Lebensqualität deutlich einschränken können. Eine Studie zeigte, dass Frauen im Schnitt 7,4 Jahre unter Beschwerden leiden – am häufigsten unter Hitzewallungen und Nachtschweiß2. Doch noch weitere Beschwerden können im Verlauf der Wechseljahre auftreten und werden von vielen Frauen gar nicht direkt im Zusammenhang mit den hormonellen Veränderungen gesehen:

  • Hitzewallungen – zusammen mit Schweißausbrüchen stellen sie die sogenannten vasomotorischen Symptome dar, die am häufigsten auftretenden Beschwerden in den Wechseljahren. Meist kündigen sich Hitzewallungen durch Unbehagen an (aufsteigende Hitze). Danach breitet sich in kürzester Zeit eine Hitzewelle über Gesicht, Hals und Oberkörper aus, gefolgt von einem Schweißausbruch. Hitzewallungen dauern meist nur ein paar Minuten. Doch dies kann von Frau zu Frau stark variieren, genau wie die Häufigkeit. Die Ursachen sind noch nicht vollständig geklärt. Vermutlich beeinträchtigt die schwankende Östrogen-Produktion die Regulation der Körpertemperatur.
  • Schlafstörungen – nächtliche Hitzewallungen und Schweißausbrüche lassen die Schlafqualität leiden. Dauert dies länger an, kann Schlafmangel wiederum körperliche Erschöpfung, Abgeschlagenheit, Gereiztheit und Konzentrationsstörungen nach sich ziehen.
    Schlechter Schlaf gilt außerdem als Risikofaktor für Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, Diabetes und Übergewicht.
  • Gelenkschmerzen – Östrogenmangel kann Entzündungen in den Gelenken begünstigen. Grund: Östrogene wirken dem Knorpelabbau entgegen und sorgen vermutlich dafür, dass Bindegewebe und Knorpel der Gelenke ausreichend mit Gelenkflüssigkeit versorgt werden.
  • Stimmungsschwankungen – Östrogene wirken stimmungsaufhellend. Verringert sich ihr Pegel in den Wechseljahren, können Frauen unter einer ausgeprägten Gemütslabilität mit Stimmungsschwankungen, Niedergeschlagenheit und Antriebslosigkeit leiden. Auch sind zunehmende Nervosität und schnelle Reizbarkeit möglich, sowie Ängstlichkeit bis hin zu ausgeprägten Angstzuständen. Doch auch der gestörte Schlaf und äußere Lebensumstände, wie private und berufliche Umbrüche, können stark dazu beitragen, dass sich depressive Verstimmungen nach der Menopause häufen3. Ausgeprägte Depressionen bedürfen der Behandlung durch einen Psychiater oder entsprechend qualifizierten Psychotherapeuten.
  • Scheidentrockenheit – der sinkende Östrogenspiegel führt zu einer schlechteren Durchblutung und Gewebeschwund der Vaginalhaut. Damit einher gehen Scheidentrockenheit und ein Rückgang der Milchsäurebakterien. Dies kann einerseits Schmerzen beim Sex verursachen, aber auch bakterielle Krankheitserreger können sich dadurch leichter ausbreiten.
  • Blasenschwäche – Mit dem Gewebeschwund der Scheidenhaut, der Vaginalatrophie, wird auch das Polster für die Harnröhre dünner. Dies beeinträchtigt die Verschlussmechanismen von Harnröhre und Blase und es kann Blasenschwäche (Inkontinenz) auftreten. Die veränderte Scheidenflora begünstigt das Eindringen von scheiden-untypischen Keimen, die von dort aus auch möglicherweise in die Blase aufsteigen und Infektionen dort sowie in der Harnröhre verursachen.
  • Libidoverlust – das sexuelle Verlangen kann während des Klimakteriums stark abnehmen, und zwar durch psychische und physische Faktoren. Physisch kann die Scheidentrockenheit und mögliche Schmerzen beim Sex die Lust mindern. Durch Hitzewallungen, Nachtschweiß, Gewichtszunahme oder Depressionen fühlen sich manche Frauen weniger attraktiv. Solche psychischen Faktoren drücken ebenfalls auf die Libido.
  • Haar- und Hautprobleme – Östrogene stimulieren die Haarwurzeln. Durch ihren Rückgang kann die Wirkung von männlichen Hormonen, also Testosteron stärker zur Geltung kommen. Bei manchen Frauen treten in den Wechseljahren "typisch männliche" Veränderungen auf. Beispielsweise kann das Kopfhaar dünner und weniger werden, dafür die Gesichtsbehaarung zunehmen.
  • Gewichtszunahme – viele Frauen nehmen in den Wechseljahren zu. Doch ist dies vor allem auf die Lebensumstände und das Alter zurückzuführen. Einerseits geht mit der Zeit Muskelmasse verloren und generell verlangsamt sich der Stoffwechsel des Körpers. Werden die Ernährungsgewohnheiten nicht an den verminderten Energiebedarf des Körpers angepasst, reagiert dieser mit Gewichtszunahme. Gefahr hierbei: Übergewicht erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Brustkrebs.
  • Osteoporose – einer Studie zur Folge erkrankt jede 3. bis 4. Frau über 50 Jahre in Deutschland an Osteoporose4. Dabei handelt es sich um Knochenschwund. Östrogene schützen die Knochen. Mit dem zunehmenden Hormonmangel der Wechseljahre nimmt die Knochenmasse ab und die Knochen verlieren teilweise ihre Struktur. Die porösen Knochen können dann leichter brechen.
  • Weitere Langzeitfolgen – Das Risiko, Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkte und Schlaganfälle zu erleiden, steigt bei Frauen mit zunehmendem Alter und dem Einsetzen der Wechseljahre. Gründe dafür sind der anhaltende Östrogenmangel sowie weitere Risikofaktoren wie Übergewicht, erhöhter Blutdruck und ein Anstieg der Blutzucker- und Blutfett-Werte. Und natürlich ist Rauchen ein besonders starker, aber vermeidbarer Risikofaktor. Östrogene können die Blutgefäße vor Ablagerungen schützen. Sinkt ihre Konzentration im Blut, kann dies zu Gefäßverkalkungen, also Arteriosklerose führen. Dies wiederum begünstigt Herzinfarkte oder Schlaganfälle.

Was gegen die Beschwerden hilft

Um auftretende Hitzewallungen nicht zu verstärken oder gar zusätzlich auszulösen, empfiehlt es sich beispielsweise, Stress zu vermeiden oder auszugleichen. Auch Alkohol, scharf gewürztes Essen, Rauchen und Übergewicht können die Beschwerden zudem negativ beeinflussen. Regelmäßige Bewegung wie Yoga kann zur Verbesserung von Hitzewallungen und dem allgemeinen Wohlbefinden beitragen. Auch Entspannungsübungen und autogenes Training wirken sich günstig aus. Eine gesunde Ernährung hilft dabei, das Idealgewicht zu halten. Bei Blasenschwäche empfehlen sich Beckenbodenübungen, die – täglich ausgeführt – der Inkontinenz entgegenwirken.

Doch starke Beschwerden wird der gesunde Lebensstil allein nicht abfangen können. Auch schwache Symptome müssen fachgerecht abgeklärt werden, um andere Erkrankungen auszuschließen. Erst recht unumgänglich und wichtig für die eigene Lebensqualität wird der Gang zum Arzt bei intensiven Problemen. Sind diese auf den Hormonmangel zurückzuführen, kann eine Hormonersatztherapie ärztlich verschrieben werden. So werden die fehlenden Hormone dem Körper wieder zugeführt und die Beschwerden gelindert.

Wann sich eine Hormonersatztherapie empfiehlt

Wenn Frauen im Klimakterium nicht mehr uneingeschränkt aktiv am Leben teilnehmen können, weil sie Beschwerden wie Depressionen, wiederkehrende Harnwegsinfekte, Muskel- und Gelenkschmerzen und eine insgesamt nachlassende Leistungsfähigkeit quälen, empfiehlt sich eine Hormonersatztherapie (HET oder HRT), die die Symptome nicht unbedingt vollständig unterdrückt, aber wesentlich erleichtert und abmildert.

Frauen sollten keine Angst vor Hormonen haben. Sorgt sich eine Frau wegen Brustkrebs, sollte vor Beginn der Hormonersatztherapie durch eine Mammographie sichergestellt sein, dass keine Erkrankung vorliegt. Und auch unter einer Hormonbehandlung sollten regelmäßige Untersuchungen erfolgen. Zudem sollte klar sein, dass nicht jede Hormonersatztherapie das Brustkrebsrisiko gleichermaßen erhöht. Lebensalter, Alkoholkonsum, körperliche Aktivität, Körpergewicht und genetische Faktoren spielen eine wichtigere Rolle.5 Zudem legen wissenschaftliche Erkenntnisse nahe, dass die bioidentischen Hormone Estradiol und Progesteron "brustfreundlicher" sind als synthetische Abkömmlinge.6

Die moderne Hormonersatztherapie erfolgt unter fachärztlicher Beobachtung und wird genau auf die Bedürfnisse der Patientin zugeschnitten. Es werden Hormone angeboten, die der Körper nicht mehr selbst produziert, sogenannte bioidentische Hormone (auch Körperhormone).

Bioidentische Hormone sind gut verträglich

Hormone sind nicht gleich Hormone. Früher wurden beispielsweise sogenannte "konjugierte Östrogene", also veränderte Östrogene eingesetzt, gewonnen aus dem Harn trächtiger Stuten. In dem Hormongemisch sind Substanzen enthalten, die Frauen nicht selbst produzieren. Bioidentische Hormone hingegen haben die gleiche chemische und molekulare Struktur, wie die vom menschlichen Körper produzierten Hormone. Pflanzen (z. B. Yamswurzel oder Soja) enthalten Vorstufen, aus denen bioidentische Hormone leicht hergestellt werden können. So wirken Estradiol und Progesteron genau wie körpereigene Hormone der Frau, die sie selbst über Jahrzehnte produziert hat.

Was bedeuten "bioidentische Hormone" bei einer Hormonersatztherapie?

Darreichungsformen

Die Hormonersatztherapie kann unterschiedlich erfolgen. Treten nur Beschwerden im Urogenitalbereich (z.B. Scheidentrockenheit, Harnwegsinfekte) auf, können die Östrogene auch lokal, das heißt vaginal verabreicht werden. Dafür stehen niedrig dosierte östrogenhaltige Cremes und Salben sowie Vaginaltabletten bzw. Ovula, Pessare und Vaginalringe zur Verfügung.

Werden dem Körper die ab der Menopause zu wenig produzierten Östrogene wieder zugeführt, spricht man von einer Östrogensubstitution. Die Hormone können "oral" eingenommen, also in Tabletten- oder Kapselform geschluckt werden und erreichen so über den Verdauungstrakt den Blutkreislauf. Erfolgt die Wirkstoffaufnahme über die Haut, gelangen die Östrogene "transdermal" über Gele, Pflaster und Sprays ins Blut.

Wichtig: Frauen, die noch eine Gebärmutter haben, müssen neben den Östrogenen zusätzlich bioidentisches Progesteron oder eine progesteronähnliche Substanz, ein sogenanntes Gestagen, erhalten. Progesteron schützt die Gebärmutterschleimhaut vor östrogenbedingten Wucherungen, aus denen sich Krebs der Gebärmutterschleimhaut entwickeln kann.

Vorteile der transdermalen Hormontherapie

Gut verträglich ist die transdermale Östrogenanwendung. Hier gelangt Estradiol direkt über die Haut ins Blut – ohne die Leber passieren zu müssen, so wie es bei oraler Einnahme der Fall ist. Das Problem dabei: Da die Leber große Teile der Wirkstoffe verstoffwechselt, müssen oral große Mengen an Hormonen eingenommen werden, damit genügend Östrogene am Zielort ankommen und der Östrogenmangel auch ausgeglichen wird. Und es entstehen hohe Blutspiegel an veränderten Östrogenen, vor allem Östronsulfat und Östronglukluronid. Bei Aufnahme über die Haut werden der Hormone erst am Zielort in den Organen abgebaut. Dadurch kommt die transdermale Hormontherapie mit viel geringeren Mengen an Östrogenen zum gleichen Ergebnis. Und je weniger Östrogene dem Körper zugeführt werden, desto geringer fallen mögliche Nebenwirkungen aus. Denn die hohen Östrogenkonzentrationen in der Leber nach oraler Aufnahme stimulieren die Bildung von Faktoren der Blutgerinnung oder bestimmten Fetten, den Triglyzeriden. Das erhöht das Risiko für Venenthrombosen und Lungenembolien oder sogar Schlaganfällen. Bei der Anwendung über die Haut werden diese Risiken minimiert.

Beugt Osteoporose und eventuell auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor

Der Berufsverband der Frauenärzte empfiehlt bei entsprechender Indikation die Hormonersatztherapie frühzeitig zu beginnen, also vor dem 60. Lebensjahr7. Dann können die aufgenommenen Östrogene dem durch Hormonmangel einsetzenden Knochenabbau vorbeugen, die Osteoporose bremsen und auch teilweise für einen Wideraufbau sorgen. Auch der häufigsten Todesursache der Deutschen, den Herz-Kreislauf-Erkrankungen8, kann eine früh begonnene Hormonersatztherapie eventuell günstig sein. Studien9 gaben Hinweise auf den positiven und vorbeugenden Effekt, einer kurz nach der Menopause begonnenen Hormonersatztherapie im Sinne einer Reduktion von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Regelmäßige Kontrollen sind wichtig

Die Fachgesellschaften empfehlen, die Notwendigkeit der Hormonersatztherapie mindestens jährlich zu überprüfen. Bei der ärztlichen Kontrolle sollten Patientin und Arzt gemeinsam über die Weiterführung der Substitution entscheiden. Dies geschieht anhand einer individuellen Abwägung des Nutzens und eventueller Risiken. Unter Umständen kann eine Dosisreduktion oder eine Umstellung von oraler auf transdermale Östrogengabe notwendig sein. Bei Beendigung einer Hormonersatztherapie sollte dies langsam "ausschleichend" erfolgen, da durch einen abrupten Abbruch wieder starke Hormonmangelbeschwerden auftreten können.

Ganz entspannt durch die Wechseljahre – mit der richtigen Hilfe

Die neue Lebensphase entspannt meistern – das gelingt nach Ansicht von Fachleuten am besten mit einem ganzheitlichen Ansatz, der sowohl körperliche als auch seelische Belastungen einbezieht. Und mit diesem Anspruch sind Frauen am besten beim Frauenarzt aufgehoben. Als Spezialist für Frauengesundheit weiß er Rat auf alle Fragen rund um die Wechseljahre – angefangen von einer gesunden Ernährung bis hin zur effektiven Beschwerdelinderung mit einer für jede Frau individuell geeigneten Hormonersatztherapie, die dem Körper die fehlenden Hormone zuführt und so die Umstellung erleichtert.

Damit Ihr Arzt Ihnen bestmöglich helfen kann, braucht er Ihre Unterstützung. Mit dem Online-Fragebogen Meno-Check und den 18 relevanten Checkpunkten zu Vorerkrankungen, Erkrankungen in der Familie und Ihren Beschwerden, bereiten Sie sich optimal auf Ihr Arztgespräch vor. Wenn Sie bereits vorab Fragen haben, bekommen Sie ganz unverbindlichen und professionellen "Online-Rat" beim Experten, Prof. Dr. Heinz Bohnet. Der Spezialist für gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin kennt sich bestens aus zu den Themen Wechseljahre, Beschwerden und Therapiemöglichkeiten. Stellen Sie ihre Fragen einfach per Kontaktformular.
Ganz entspannt durch die Wechseljahre mit den umfangreichen Infos und Hilfestellungen auf www.wechseljahre-verstehen.de

1 Research by SuperHuman, UK 2018
2 Study of Women’s Health Across the Nation (SWAN), Department of Health & Human Services, USA 2014
3 Freeman EW, Sammel MD, Lin H, Nelson DB. Associations of hormones and menopausal status with depressed mood in women with no history of depression. University of Pennsylvania/USA, 2006
4 Hadji P, Klein S, Gothe H, Haussler B, Kless T, Schmidt T, et al. The epidemiology of osteoporosis–Bone Evaluation Study (BEST): an analysis of routine health insurance data. Deutsches Arzteblatt international. 2013
5
Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE): Trendwende in der Behandlung von Wechseljahresbeschwerden - Neubewertung älterer Studien spricht jetzt für Hormontherapie, Mai 2017, Berlin
6 Asi N, Mohammed K, Haydour Q, Gionfriddo MR, et al. Progesterone vs. synthetic progestins and the risk of breast cancer: a systematic review and meta-analysis. Syst Rev. 2016 Jul 26;5(1):121.
7 FRAUENARZT 56 (2015) – Anwendungsempfehlungen zur Hormonsubstitution in Klimakterium und Postmenopause von der AG Hormone des Berufsverbands der Frauenärzte e.V. (BVF)
8 laut Statistisches Bundesamt, Erhebung für 2017
9 Schierbeck L., et al.: Effect of hormone replacement therapy on cardiovascular events in recently postmenopausal women: randomised trial. DK 2012

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